EV Zug ist zurück an der Spitze

EISHOCKEY ⋅ Mit einer soliden Leistung siegt Zug gegen Servette 2:0. Garrett Roe und Viktor Stalberg zeigen einmal mehr ihren grossen Wert für das Team. Und Goalie Tobias Stephan bleibt zum zweiten Mal ohne Gegentor.
08. Oktober 2017, 07:09

Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

Unmittelbar nach der Schlusssirene entlud sich der Frust bei den Genfern. Captain Cody Almond ging auf Zugs Carl Klingberg los, und auch andere Westschweizer suchten die Konfrontation. Beide Seiten kassierten dafür nochmals Strafen. Servette hatte soeben sein sechstes der letzten sieben Spiele verloren. Die Romands sind so etwas wie ein Lieblingsgegner des EV Zug. Die Zentralschweizer konnten die letzten zehn Duelle alle für sich entscheiden. Gestern reichte dafür eine solide Leistung. «Wir haben sehr stabil gespielt», bilanzierte Trainer Harold Kreis hinterher.

Es war lange ein Spiel von überschaubarem Unterhaltungswert. So mussten sich die Zuschauer bis zur 24. Minute gedulden, ehe sie das erste Tor bejubeln konnten. Der Amerikaner Garrett Roe nutzte die Chance in doppelter Überzahl. Der fleissige Center und sein kongenialer Linienpartner Viktor Stalberg sind eine Art Lebensversicherung für Zug. Gemeinsam haben die beiden neuen Ausländer bereits 29 Skorerpunkte gesammelt. Ein produktiveres Duo gibt es derzeit nicht in der National League. Stalberg war es denn auch, der per Penalty für die Entscheidung sorgte. Kreis sagte über die zwei Neuzugänge: «Ich würde sie nicht wieder hergeben.»

Die Zuger, die sich im Vergleich zum fahrigen Auftritt am Freitag in Ambri steigerten, kontrollierten die Partie weitgehend, ohne ihr ganzes Können abrufen zu müssen. Dafür waren die Westschweizer im Angriff nicht zwingend genug.

Der EVZ hat nun acht der letzten neun Spiele gewonnen und eroberte die Tabellenspitze zurück. Dies verdankt er auch Tobias Stephan. Der Goalie blieb zum zweiten Mal in der laufenden Saison ohne Gegentor, nachdem er das Shut-out gegen Ambri noch knapp verpasst hatte. «Der Saisonstart ist uns gelungen», sagte er. «Aber wir wissen alle, dass es nur eine Momentaufnahme ist.»

Mike Gillis ist nun der Taktgeber in Genf

Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Teams war im Frühling in den Playoffs. Der EVZ gewann die Viertelfinal-Serie diskussionslos 4:0, während Servette nur durch Überhärte auffiel. Seither hat sich einiges verändert in Genf. Chris McSorley, der 16 Jahre lang Trainer und der starke Mann im Klub war, hat als Sportchef angeblich kaum noch Einfluss. Taktgeber ist nun Mike Gillis, der ehemalige General Manager der Vancouver Canucks. Der Kanadier hat 50 Prozent der Aktien erworben und hofft auf eine schnelle Realisierung des geplanten neuen Stadions in Lancy. Derweil muss der kanadische Trainer Craig Woodcroft, der vom KHL-Team Dynamo Minsk zu den Westschweizern stiess, erst beweisen, dass er aus McSorleys langem Schatten treten kann. Die Erwartungen hat er bisher nicht erfüllt.


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