Bestnote für Tobias Stephan

EISHOCKEY ⋅ Eine gute Qualifikation, ein überraschendes Vorstossen in den Playoff-Final: Der EV Zug hat sich zu einer Schweizer Spitzenkraft entwickelt.
20. April 2017, 05:00

René Barmettler

rene.barmettler@luzernerzeitung.ch

Die österreichische Klamauk-Band «Erste Allgemeine Verunsicherung» hat ein Lied im Repertoire mit dem Refrain: «Wie eine Fata Morgana – so nah und doch so fern». So mussten sich nach Saisonende die Protagonisten in und um den EV Zug gefühlt haben. Nach dem 2:2-Ausgleich im Playoff-Final gegen Bern wähnte man sich dem Titel nahe. Doch es war schliesslich ein Griff ins Leere. Aber die Reaktion der grossartigen Fans hat gezeigt: Mit der gebotenen Leistung der Zentralschweizer ist man mehr als nur zufrieden.

Erstaunliches haben die Zuger geleistet, ist doch das Talent der Mannschaft im Vergleich zu Bern oder den ZSC Lions ziemlich überschaubar. Wettgemacht wurde dies durch grosse Solidarität im Team. Trotzdem wäre dieser Erfolg ohne den besten Goalie aller Zeiten beim EV Zug nicht möglich gewesen. Tobias Stephan, während der Qualifikation bereits eine sichere Bank, wuchs im Playoff-Viertel- und -Halbfinal über sich hinaus. Der Fels in der Brandung verdient sich deshalb die Note 6. Die wenigen Patzer im Final gegen Bern seien ihm verziehen.

Donnerstagabend ist Saisonabschlussfest

Knapp an der 6 vorbeigerauscht ist Lino Martschini. Dem Topstürmer ging in den Playoffs die Treffsicherheit abhanden – nicht zum ersten Mal. Trotzdem verrichtete er wertvolle Dienste und glänzte auch als Vorbereiter. Rafael Diaz, der Grossverdiener im Team, hat bei seiner Rückkehr die Erwartungen als Spiel- und Spektakelmacher erfüllt. Eine Note Abzug gibt es für ihn dennoch: Er spielte oft mit dem Feuer, die Fehlerquote ist für einen NHL-Rückkehrer noch zu hoch.

Die Ausländer überzeugten bis auf Jarkko Immonen ebenfalls. Vor allem David McIntyre liess im Playoff-Viertel- und -Halbfinal ein grosses Feuerwerk abbrennen. Hinter den Bernern Arcobello und Ebbett (je 20 Playoff-Skorerpunkte) holte er sich mit 11 Toren und 8 Assists den dritten Platz. Mit Immonen verliert Zug einen Bullyspezialisten (59,19 Prozent gewonnen), aber der 35-Jährige war schlicht zu langsam unterwegs.

Heute Abend findet ab 18 Uhr vor der Zuger Bossard-Arena das Saisonabschlussfest des EVZ statt. Beim Festbetrieb mit Live-Band, Essens- und Getränkeständen ist der Eintritt frei. Zudem werden die Spieler, die nächste Saison nicht mehr für Zug spielen, offiziell verabschiedet.

Eine gute Qualifikation, ein überraschendes Vorstossen in den Playoff-Final: Der EV Zug hat sich zu einer Schweizer Spitzenkraft entwickelt.


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