Kommentar

Gesucht: Ein Trainer mit vielen Talenten

Sven Aregger, Sportredaktor, über die Trennung des EV Zug und Trainer Harold Kreis.
16. April 2018, 21:56

Harold Kreis und der EV Zug haben durchaus Gemeinsamkeiten. Trainer und Organisation stehen für Seriosität, Stabilität und unaufgeregtes Handeln. Sie lassen sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Dennoch setzt der EVZ nun ein Zeichen. Nach dem enttäuschenden Viertelfinal-Aus in den Playoffs gegen die ZSC Lions trennt er sich ein Jahr vor Vertragsende von seinem Trainer.

Der Entscheid der Klubführung ist zu begrüssen. Ein neuer Vertrag für Kreis über 2019 hinaus wäre kaum denkbar gewesen. Klubintern wuchsen die Zweifel, dass der konservative Deutsch-Kanadier die geeignete Wahl ist, um mittelfristig die Nachwuchsstrategie des EVZ konsequent mitzutragen. Der Coach hatte tendenziell lieber den Routiniers vertraut als den Talenten aus der eigenen Hockey-Akademie. Kreis wäre angezählt in seine letzte Saison gegangen – als Trainer auf Zeit, der den Rückhalt aus dem Umfeld des Klubs zu einem grossen Teil verloren hat. Ein paar Niederlagen hätten wohl gereicht, um Unruhe auszulösen.

Das Anforderungsprofil an den künftigen Headcoach ist sehr hoch. Er muss mit etablierten Stars umgehen und gleichzeitig Nachwuchsspieler an die National League heranführen können. Das heisst: Er muss erfolgreich und nachhaltig arbeiten. Ein anspruchsvoller Balanceakt.

Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch


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