Das Team ist der Star

EISHOCKEY ⋅ Trotz zähem Start gewinnt der EV Zug gegen Davos deutlich mit 5:2 und liegt neu auf Platz 2. Matchwinner war zwar Jarkko Immonen mit zwei Toren, aber der EVZ brilliert als Kollektiv.

30. November 2016, 06:30

Jonas von Flüe

jonas.vonfluee@luzernerzeitung.ch

Kurz vor Schluss hämmerte Jarkko Immonen den Puck an die Latte. Das Tor wäre aus Zuger Sicht der perfekte Schlusspunkt eines Hockeyfestes gewesen: 5:2 gewann der EVZ in der mit 7015 Zuschauern ausverkauften Bossard-Arena. Das Spiel war kein Spektakel, bot aber dennoch beste Unterhaltung – zumindest im letzten Drittel.

Immonen steuerte zwei Tore zum Sieg bei. Logischerweise wurde er zum besten Spieler gewählt. Doch diese Auszeichnung hätten auch andere Zuger verdient: Da wäre etwa Emanuel Peter, der Zug Ende Saison Richtung Langnau verlassen wird. Der Stürmer der vierten Linie war in der 35. Minute für das wichtige 1:1 verantwortlich. Es war kein schönes Tor, aber irgendwie überlistete er HCD-Goalie Gilles Senn. «Ich weiss auch nicht, wie der reinging», erklärte Peter.

Stephan bereitet drittes Tor vor

Oder da wäre Tobias Stephan. Der Goalie war nicht nur ein sicherer Rückhalt, er bewies in der 50. Minute auch viel Übersicht, lancierte Sandro Zangger, dessen Pass Sven Senteler zum vorentscheidenden 3:1 verwertete. «Tobi spielt gut mit. Er war sozusagen defensiv und offensiv stark», freute sich EVZ-Trainer Harold Kreis.

Davos erwies sich zunächst als der erwartet zähe Gegner. Drei unglückliche Aktionen innerhalb von rund zwei Minuten brachten den EVZ im ersten Drittel ins Hintertreffen: Zunächst traf Carl Klingberg aus aussichtsreicher Position nur den Pfosten, 20 Sekunden später musste der Schwede wegen Behinderung auf die Strafbank. Doch weil EVZ-Verteidiger Dominik Schlumpf einen Querpass von Dino Wieser ins eigene Tor ablenkte, war Klingbergs Strafe vorzeitig zu Ende. Der HCD führte 1:0 und überstand auch 93 Sekunden doppelte Unterzahl schadlos.

Auf ein torreiches Spiel deutete zu diesem Zeitpunkt nichts hin. Die Mannschaften neutralisierten sich, Chancen waren Mangelware. Die besten vergaben Reto Suri, Josh Holden und Carl Klingberg. Doch nach Peters Ausgleich kam der EVZ besser in Fahrt. Er ging vermehrt in die Zweikämpfe und zog im letzten Drittel auf 5:1 davon. «Es zeichnet diese Mannschaft aus, dass sie sich zurückkämpft. Das ist eine unserer ganz grossen Stärken», lobte Kreis.

Das starke Kollektiv ist Zugs Erfolgsrezept

Weil Bern in Kloten verloren hat, steht der EVZ wieder auf Platz 2, nur zwei Zähler hinter den ZSC Lions. Das verdankt er keinem Ausnahmekönner, sondern dem starken Kollektiv. Gestern war jede Sturmreihe an mindestens einem Treffer beteiligt, die jungen Verteidiger Tobias Fohrler und Tobias Geisser lieferten solide Leistungen ab. «Alle Linien können Tore schiessen, alle können Druck erzeugen. Das macht uns in dieser Saison aus», erklärte Reto Suri, der nach überstandener Ellbogen-Verletzung ein ansprechendes Comeback gab.

Trainer Harold Kreis drückte sich so aus: «In dieser Saison ist die Mannschaft unser Star.»

Zug - Davos 5:2 (0:1, 2:0, 3:1)

7015 Zuschauer (ausverkauft). - SR Eichmann/Wehrli, Bürgi/Stuber. - Tore: 16. Dino Wieser (Lindgren/Ausschluss Klingberg) 0:1. 35. Peter (Schnyder) 1:1 (Strafe angezeigt). 40. (39:53) Immonen (Martschini) 2:1. 50. Senteler (Zangger, Stephan) 3:1. 53. (52:23) Immonen (Klingberg, Diaz) 4:1. 54. (53:04) Martschini (Suri, Holden) 5:1. 58. Kessler 5:2. - Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Zug, 7mal 2 Minuten gegen Davos. - PostFinance-Topskorer: Martschini; Lindgren.

Zug: Stephan; Helbling, Grossmann; Schlumpf, Erni; Diaz, Geisser; Fohrler, Lüthi; Klingberg, Immonen, Senteler; Martschini, Holden, Suri; Zangger, McIntyre, Lammer; Peter, Diem, Schnyder.

Davos: Senn; Schneeberger, Forster; Du Bois, Kindschi; Heldner, Paschoud; Jung, Rahimi; Sciaroni, Kousal, Ruutu; Marc Wieser, Lindgren, Ambühl; Simion, Corvi, Dino Wieser; Kessler, Walser, Egli.

Bemerkungen: Zug ohne Alatalo (verletzt) und Morant (gesperrt), Davos ohne Axelsson, Jörg und Aeschlimann (alle verletzt). Pfostenschüsse Klingberg (14.) und Immonen (56.). Timeout Davos (50.).

  • KEYSTONE
  • KEYSTONE
  • KEYSTONE

Zwei Drittel lang hielt Davos in Zug mit. Dann aber schalteten die Zentralschweizer einen Gang höher. Am Ende gewann der EVZ 5:2. Jarkko Immonen hiess der Matchwinner.


Login


 

Leserkommentare

Anzeige: