Der EVZ auf der Achterbahn

EISHOCKEY ⋅ Beim EV Zug gibt es derzeit ein munteres Auf und Ab. Nach dem 0:4 in Berlin dürfen die Fans heute im Heimspiel gegen die Kloten Flyers mit einem erfreulichen Auftritt rechnen.

07. Oktober 2016, 07:18

Ein dichtes Programm kann ja auch seine guten Seiten haben. Den Zugern bietet es die Chance, den schlechten Eindruck in Berlin aus den Kleidern zu schütteln. Trainer Harold Kreis hat die Mängel im Spiel gegen die Eisbären vom Dienstagabend mit seiner Mannschaft gestern thematisiert, er redete über die Strafenflut, über das zimperliche Zweikampfverhalten, das schlechte Positionsspiel in der Abwehr und das nicht ausreichende Engagement bei gleichem Spielerbestand. «Aber jetzt müssen wir Berlin abhaken, darum kümmern wir uns ab nächster Woche», sagt Kreis.

Schliesslich geht es darum, eine passende Reaktion zu zeigen auf den jüngsten und missglückten Auftritt. Das ist den Zugern in dieser Saison bis jetzt stets gelungen, noch nie haben sie zweimal hintereinander verloren. Und zu Hause ist ihre Bilanz ohne jeglichen Makel: 5 Spiele, 15 Punkte. Daran soll sich heute Abend gegen Kloten (19.45, Bossard-Arena) nichts ändern.

Kläy nennt zwei Schwachpunkte

«Wir befinden uns auf einer Achterbahn», sagt Timo Helbling und ortet den Grund dafür in «einer Zufriedenheit nach dem guten Saisonstart. Bei uns herrschen nun Schwankungen im emotionalen Bereich.»

Aber Anlass zur Sorge sieht der routinierte EVZ-Verteidiger nicht. «Wir haben Qualität im Team, das haben wir bewiesen. Jetzt geht es darum, Konstanz hineinzubringen.» Um das Bewusstsein dafür zu schärfen, sollen schon deutliche Worte gefallen sein. «Nach dem Match gegen Bern haben wir das intern angesprochen», erzählt Helbling. Was genau thematisiert wurde, gehe ausserhalb der Garderobe niemanden etwas an, hält er fest. Die Reaktion der Mannschaft auf das 4:7 gegen den Meister war positiv. «Fribourg sah im ersten Drittel keine Scheibe, wir hätten deutlicher als 4:2 siegen müssen.» Eine starke Reaktion ist auch heute der Massstab für die Zuger. «Mich packt die Angst erst, wenn wir keine Reaktion mehr zeigen könnten auf solche Leistungen wie in Berlin.»

In Alarmstimmung befindet sich auch Zugs Sportchef Reto Kläy nicht. Er ist mit der bisherigen Punkteausbeute (19 in 10 NLA-Spielen) zufrieden, sich aber auch bewusst, «wie eng es ist zum Neunten in der Tabelle». Darum überlegt er sich, wo es noch Justierungen braucht. Zwei Schwachpunkte hat Kläy ausgemacht: «Das Powerplay ist nicht befriedigend. Und wir schiessen zu wenig Tore.»

Das könnte man auf Spieler wie den Schweden Carl Klingberg herunterbrechen. Doch Kläy gibt sich nicht her für Einzelkritik in der Öffentlichkeit. Aber er schaut sich genau an, wer zum Saisonstart keinen Unterschlupf in einem NHL-Team findet.

Andreas Ineichenandreas.ineichen@luzernerzeitung.ch


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