Auch hier zählt jeder Rappen

EISHOCKEY ⋅ Spieler, die in der National League spielen, verdienen sehr gut. Nachwuchsspieler haben Talent, aber es fehlt das Geld für die Ausrüstung. Hier kommt eine Stiftung zum Zug.
05. Dezember 2017, 07:40

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Der EV Zug hat es sich auf die Fahnen geschrieben: Der Nachwuchs ist nicht nur Mittel zum Zweck, sondern soll Spieler ans National-League-Niveau heran­führen. Dieses Ziel haben aber nicht nur Juniorenspieler des EV Zug. In der ganzen Zentralschweiz wird im Nachwuchsbereich engagiert gearbeitet. Eishockey zu spielen, ist aber nicht billig. Im Gegensatz zum Fussball, wo eigentlich nur passendes Schuhwerk vonnöten ist, geht eine Eishockey-Ausrüstung ins Geld. Handschuhe, Brustpanzer, Knieschoner, Schlittschuhe, Helm und ein Stock müssen sein. Da sind schnell weit über 1000 Franken beisammen. Doch nicht alle eishockeybegeisterten Spieler können sich eine solche beschaffen.

Hier kommt die Stiftung Enfi zum Zug. Die Eishockey-Nachwuchs-Förderung Innerschweiz (Enfi) ist vom EVZ-Präsidenten Hans-Peter Strebel im Jahre 2013 ins Leben gerufen worden. Strebel hat der Stiftung zudem ein Startkapital von 1 Million Franken vermacht. «Wir wollen Eltern, die es sich nicht leisten können, ihren Kindern das Eis­hockeyspielen zu ermöglichen, unter die Arme greifen», sagt Josef Mathis. Er ist Enfi-Stiftungsratspräsident.

Die Stiftung entspricht einem Bedürfnis

Der Stiftungszweck ist bewusst breit formuliert worden. So ist auf der Enfi-Homepage ( www.stiftung-enfi.ch ) zu lesen: «Die finanzielle Unterstützung kann Jugendlichen im Breiten- und im Spitzensport zugutekommen.» Mathis sagt, «dass die Stiftung ein Bedürfnis abdeckt». Es habe ihn überrascht, wie viele Anfragen an ihn herangetragen werden. Wo immer die Stiftung helfen könne, tue sie dies. Für Mathis ist die Unterstützung von jungen Eishockeyspielern eine Investition für die Zukunft: «Je mehr Talente eine Chance erhalten, desto stärker wird das Fundament des Schweizer Eishockeys.»

Crowdfunding für die ­Mittelbeschaffung

Die Stiftung wird von der Otto-Beisheim-Stiftung unterstützt. Auch andere Personen geben Geld. Jetzt will sich Enfi einen weiteren Kanal erschliessen, um für die Stiftung Geld zu sammeln. Ende November hat auf der Crowdfunding-Plattform «I believe in you» eine Aktion begonnen, mit welcher ein Betrag zusammenkommen soll, um weiteren jungen Eishockeyspielern die Möglichkeit zu geben, ihr Hobby zu betreiben, auch wenn das Geld dafür fehlt. Dabei können, wie Mathis betont, auch Spieler der EVZ-Academy unterstützt werden. Diese bekommen für ihre Ausbildung nur wenig Geld, haben aber die Möglichkeit, eine Lehre oder die Matura zu machen. Doch auch Bildungseinrichtungen kosten. Geld zu spenden, ist ganz einfach. Auf der Internet-Seite www.ibelieveinyou.ch erfahren Sie, wie es geht. Mathis betont dabei, dass jeder Beitrag willkommen sei. Er sagt in Anlehnung an eine Spendenaktion im Schweizer Radio in der Vorweihnachtszeit deshalb auch: «Jeder Rappen zählt.»

Auch der EVZ-Captain Raphael Diaz steht hinter dem Enfi-Stiftungszweck. Im August hat er zum dritten Mal eine Golf-Trophy organisiert. Der Verteidiger hat beim EVZ-Heimspiel vor einer Woche dem Enfi-Stiftungsratspräsidenten Josef Mathis einen Check von 10000 Franken überreicht. Geld, das im Zuge dieses sportlichen Anlasses zusammengekommen ist. Diaz steht voll hinter dem Crowdfunding-Projekt der Stiftung und macht einen Aufruf: «Eishockey ist mein Beruf und meine Leidenschaft – mit ihrem Beitrag ermöglichen die Spender jungen Sportlern aus der Region ihr Hobby.»

Wer weiss, vielleicht wird einer aus dem Kreis derjenigen, die von der Enfi-Stiftung unterstützt worden sind, dereinst die EVZ-Fans in der Bossard-Arena begeistern. Darüber würde sich auch Josef Mathis freuen.


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