«Das Comeback des Jahres»

CHAMPIONS LEAGUE ⋅ Der EV Zug ist nach dem 0:4 in Berlin in der Meisterschaft an die Spitze gestürmt, die Eisbären verloren zweimal. Liegt im Rückspiel der Champions League doch noch etwas drin?

11. Oktober 2016, 05:00

Eine ziemliche Hypothek ist, was sich die Zuger am letzten Dienstag im Hinspiel der Sechzehntelfinals in der Champions League aufgeladen haben. Ein 0:4 gegen die Eisbären Berlin war die Quittung für einen uninspirierten Auftritt der Zuger. Das gilt es heute Abend im Rückspiel (19.45, Bossard-Arena) erst mal aufzuholen, um überhaupt eine Chance auf ein Weiterkommen zu erhalten. In den Achtelfinals hiesse der Gegner Frölunda Göteborg, der Titelverteidiger, oder Junost Minsk.

Im Lager der Zuger will man nichts von einer sportlich aussichtslosen Ausgangslage wissen. Auch nichts davon, dass es für den weiteren Verlauf der Qualifikation vielleicht nicht das Ungeschickteste wäre, wenn der Energiehaushalt der Leistungsträger durch die Champions League nicht weiter belastet werden würde. Und der Fakt, dass Zug in den bisherigen zwölf Saisonspielen noch nie mehr als vier Tore erzielt hat, lässt auch keine Zweifel am Unterfangen aufkommen. «Ich verschwende keinen Gedanken ans Ausscheiden», gibt sich EVZ-Coach Harold Kreis kämpferisch.

Kreis: «Wir sind nicht die Harlem Globetrotters»

Vielleicht hat sich das Kräfteverhältnis ja tatsächlich etwas zu Gunsten des EVZ verschoben. Derweil sich die Zuger am Wochenende mit Siegen über Kloten (4:1) und Genève-Servette (2:1) an die Spitze der NLA-Tabelle gehievt und Selbstvertrauen getankt haben, scheinen die Eisbären Berlin aus dem Tritt geraten zu sein. Sie haben ihre Heimspiele in der DEL gegen die Kölner Haie 0:3 und gegen Krefeld 1:3 verloren und sind in der Tabelle von Platz 2 auf 8 abgestürzt.

Wie sieht also der Spielplan gegen die Deutschen aus? «Ganz einfach: Es muss das Comeback des Jahres in der Champions League sein», sagt Kreis mit einer Prise Humor.

Ein positiver Start mit einem schnellen Torerfolg würde der Zuger Aufholjagd bestimmt nicht schaden, auch wenn Kreis bemerkt: «Wir sind nicht die Harlem Globetrotters, wir sind eine hart arbeitende Mannschaft.» Er will damit in Erinnerung rufen, dass Zug nicht darauf aus ist, ein Spektakel aufzuführen. «Aber wenn jeder Einzelne seine Aufgabe über 60 Spielminuten erfüllt, dann haben wir eine Chance», ist er sich sicher und hält fest: «Wir müssen so spielen wie am letzten Wochenende. Mit Intensität, Schnelligkeit, Druck aufs gegnerische Tor und Disziplin.»

Zug wird gegen die Eisbären Berlin in Bestbesetzung antreten können, weil Verteidiger Johann Morant, der am Samstag in Genf krankheitshalber gefehlt hat, wieder einsatzbereit ist.

Sechzehntelfinals. Rückspiele. Heute, 18.00: Pilsen/CZE - Lugano (Hinspiel 1:4).

19.45: Zug - Eisbären Berlin (0:4).Bern - Salzburg (4:1). Fribourg-Gottéron - Kosice/SVK (1:1). ZSC Lions - Wolfsburg (4:1).

20.00: Linköping/SWE - Davos (7:4).

Andreas Ineichenandreas.ineichen@luzernerzeitung.ch


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