EV Zug mit Effizienz zum ersten Vollerfolg

EISHOCKEY ⋅ Der EV Zug feiert den ersten Saisonsieg in der regulären Spielzeit. Beim glanzlosen 3:2 in Langnau ist er kaltblütiger als der Gegner. Verteidiger Robin Grossmann findet kritische Worte.
Aktualisiert: 
15.09.2017, 23:00
15. September 2017, 22:24

Sven Aregger, Langnau

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

Es ist noch nicht lange her, da konnten die SCL Tigers erfreuliche Nachrichten verkünden. Vor dem Saisonstart liessen sie verlauten, dass sie in ihrem Geschäftsjahr zum zweiten Mal in Folge einen Gewinn erwirtschaftet haben. Und auch der Verkauf der Saisonkarten verlief positiv für die Emmentaler, von einem «Klubrekord in der Neuzeit» war die Rede. Der Start in die Meisterschaft trübte dann allerdings die Freude. Nur ein Punkt resultierte aus den ersten drei Spielen, in der Abwehr offenbarte das Team von Taktikfuchs Heinz Ehlers ungewohnte Schwächen.

Langnau war am Freitag gegen den EV Zug also dringend auf ein Erfolgserlebnis angewiesen. Aber die Zuger erwiesen sich nicht als der erhoffte Aufbaugegner. Der EVZ tat sich zwar lange schwer gegen das leidenschaftlich kämpfende Heimteam, aber am Ende setzte er sich dank der grösseren Effizienz und der in wichtigen Momenten aufblitzenden Klasse durch. Das siegbringende Tor zum 3:1 glückte Robin Grossmann in der 43. Minute mit einem Schuss von der blauen Linie. «Wir haben aus wenig Tormöglichkeiten das Optimum herausgeholt», bilanzierte der Verteidiger hinterher.

«Irgendwann rächen sich die Strafen»

Nach Grossmanns Treffer kamen die Tigers zwar nochmals auf 3:2 heran. Aber zum Ausgleich reichte es nicht mehr, auch weil sie mehrere Powerplay-Möglichkeiten ungenutzt liessen. Sechsmal wanderte ein Zuger am Freitag auf die Strafbank. Für Grossmann ist das definitiv zu oft. «Die Strafen müssen wir abstellen, denn irgendwann rächt sich das», monierte er. «Unser Ziel sind höchstens drei Strafen pro Spiel.»

Es war zu Beginn kein berauschendes Spektakel gewesen, das die beiden Teams den 5420 Zuschauern in der Ilfishalle boten. Die Fehlerzahl war auf beiden Seiten hoch, in der Offensive passierte wenig Zwingendes. Und wenn es mal gefährlich wurde vor Langnau-Goalie Damiano Ciaccio, hatte meist Viktor Stalberg seinen Stock im Spiel. Der Zuger Topskorer war im ersten Drittel quasi der Alleinunterhalter. Seine beste Chance vergab er, als er allein aufs Tor ziehen konnte, die Scheibe aber an den Aussenpfosten schoss.

Es war dann Lino Martschini, der den EVZ in Führung brachte. Nachdem sein erster Treffer wegen Torraumoffsides annulliert worden war, klappte es für den Flügelstürmer im zweiten Anlauf. Sven Senteler erhöhte wenig später im Powerplay auf 2:0. Die Zuger agierten in dieser Phase weitaus effizienter als die Gastgeber, die im zweiten Abschnitt viel Druck erzeugten, aber vorne die nötige Kaltblütigkeit vermissen liessen und hinten zu viele Schnitzer machten. Doch trotz des Zwei-Tore-Rückstands gab Langnau nicht auf – und wurde dafür belohnt. Der Schwede Anton Gustafsson brachte mit seinem Anschlusstreffer die Hoffnung im Emmental zurück, die dann jedoch durch Grossmanns Tor wieder schwand. «Immer wenn wir in Führung liegen, schalten wir zwei Gänge zurück», ärgerte sich Grossmann. «Aber der Sieg ist die Hauptsache. Im November fragt uns niemand mehr, wie wir diese Punkte geholt haben.»

Während der EVZ seinen ersten Saisonsieg in der regulären Spielzeit feierte und damit den ersten Vollerfolg mit drei Punkten verbuchte, werden in Langnau allmählich böse Erinnerungen wach an den Start vor einem Jahr. Damals verloren sie neun der ersten zehn Spiele, Trainer Scott Beattie wurde entlassen. Sein Nachfolger Ehlers muss nun einen Weg finden, damit Langnau wieder für positive Nachrichten sorgen kann.

SCL Tigers - Zug 2:3 (0:0, 1:2, 1:1)

5420 Zuschauer. - SR Mollard/Müller, Castelli/Obwegeser. - Tore: 29. Martschini (Roe) 0:1. 33. Senteler (Klingberg, Holden/Ausschluss Gerber) 0:2. 35. Gustafsson (Elo) 1:2. 43. Grossmann (Klingberg) 1:3. 52. Erkinjuntti 2:3. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen SCL Tigers, 6mal 2 Minuten gegen Zug. - PostFinance-Topskorer: Elo; Stalberg.

SCL Tigers: Ciaccio; Zryd, Koistinen; Blaser, Erni; Huguenin, Lardi; Seydoux, Randegger; Elo, Gustafsson, Erkinjuntti; Nüssli, Gagnon, Kuonen; Dostoinow, Albrecht, Neukom; Gerber, Peter, Haas.

Zug: Stephan; Morant, Grossmann; Diaz, Geisser; Schlumpf, Stadler; Fohrler; Lammer, Roe, Stalberg; Martschini, Holden, Schnyder; Klingberg, Kast, Senteler; Arnold, Kläy, Haberstich.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Stettler, Nils Berger und Pascal Berger, Zug ohne Diem, McIntyre, Alatalo, Suri (alle verletzt) und Helbling (gesperrt). - Pfostenschüsse: Neukom (49.), Dostoinow (55.); Stalberg (17.).

  • Marc Schumacher/freshfocus
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Der EV Zug holt den ersten 3er der Saison: 3:2-Auswärtssieg bei den SCL Tigers.


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