«Schnitz» verkörpert Zuger Siegeswillen

EISHOCKEY ⋅ Der Luzerner Fabian Schnyder (31) war der Matchwinner beim 3:2-Heimsieg über den SC Bern. Der Musterprofi ist im EV Zug ein Vorbild für bedingungslosen Einsatz und mannschaftliche Geschlossenheit.
15. April 2017, 05:00

Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

Die Willensstärke und die Entschlossenheit waren entscheidende Faktoren für den Zuger 3:2-Heimsieg über Bern. Und kaum einer im EV Zug verkörpert diese Tugenden so sehr wie Doppeltorschütze Fabian Schnyder (31). Als er mit einem unvergleichlichen Energieschub den Siegtreffer in der Verlängerung erzielte, liess sich sogar sein sonst so kontrollierter Trainer Harold Kreis zu einem kurzen Jubel hinreissen. «Die Mannschaft hat zusammengehalten, wir haben so viel Charakter», sagte Schnyder hinterher. «Wir wollen gewinnen, wir wollen weiterhin Gas geben in dieser unglaublich schönen Zeit.»

Der Luzerner, der auf den Rufnamen Schnitz hört, ist eine Identifikationsfigur im EV Zug. Er spielt seine 14. NLA-Saison im Klub. Und abgesehen von 16 Spielen für Langenthal ist er Zug immer treu geblieben. Der Flügelstürmer mag nicht der begnadetste Techniker sein, aber er ist ein leidenschaftlicher Kämpfer, ein mustergültiger Profi, der nie eine Scheibe verlorengibt. Verteidiger Timo Helbling sagt: «Unsere grosse Stärke ist das Kollektiv.» Und Schnyder lebe dafür. «Er ist ein Paradebeispiel.»

Lob für die vierte Zuger Angriffslinie

Bis 2016 amtete Schnyder als EVZ-Captain. Auf diese Saison hin wurde er vom Kanadier Josh Holden abgelöst. Trainer Kreis wollte dadurch die «Führungschemie» innerhalb der Mannschaft verändern, wie er sagt. Holden sollte mehr Verantwortung übernehmen. Kreis betont, dass sich Schnyders Stellung im Team dadurch nicht verändert habe. «Schnitz setzt sich immer bedingungslos für die Mannschaft ein. Als Captain fühlte er sich auch neben dem Eis für alles verantwortlich.» Vielleicht, mutmasst Kreis, könne er ohne diese Aufgabe nun befreiter aufspielen.

Wenn man so will, steht Schnyder für den Siegeshunger, die mannschaftliche Geschlossenheit und die Balance im EV Zug. Die Zuger sind breit abgestützt, jede Formation kann Tore schiessen. Kreis lobt denn auch die vierte Zuger Angriffslinie mit Schnyder, Center Nolan Diem und Emanuel Peter. «Sie spielt eine ganz wichtige Rolle für uns.» Die Linie erhalte öffentlich zwar nicht die grosse Aufmerksamkeit. «Aber diese Jungs haben immer für uns gekämpft, sie machen moralisch einen unglaublich guten Job.»

Die Zuger hinterlassen in dieser Final­serie auch kräftemässig einen guten Eindruck. Die zwei Siege in Folge gegen den SCB bewerkstelligten sie in der Verlängerung. Und auch der Verlauf des Finals spricht eher für den EVZ. «Wir haben uns von Match zu Match gesteigert und verfügen über die notwendige Power», sagt Abwehrhaudegen Helbling. Auch wenn Kreis vor dem heutigen Auswärtsspiel (20.15, SRF zwei) die Euphorie dämpft («Wir haben noch nichts erreicht»), wächst die Zuger Zuversicht. «Wir geben nie auf. Wir hören erst auf, wenn wir nicht mehr dürfen», betont Fabian Schnyder. Der Routinier sagte übrigens vor dem Start der Finalserie: «Die Mannschaft mit dem grösseren Willen wird gewinnen.» Wie das geht, hat er am Donnerstag vorgemacht.

Zug – Bern 3:2 (2:0, 0:1, 0:1, 1:0) n. V.

7015 Zuschauer (ausverkauft).– SR Stricker/Wiegand, Castelli/Fluri.

Tore: 12. Lammer (Martschini, McIntyre) 1:0. 16. Schnyder (Diem) 2:0. 22. Plüss 2:1. 44. Moser 2:2. 63. Schnyder 3:2.

Strafen: je 4-mal 2 Minuten.

Zug: Stephan; Helbling, Grossmann; Diaz, Morant; Schlumpf, Alatalo; Erni, Fohrler; Klingberg, Holden, Senteler; Martschini, Järvinen, Suri; Zangger, Mc­Intyre, Lammer; Peter, Diem, Schnyder.

Bern: Genoni; Untersander, Blum; Jobin, Krueger; Noreau, Gerber; Andersson; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Hischier, Plüss, Scherwey; Lasch, Ebbett, ­Bodenmann; Berger, Müller, Randegger; Reichert.

Bemerkungen: Zug ohne Immonen (gesperrt), Lüthi, Markkanen und Haller (überzählig).

 


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