Hat Zug ein Goalieproblem?

EISHOCKEY ⋅ Beim EV Zug stimmt es in Lugano hinten und vorne nicht: Darum verliert er ein unterhaltsames Spiel 3:4 nach Verlängerung, in dem die Gäste wegen des grossen Aufwandes drei Punkte hätten holen müssen.

15. Oktober 2016, 05:00

Was ist nur los mit EVZ-Goalie Tobias Stephan? Als hätte es eines weiteren Nachweises bedurft, dass Zugs frühere Lebensversicherung nur noch ein Schatten seiner selbst ist, so stand Stephan in Lugano am Ursprung der fünften Saisonniederlage des NLA-Leaders. Eine solide Goalie-Leistung hätte Zug zu drei Punkten gereicht.

Nachdem Luganos Keeper Elvis Merzlikins das Zuger Startfurioso mit einem Fehlgriff auf einen Schuss von Santeri Alatalo «veredelte» (0:1 nach 78 Sekunden), verschaffte Tobias Stephan den Luganesi Zugriff aufs Spiel. Das 1:1 nur 125 Sekunden später muss er auf seine Kappe nehmen. Der bereits gestürzte Giovanni Morini fand sein Glück mit einem Flachschuss, den Stephan hätte halten müssen. Weil ein auf dem Eis liegender Spieler nicht mehr hoch schiessen kann.

Auch beim zweiten Gegentreffer sah Stephan schlecht aus. Der platzierte Schuss von Tony Martensson wurde zwar leicht abgefälscht, aber aus dieser Distanz darf man sich nicht erwischen lassen. «Wir haben die ersten beiden Gegentore leicht abgegeben», befand Zug-Trainer Harold Kreis. Doch seinen Goalie nahm er in Schutz: «Die Tore entstanden unglücklich – auf ein Gestocher hin oder durch abgefälschte Schüsse.»

Doch die Statistik lügt nicht: Am Ende hielt Stephan 21 von 25 Schüssen, was eine Fangquote von schwachen 84 Prozent ergibt. Merzlikins hielt 44 von 47 Schüssen (93,62 %).

Nach den ungenügenden Playoffs im letzten Frühjahr und dem schlechten Start von Stephan in die neue Saison stellt sich eine bange Frage: Hat Zug ein Goalieproblem?

Zug fehlt ein Goalgetter

Die Feldspieler liefen den Fehlern ihres Goalies hinterher, und Josh Holden lieferte mit seinem Spaziergang in Luganos Zone vor dem 2:2 den Beweis dafür, dass beim Gegner vieles nicht zusammenpasst. «Ja, Lugano wäre definitiv zu schlagen gewesen», gestand Robin Grossmann. Mit seinem ersten Saisontor 65 Sekunden vor Schluss, als Zug einen sechsten Feldspieler für den Goalie brachte, rettete er dem EVZ wenigstens einen Punkt.

Es war das zweite Verteidiger-Tor. Zug hatte zu viele Chancen ausgelassen – es fehlt ein kaltblütiger Vollstrecker.

Hinweis

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Seite 31.

Andreas Ineichen/ Luganoandreas.ineichen@luzernerzeitung.ch


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