Jérôme Lanz : «Ich will mein Leben damit finanzieren»

EISHOCKEY ⋅ Jérôme Lanz (18) kämpft in der EVZ Academy um einen neuen Vertrag. Kürzlich musste er am Beispiel seines eigenen Bruders miterleben, wie der Traum von einer Profikarriere platzen kann.
28. November 2017, 11:07

Michael Wyss

sport@zugerzeitung.ch

«Es war für mich schon frustrierend», sagte Jérôme Lanz Ende der vergangenen Woche. Kurz zuvor hatte er erfahren, dass sein Bruder Cédric seinen Platz im Team der EVZ Academy verlor. «Ich hoffte natürlich bis zuletzt, dass er den Sprung ins Kader schafft.» Cédric Lanz spielt nun fix in Seewen in der MySports League. Nun kämpft Jérôme Lanz um seine Zukunft im Profi-Eishockey. Sein Vertrag läuft Ende Saison aus. «Ich bin zuversichtlich, dass ich hierbleiben kann», sagt der gebürtige Baselbieter. Das ist nicht überheblich, hat Lanz doch in acht Matches mit drei Treffern und einem Assist Werbung in eigener Sache betrieben.

Der 18-jährige Stürmer, der als Flügel und Center eingesetzt werden kann, entdeckte in der Hockeyschule im EHC Rheinfelden die Freude zum Eishockey und trat später in den EHC Zunzgen-Sissach ein. «Ich spielte, bis ich zehn Jahre alt war, auch noch Fussball im FC Oberdorf. Letztendlich habe ich mich für das Eishockey entschieden, weil es einfach schneller war und mehr Spass machte.»

Wie reagierte sein Vater Beat, der einst in der Nationalliga B für den FC Biel kickte, darauf? «Er hatte kein Problem damit, dass ich mich für das Eis und gegen den Rasen entschied. Meine Eltern unterstützten meinen Bruder und mich immer. Wichtig war ihnen, dass wir einfach Freude haben, egal, was auch immer wir machten.»

Enttäuschendes Zuschauerinteresse

Sein Vater ist heute übrigens auch einer der treusten Fans der EVZ Academy. «Er schaut jedes Spiel und reist in der ganzen Schweiz herum. Wir wünschen uns mehr solche Fans», sagt Jérôme Lanz lachend. Auch seine Mutter Regina gehört zu den Treuen. «Sie kommt auch, wenn sie Zeit findet.» Apropos Zuschauerinteresse: Das ist bei den Spielen der EVZ Academy enttäuschend, auch aus Sicht des 18-Jährigen: «Wenn wir vor 200 Fans gegen Olten in der Bossard-Arena spielen, ist das schon frustrierend. Eigentlich müssten da 1000 Personen kommen. Auswärts spielen wir gegen Topteams vor 2500 bis 3000 Fans, das ist schon cool. Wir spielen ja auch gutes und attraktives Hockey, das einfach mehr Interesse verdient. Es braucht halt seine Zeit», glaubt Lanz.

Vielleicht könnte die erstmalige Playoff-Teilnahme der Academy das Interesse wecken. «Bestimmt», ist er überzeugt. «Je erfolgreicher wir sind, desto mehr Personen kommen. Leider sind wir immer noch inkonstant, was sicher nicht förderlich ist. Wir schaffen es immer noch nicht, über mehrere Partien gute Resultate zu erzielen.»

Zu Lanz’ grössten Erfolgen zählt das Aufgebot für die U18-Nationalmannschaft im Dezember 2015 für ein Fünf-Länder-Turnier in Zuchwil. «Auch die Silbermedaille mit den Zuger Elite-Junioren letzte Saison war ein Highlight.» Und wo spielt Lanz in Zukunft? «Ich hoffe, dass ich den Sprung in die National League schaffe. Ich will in die höchste Liga und mein Leben damit finanzieren. Am liebsten beim EVZ», sagt der KV-Lehrling im vierten Ausbildungsjahr.

Heute Abend spielt Zug in Sursee

Programm Auf dem Weg in die Playoffs erlitten die Zuger zuletzt Rückschläge. In den Partien gegen Olten und in Winterthur setzte es zwei 0:3-Niederlagen ab. Heute ab 19.45 Uhr trifft die achtplatzierte EVZ Academy (25 Punkte) auf den Tabellensiebten La-Chaux-de-Fonds (26). Erstmals in dieser Saison spielen die Zuger ein Heimspiel in Sursee. Am kommenden Freitag muss gegen das abgeschlagene Schlusslicht Ticino Rockets (9 Punkte) ein positives Resultat her (20.00, Biasca). Am Samstag gegen Ajoie (36) ist Zug dann Aussenseiter (19.00, Academy- Arena). (mwy)


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