Fabio Kläy hat im Ausland das Rüstzeug geholt

EISHOCKEY ⋅ Fabio Kläy ist Stürmer in der NLB-Equipe der EVZ Academy. Der 22-Jährige findet seinen härtesten Kritiker im selben Verein.

29. November 2016, 08:48

Michael Wyss

sport@zugerzeitung.ch

Fabio Kläy klingt mit seinen 22 Jahren schon wie ein Routinier, wenn er sagt: «Druck hat man immer, egal was man macht. Man will ja immer Erfolg und im Leben auch weiterkommen. Entscheidend ist, dass man weiss, wie damit umzugehen.» Der Stürmer der EVZ Academy, der in Langnau aufwuchs und dort bis zu seinem 15. Lebensjahr die Nachwuchsstufen durchlief, sammelte Erfahrungswerte im Ausland. Nach seiner Zeit in Langnau besuchte er während vier Jahren in Österreich eine Hockey-Academy und wechselte anschliessend ebenfalls für drei Saisons nach Übersee. In Amerika spielte er in einer Juniorenliga und zuletzt im Collegeteam der Castleton-Universität (Division III). «Diese Zeit im Ausland war eine Lebensschule für mich», sagt Kläy, «dort lernte ich auch die Härte kennen und dass dir auf dem Weg an die Spitze nichts geschenkt wird.»

Kläy, der in Cham in einem Studio mit Academy-Keeper Sandro Aeschlimann (22) lebt, hat beim EVZ einen Zweijahresvertrag unterschrieben. «Ich will natürlich in die NLA und dort einen Profivertrag erhalten. Nach meiner Rückkehr in die Schweiz hat sich mit dieser neu formierten Mannschaft eine neue Chance in der NLB ergeben – die will ich nun packen.» Zudem spielt einer seiner besten Kollegen, Fabian Haberstich (19), ebenfalls im Team der Academy. «Wir kennen uns aus der Schulzeit, weil wir beide aus Langnau kommen und die Freude zum Eishockey beim gleichen Klub entdeckten. Es ist schön, dass wir nun gemeinsam in dieser Mannschaft spielen. Wir haben es gut miteinander», sagt Kläy.

Sein grösster Kritiker ist übrigens sein Bruder – der EVZ-Sportchef Reto Kläy. «Reto kritisiert mich und ist sicher mein strengster Beobachter. Er motiviert mich aber auch und gibt mir Ratschläge. Ich kann von seiner grossen Erfahrung nur profitieren», schätzt Fabio den Austausch. «Reto ist auch schuld, natürlich im positiven Sinne gemeint, dass ich Eishockey spiele. Er hat mich früher immer mit auf die Eisbahn mitgenommen und bei mir das Eishockeyvirus übertragen.» Mit vier Jahren besuchte Fabio Kläy die Hockeyschule in Langnau, später folgte der Übertritt zu den Bambini. Wie beschreibt Reto Kläy seinen Bruder? «Fabio ist enorm zielstrebig, fleissig und diszipliniert. Ich bin überzeugt, dass er seine Ziele erreichen kann. Seine Entwicklung stimmt mich positiv.»

Auf der Tribüne fiebern und leiden die Eltern jeweils bei den NLB-Heimspielen mit. «Sie besuchen praktisch jedes Heimspiel von mir und sind meine grössten Fans», sagt Fabio Klay lachend. Dem Familienclan gehören auch die beiden Schwestern Bettina (34) und Claudia (29) an. «Da sie beide Kinder haben, verfolgen sie das Geschehen von der Ferne und sind nicht oder dann nur ganz selten in den Stadien. Doch wir reden natürlich immer wieder übers Eishockey, wenn sich die Familie trifft», erklärt Fabio Kläy.

Er bildet sich neben dem Eis weiter und absolviert zu diesem Zweck ein Fernstudium in Betriebsökonomie. Konkrete Vorstellungen über seine berufliche Ausrichtung nach der Profikarriere hat er zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

Academy spielt heute in Sursee

Die EVZ Academy durchlebt in der NLB das mittlerweile gewohnte Wechselbad der Gefühle. Zuletzt musste das Team von Trainer Björn Kinding und Assistent Marcel Jenni nach dem Triumph über Rapperswil-Jona (4:2-Sieg), wieder zwei Mal als Verlierer vom Eis. Gegen Thurgau (1:4) und Visp (1:6) gab es Rückschläge im Kampf um die Playoffs. Fabio Kläy relativiert: «Wir sammeln viel Erfahrungen und lernen in jeder Partie. Es ist ein Prozess, den wir durchlaufen. Doch wir sind auf Kurs, was die Playoffs betrifft.»

Nach dem 23. Spieltag steht die Academy auf dem 7. Rang mit 31 Punkten. Nach Verlustpunkten ist die Equipe allerdings unter dem Trennstrich der Tabelle klassiert. Heute Abend kann der EVZ gegen Langenthal sein Punktekonto erhöhen (19.45, Eishalle Sursee). Gegen die zweitplatzierten Berner sind die Zuger Aussenseiter, aber nicht chancenlos. Sie haben schon andere Spitzenteams überrascht.


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