WM 2020 in der Schweiz

WM 2020 ⋅ Elf Jahre nach den Titelkämpfen in Bern und Kloten findet 2020 wieder eine Eishockey-WM in der Schweiz statt. Wie erwartet erhielt Swiss Ice Hockey den Zuschlag. Zug ist Ersatzort.

15. Mai 2015, 16:19

Elf Jahre nach den Titelkämpfen in Bern und Kloten findet also wieder eine WM in der Schweiz statt. Vorgesehen ist, dass die WM in fünf Jahren im Hallenstadion in Zürich sowie in der neuen, noch zu bauenden Arena von Lausanne stattfindet. Steht die Lausanner Halle nicht rechtzeitig, stünde Zug als Alternative für den Zweitspielort bereit. Ein Entscheid ist gemäss den Verantwortlichen von Swiss Ice Hockey im Verlauf des Jahres zu erwarten.

Der Entscheid des IIHF-Kongresses für die Schweiz war keine Überraschung. Im Gegenteil: Weil für 2020 nur die Schweiz kandidierte, war die Vergabe eine reine Formsache. Die Schweiz erhielt die WM zum insgesamt elften Mal zugesprochen. In Zürich fanden bereits 1939, 1953 und 1998 Weltmeisterschaften statt. Lausanne käme zum zweiten Mal nach 1961 (Genf/Lausanne) zum Zug.

Aus der Not heraus vergab die IIHF die WM aber nicht an die Schweiz. «Swiss Ice Hockey hat sich mit einem überzeugenden Konzept dafür empfohlen, einmal mehr den grössten Event im internationalen Eishockey auszutragen», liess sich der Schweizer IIHF-Präsident René Fasel in einer Mitteilung zitieren. «Wir sind sicher, dass die Teams, Fans, Sponsoren und Medien erneut eine erstklassig organisierte WM erleben werden, in einem Land mit langer Eishockeytradition, kurzen Wegen und sehr guter Infrastruktur.»

Gross war die Freude auch bei der Schweizer Delegation um Präsident Marc Furrer und Projektleiter Peter Lüthi, welche die Kandidatur am Donnerstag präsentiert hatten und nun den Entscheid «per Akklamation» (Furrer) entgegen nehmen durften. «Eine WM im eigenen Land bringt unserer Sportart enorm viel», so Furrer. «Wenn wir schon keine Olympischen Spiele durchführen können, dann muss die Sportnation Schweiz - und das sind wir - solche Anlässe zu sich ins Land holen.»

Gilli erneut OK-Chef

Punkto Organisation zählt Swiss Ice Hockey auf dasselbe Kernteam wie 2009 an der letzten WM. Als Geschäftsführer engagierten der Verband und die Sport-Marketingagentur Infront, welche die WM gemeinsam mit einer «Joint Venture»-Kooperation durchführen, erneut Gian Gilli. Gilli, der bis im letzten Winter als Schweizer «Chef de Mission» für Olympische Spiele tätig war, steht Peter Lüthi als sportlicher Verantwortlicher zur Seite.

Bereits bekannt ist das Motto und das Logo. Mit dem Leitspruch «LOVE. ICE HOCKEY» sollen die Fans angelockt werden. Das Logo vereine in seiner Symbolik das heimische Edelweiss mit einem Eiskristall, lehne sich grafisch an Puck und Stock an, und greife das Schweizer Kreuz und die Farben rot-weiss auf, hiess es in der Medienmitteilung des Verbandes.

Infrastruktur als Herausforderung

Wie bereits in Bern vor sechs Jahren wird auch mit Zürich und Lausanne die Logistik und die Infrastruktur zur grossen Herausforderung. «Wir müssen uns bewusst sein, dass wir in der Schweiz keine O2 Arena wie in Prag haben», sagte Furrer. «Wir werden wie in Bern und Kloten einiges an Infrastruktur bauen und zusätzliche Räume anmieten müssen.» Am Ende soll trotz der Investitionen und wie 2009 ein Gewinn herausschauen, so Furrer.

WM 2019 in der Slowakei

Nebst der WM 2020 vergab der IIHF-Kongress in Prag auch die WM im Jahr davor, und zwar an die Slowakei. Wie 2011 bei den ersten Titelkämpfen im Nachbarland Tschechiens sollen die Partien in Bratislava und Kosice stattfinden. Bis zu den Turnieren in der Slowakei und der Schweiz wird die WM der Reihe nach in Russland (2016/in Moskau und St. Petersburg), Deutschland/Frankreich (2017/Köln und Paris) und Dänemark (2018/Kopenhagen und Herning) stattfinden.

 (Si)


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