Diaz: «Man hat gesehen, was Zug für eine Hockeystadt ist»

EVZ ⋅ Verteidiger Rafael Diaz (31), der im Sommer zum EV Zug zurückkehrte, ist der Lenker und Denker des Teams. Nach dem verlorenen Final stand er den Medien Red und Antwort.
19. April 2017, 05:00

Aus Zuger Sicht hat im letzten Spiel vieles nicht geklappt. War der EVZ verzweifelt?

Das würde ich nicht sagen. Es ist natürlich extrem bitter, den Final zu verlieren. Wir hatten uns viel vorgenommen für diese Partie. Aber wir gerieten wie in zwei anderen Spielen in dieser Finalserie schnell drei oder vier Tore in Rücklage. Gegen den SC Bern einen solchen Rückstand aufzuholen, ist extrem schwierig. Ein Riesenkompliment an die Berner. Sie haben clever gespielt und uns dreimal klar geschlagen. Nach dem zweiten Spiel hatten uns viele Leute schon abgeschrieben, aber wir haben Charakter gezeigt und sind in die Serie zurückgekommen.

Hat der EV Zug in diesem Final Lehrgeld bezahlen müssen?

In gewissen Momenten hat man gemerkt, dass Bern die Erfahrung und das Selbstvertrauen hat, um einen solchen Final zu gewinnen. Es war sicher hilfreich für uns, dass auch wir nun diese Erfahrung machen konnten.

In welchen Bereichen muss sich Zug verbessern, um künftig den Meistertitel gewinnen zu können?

Wir haben zu viele Tore kassiert. Unsere sonst sehr solide Defensivarbeit hat am Ende nicht mehr so gut funktioniert, das hat Bern mit seiner Effizienz ausgenutzt. Vom ersten Trainingstag im August an haben wir hart für den Erfolg gearbeitet und eine gute Saison gespielt. Als Team und als Organisation dürfen wir sicher stolz sein auf das, was wir erreicht haben. Nicht viele Leute haben daran geglaubt, dass wir es so weit bringen können.

Die Zukunft von Trainer Harold Kreis und dreier Ausländer ist noch offen. Ihre Haltung dazu?

Dazu möchte ich mich nicht äussern, diese Entscheide sind Sache der Klubführung. Ich konzentriere mich auf meinen Job auf dem Eis. Aber klar ist: Wir sind ein zusammengeschweisstes Team und haben einen tollen Trainerstaff.

Können Sie etwas zur Rolle von Kreis sagen?

Er lebt für das Eishockey. Nach einem Auswärtsspiel kommen wir in der Nacht um 2 oder 3 Uhr nach Hause. Und wenn wir am Morgen wieder in der Garderobe sind, hat er alle Videos schon zusammengeschnitten und ist bereit für das Meeting. Das zeigt, was für eine hervorragende Arbeit er macht. Er ist ein sehr guter Kommunikator, mit ihm kann man gut reden. Wir Spieler schätzen es, dass er so offen und ehrlich ist.

Sie sind das Gesicht dieser Mannschaft. Wie haben Sie das Jahr nach ihrer Rückkehr erlebt?

Es herrschte eine riesige Euphorie, und es war wunderschön für mich, nach Zug zurückzukehren. Ich wollte immer das Beste für die Mannschaft geben, damit wir erfolgreich sind.

Machen die starke Leistung und die neu entfachte Euphorie rund um den EVZ hungrig auf die nächste Saison?

Man hat gesehen, was Zug für eine ­Hockeystadt ist. Es war Gänsehaut pur. Das motiviert uns für die Zukunft.

Stehen Sie für die Weltmeisterschaft im Mai zur Verfügung?

Auf jeden Fall. Es ist immer schön, für die Schweiz zu spielen.

Aufzeichnung: Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch


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