Aussenseiter düpiert Leader bei Premiere

EISHOCKEY ⋅ Die NLB EVZ Academy feierte den ersten Auftritt in der Bossard-Arena mit einem Erfolg. Dem Leader Olten knöpfte der Underdog, der sich erst im Penaltyschiessen geschlagen geben musste, einen Punkt ab. Mager war der Zuschaueraufmarsch.
26. September 2016, 05:09

«Für mich war es natürlich ein spezielles Spiel heute. Die Rückkehr an meine alte Wirkungsstätte ist schon etwas Schönes. Das war emotionaler an sonst. Ein Spiel, welches mir sicher in Erinnerungen bleiben wird», weiss Oltens Stürmer Ueli Huber. Verständlich ist seine Aussage. Der 21-Jährige spielte einst bei den Elitejunioren des EV Zug. Es war aber auch für das Gros der Zuger Akteure des Trainerduos Björn Kinding und Marcel Jenni etwas nichts Alltägliches, gegen Olten in der Bossard-Arena zu spielen, der Wirkungsstätte der EVZ-Profis. Zugs Stürmer Niklas Maurenbrecher (21): «Olten hat in der Schweiz einen grossen Namen aus vergangenen Zeiten. Zudem ist die Mannschaft als Leader nach Zug gereist. Wenn man gegen solche Teams spielen kann, ist das natürlich unbeschreiblich. Das bleibt natürlich gerade für mich in positiver Erinnerung, weil es auch meine erste Spielzeit auf NLB-Niveau ist», so Maurenbrecher weiter, der in der 1. Liga bei Seewen spielte.

Hoffen auf eine Überraschung

Gespannt auf den Auftritt der Oltner, die zwischen 1984 und 1993 dreimal den Aufstieg in die NLA schafften, war auch der 16-jährige Hünenberger Yves Bischofberger, der als Funktionär im Einsatz stand: «Ich bin heute erstmals an einer Partie der Academy, da ich sonst bei den NLA-Spielen arbeite. Ich bin gespannt, wie sich unser Zuger Team gegen den auf dem Papier scheinbar übermächtigen Gegner schlagen wird. Es wird sicher schwer werden, gegen die Solothurner zu punkten. Ich denke, die Gäste werden 2:0 gewinnen. Ich hoffe natürlich auf eine Überraschung unser Academy, das ist klar.»

Für ein Eishockeyfest in der Bossard-Arena war eigentlich alles vorbereitet. Eigentlich, denn nur etwas mehr als 400 Fans verfolgten dieses Duell mit – enttäuschend. Der Gästesektor der Oltner Anhängerschaft zählte spärliche 70 Personen. Unter den 415 Hockeyfans keimte auch keine Hockeystimmung auf. Lediglich eine kleinere EVZ-Gruppierung von acht Personen machte zwischendurch auf sich aufmerksam mit «Hopp EVZ»-Rufen. Grund für das magere Aufkommen war der Boykott der Oltner Anhänger. Die Fangruppe «Olten 1934» hatten in den Socialmedien dazu aufgerufen, die Partie zu boykottieren. Man wolle damit ein Zeichen gegen die Tendenz der NLB hin zu einer Ausbildungsliga setzen. Der Aufruf verfehlte seine Wirkung nicht.

Der EVZ legte sich mächtig ins Zeug bei den Vorbereitungen für dieses Spiel. Mindestens 40 Funktionäre standen im Einsatz, wie der Sicherheitsverantwortliche François Stocker (50) bestätigte. Dazu waren auch einige Personen des Sicherheitsdienstes aufgeboten worden, und mehrere Verpflegungsstände wurden geöffnet: «Es braucht in der NLB eine professionelle Vorbereitung, der Aufwand ist enorm. Unterschiede zur NLA gibt es da eigentlich nicht. Egal, ob NLA oder NLB, unser Pflichten- und Aufgabenheft bleiben gleich. Die Sicherheit steht immer im Vordergrund, da ist die Ligazugehörigkeit oder welcher Gegner anreist sekundär», so Stocker.

Michael Wysssport@zugerzeitung.ch


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