Dieses Duo bringt die Hoffnung zurück

EISHOCKEY ⋅ Von Sorgenkindern zu Helden: Mit ihren Toren haben Lino Martschini und Reto Suri dem EV Zug am Dienstag neues Leben eingehaucht. Die beiden Stürmer wollen den Schwung ins heutige Heimspiel (20.15, SRF zwei) mitnehmen.
13. April 2017, 06:58

Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

Genau 9 Minuten und 6 Sekunden brauchten Lino Martschini (24) und Reto Suri (28) am Dienstag, um mit ihren Toren das Spiel in Bern zu drehen und von den Sorgenkindern zu den gefeierten Helden zu werden. Ausgerechnet Mar­tschini und Suri bringen den EV Zug zurück ins Titelrennen. Für die beiden Flügelstürmer aus der Paradelinie um Center Josh Holden war es zuletzt ja nicht wirklich gut gelaufen. Martschini hatte 15 Spiele nicht mehr getroffen, und es brauchte einen Fehler von SCB-Torhüter Leonardo Genoni, dass der Zuger Topskorer sein erstes Playoff-Tor erzielen konnte. «Ich konnte der Mannschaft helfen mit dem, was ich am liebsten mache. Alle wissen, dass ich gerne Tore schiesse», sagt er.

Schüsse aus allen Positionen

Martschini räumt ein, dass ihn seine Ladehemmung speziell in der engen Halbfinal-Serie gegen Davos gefuchst habe. Auch der Rummel um seine Person kann der schussstarke Vollstrecker, der in der Qualifikation 23 Tore erzielt hat, nachvollziehen. «Das gehört dazu. Es sorgt für Aufmerksamkeit, wenn man länger nicht trifft.» Martschini bemühte sich weiter. Er suchte aus allen Positionen den Abschluss, blieb aber glücklos. Bis am Dienstag, bis zum wichtigen 1:1 in der 56. Minute. «Das gibt natürlich zusätzliche Energie», sagt Martschini. «Ich versuche, diesen Schwung mitzunehmen.»

Suri hat höhere Ansprüche an sich selber

Das wird auch Reto Suri probieren. Dank seines Tores in der Verlängerung konnte der EVZ in der Finalserie auf 1:2 verkürzen und hat im heutigen Heimspiel (20.15/SRF zwei) die Möglichkeit zum Ausgleich. Suri hat in der laufenden Saison erst sechsmal getroffen. Für einen Stürmer mit seiner Reputation ist das zu wenig. Zum Vergleich: In der vergangenen Saison war er 19 Mal erfolgreich. «Ich bin mir bewusst, dass ich nicht meine beste Saison spiele», sagt Suri selbstkritisch. Gerade im Spiel 5 gegen 5 stellt er höhere Ansprüche an sich selber. «Ich erwarte mehr von mir.»

Seine geringe Torproduktion lässt sich teilweise auch mit der defensiveren Rolle erklären. Suri steht oft auf dem Eis, wenn Zug in Unterzahl agieren muss. Diese Einsätze sind aber nicht dafür gemacht, die eigene Skorerbilanz auf­zupolieren. Reto Suri sagt jedoch: «Ich mache das gerne und stelle mich hundertprozentig in den Dienst der Mannschaft.»

Im Gegenzug freuen sich die Teamkollegen über die Tore der beiden Stürmer. «Sie unterstützen uns und gönnen es uns», sagt Martschini. Die Tore sind auch ein Signal an die Mannschaft, dass mit Suri und Martschini zu rechnen ist. Oder wie es ein Journalist am Dienstag nach dem Zuger Sieg ausdrückte: «Wenn auch Martschini und Suri wieder treffen, kann für den EVZ eigentlich nichts schiefgehen.» Suri sagt: «Wenn das der Effekt ist, umso besser.»

Hinweis

Auch das heutige 4. Finalspiel um die Schweizer Meisterschaft wird vor der Bossard-Arena auf Grossleinwand gezeigt. Das Public Viewing mit musikalischer Unterhaltung, Essens- und Getränkeständen startet um 17 Uhr und dauert bis 23.30 Uhr. Es wird auch bei schlechtem Wetter durchgeführt. Der Eintritt ist frei.


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