EV Zug sturmfest in die Halbfinals

EISHOCKEY ⋅ Der EV Zug siegt auch im vierten Playoff-Viertelfinalspiel, und wieder mit 5:1. Gegner in der nächsten Runde dürften die ZSC Lions oder der HC Davos sein.
12. März 2017, 04:27

René Barmettler, Genf

rene.barmettler@luzernerzeitung.ch

Nichts schien den EV Zug in dieser Serie aus der Ruhe zu bringen. Die vielen Körperattacken im zweiten und im dritten Spiel steckte er stumm leidend weg. Und auch die Anfangsoffensive der gestern unter Druck stehenden Genfer konnte den Zentralschweizern wenig anhaben. Sie zeigten sich sturmfest trotz des 0:1-Rückstandes nach knapp zehn Minuten. Noch vor der ersten Pause glich David McIntyre aus. Es war des Kanadiers sechster Treffer in dieser Serie, dazu benötigte der 30-Jährige nur gerade zwölf Torschüsse. Im Mittelabschnitt machten die Zentralschweizer zwischen der 26. und der 33. Minute mit einer Triplette zum zwischenzeitlichen 4:1 praktisch alles klar. «Wir haben nicht gut angefangen», resümierte EVZ-Trainer Harold Kreis. «Aber wir haben danach einen Weg gefunden, das Spiel an uns zu reissen und zu gewinnen.»

Vor der Partie griffen die Servettiens nach jedem sich bietenden Strohhalm. Sie bemühten den Vergleich mit dem FC Barcelona, der am Mittwoch in der Champions League Paris St-Germain mit 6:1 bezwang und ein 0:4 aus dem Hinspiel wettmachte. «Wenn Barcelona sechs Tore schiessen kann, weshalb sollten wir nicht dazu im Stande sein, uns aus dieser Situation zu befreien?», fragte Captain Cody Almond (27) die Tageszeitung «Tribune de Genève».

Genfer leisten sich 142 Strafminuten

Sportliche Wunder mögen sich dann und wann ereignen, aber im Fall dieser Playoff-Serie kam nach Spiel drei nach menschlichem Ermessen nur noch ein Sieger in Frage. Zu limitiert sind die Genfer in dieser Verfassung. Ausdruck ihrer Hilflosigkeit waren die zahlreichen Strafen. Dazu kamen Sperren gegen Daniel Vukovic (31), der mit seinem Spielgerät Sven Senteler misshandelte, und Tim Traber (24), der Dominik Schlumpf gegen den Kopf checkte. Nicht aus dem Verkehr genommen wurde Will Petschenig (22), der im zweiten Spiel Josh Holden am Unterarm verletzte. Insgesamt leisteten sich die Westschweizer 142 Strafminuten. Holden sass gestern auf der Tribüne, trotz Schmerzmitteln litt er mit seinem Team vor Ort mit. Aber auch diesmal hatte das Leiden ein schnelles Ende genommen. Die mental angeschlagenen Servettiens traten zwar fast handzahm auf. Ihre Offensivbemühungen (53 Torschüsse) kamen indes bis auf eine Ausnahme vor Zug-Hüter Tobias Stephan zum Erliegen, der die anstürmenden Gastgeber einmal mehr zur Verzweiflung trieb. 0:4 verlor der EVZ im letzten Jahr gegen Lugano. Diesmal qualifizierte er sich souverän für die Halbfinals. Falls sich die ZSC Lions gegen Lugano nicht durchsetzen sollten und Bern gegen Biel gewinnt, hiesse der nächste Gegner Davos.

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Im vierten Spiel in Folge gewinnen die Zuger Hockeyaner gegen Servette Genf und gelangen so auf dem kürzestmöglichen Weg in en Halbfinal.

Video: EV Zug - Genève-Servette HC: Die Highlights

Zug schlägt Genève-Servette im Playoff-Viertelfinal mit 4:0. Einige Höhepunkte im Video. (Facebook / EV Zug, 20.03.2017)




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