Zug schafft die späte Wende und steht im Achtelfinal der Champions Hockey League

EISHOCKEY ⋅ Der EVZ ist in der Champions Hockey League in den Achtelfinals. Die Zuger gewinnen das Spiel gegen Wien mit drei Toren im letzten Drittel. Garrett Roe und Dominic Lammer scheiden angeschlagen früher aus.
Aktualisiert: 
10.10.2017, 23:00
10. Oktober 2017, 20:15

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch


«Wir müssen aggressiver spielen und mehr Schlittschuh laufen», hat der EVZ-Headcoach Harold Kreis den Seinen gestern vor dem Spiel die Devise ausgegeben. Am Dienstag vor einer Woche haben beim Zuger Auftritt in Wien gegen die Capitals genau diese für erfolgreiches Eishockey wichtigsten Komponenten komplett gefehlt.

In dieser Beziehung sind die Zentralschweizer gestern Abend in sich gegangen. Sie haben gegen die Vienna Capitals den Kampf angenommen. Aber wie schon in der Meisterschaft am Samstag gegen Genf-Servette scheint den Gastgebern die offensive Cleverness abzugehen. Der EVZ sieht sich beinahe in der Pflicht, den Wien-Torwart Pekka Tuokkola (33) einzuschiessen. Den Finnen, in dieser Saison noch ohne Ernstkampf, hat der österreichische Meister erst am Wochenende verpflichtet. Der Nordländer lässt viele Scheiben nach vorne abprallen, aber kein Zuger ist jeweils zur Stelle. 

Das lange Warten auf das erlösende Tor

Es kommt noch schlimmer: In der 28. Minute schlüpft Rafael Rotter zwischen den Zuger Verteidigern Livio Stadler und Tobias Fohrler durch und hat Zeit für einen präzisen Schuss. Die Wiener führen. Zudem müssen die Zuger ab der 35. Minute noch ohne ihren Center Garrett Roe auskommen. Immerhin lassen sich die Zuger dadurch nicht aus dem Konzept bringen und machen weiter Druck, wenn nur das Toreschiessen nicht so schwer wäre. In der 50. Minute ist der Vienna-Keeper Toukkola zum ersten Mal geschlagen. Nolan Diem lenkt einen Schuss von Dominik Schlumpf zum 1:1 ab. Ab diesem Augenblick verlieren die nordamerikanisch geprägten Wiener ihre Nerven. Eines der Opfer ist Dominik Lammer. Er wird von Philippe Lakos unfair angegangen. Auch für ihn ist die Partie vorbei.

Doch den Zugern eröffnet dies die Möglichkeit, in doppelter Überzahl zu spielen. Lino Martschini findet die Lücke (55. Minute). Zug führt 2:1. Die Capitals gehen auf volles Risiko und nehmen ihren Torhüter heraus. Mit einem Empty-Netter macht dann Carl Klingberg alles klar (59. Minute). Der EVZ ist eine Runde weiter. EVZ-Headcoach Harold Kreis sagt: «Die Arbeit ist gemacht.» 
 

Champions League

6. Runde. Gruppe C: Zug – Vienna Capitals 3:1. Neman Grodno 3:0 – JYP Jväskylä 3:0. – Schlussrangliste (je 6 Spiele): 1. Zug 11*. 2. JYP Jyväskylä 11*. 3. Neman Grodno 8. 4. Vienna Capitals 6.

Zug – Vienna Capitals 3:1 (0:0, 0:1, 3:0)
4925 Zuschauer. – SR Persson (SWE)/Mollard, Bürgi/Obwegeser. 
Tore: 27. Rotter (Holzapfel) 0:1. 50. Diem (Schlumpf) 1:1. 56. Martschini (McIntyre/Ausschlüsse Lakos, Peter) 2:1. 59. Klingberg 3:1 (ins leere Tor). – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Zug, 9-mal 2 Minuten gegen die Vienna Capitals.

Gruppe F: Bern – Mountfield Hradec Kralove 5:2. TPS Turku – Nottingham Panthers 5:2. – Schlussrangliste (je 6 Spiele): 1. Nottingham Panthers 11*. 2. Bern 9*. 3. TPS Turku 9. 4. Hradec Kralove 7. – * = in den Achtelfinals.

Modus: Zwei Teams pro Gruppe schaffen es in die Achtelfinals (31. Oktober bis 7. November).
Video: EV Zug - Vienna Capitals: die Höhepunkte

Der EV Zug schlägt die Vienna Capitals mit 3:1 und zieht in die Achtelfinals der Champions Hockey League ein. (Youtube / Champions Hockey League, 10.10.2017)




Leserkommentare

Anzeige: