Stephan glänzt bei Zuger Sieg

EISHOCKEY ⋅ Der EV Zug zeigt gegen Ambri-Piotta lange eine dürftige Leistung. Dennoch siegen die Zentralschweizer 4:1 – auch weil sie sich auf ihren Goalie Tobias Stephan verlassen können.
07. Oktober 2017, 07:50

Sven Aregger, Ambri-Piotta

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

Ambri hat wie kein anderes Team die Rolle des Aussenseiters verinnerlicht. Seit Jahren versuchen sie, mangelndes Talent mit Leidenschaft, Wille, Disziplin und Herzblut wettzumachen. Im Wissen darum sagte der neue Trainer Luca Cereda jüngst nach der vierten Niederlage in Folge: «Es hilft keine Magie oder sonst etwas, es geht nur mit harter Arbeit.»

An Einsatzbereitschaft fehlte es seiner Mannschaft gegen den EV Zug bestimmt nicht. Dennoch mussten die Tessiner das Eis einmal mehr mit hängenden Köpfen verlassen. 1:4 verloren sie am Ende. Es war, man muss es so ­sagen, ein schmeichelhaftes Ergebnis für den EVZ, der eine lange Anlaufzeit gebraucht hatte, um in dieses Spiel zu finden. Und es war vor allem auch das Verdienst von Tobias Stephan, dass die Zuger überhaupt die Chance zum Sieg hatten. Der Goalie parierte 39 von 40 Schüssen. Nur der Tessiner Ehrentreffer mit der Schlusssirene verhinderte sein zweites Shut-out in der laufenden Saison. «Wir haben uns schon sehr stark auf Tobias verlassen», sagte Verteidiger Timo Helbling und räumte ein: «Für Ambri ist es unglücklich gelaufen. Die Tessiner haben viel Druck erzeugt und die Räume eng gemacht.»

In der Tat legten die beherzten Leventiner von Beginn weg den Vorwärtsgang ein. Ein ums andere Mal brachten sie die Zuger Abwehr in Verlegenheit. 20:5 lautete das Schussverhältnis nach dem ersten Drittel zu Gunsten der Hausherren. An Ambris ­Dominanz änderte sich auch in der Folge wenig. Nur: Zählbares schaute nicht heraus. Selbst von zwei doppelten Überzahlsituationen konnten die Tessiner nicht profitieren.

Stalberg und Lammer harmonieren

Und der EV Zug? Die Zentralschweizer zeigten wie zuletzt in der Champions Hockey League in Wien (3:5) lange eine dürftige, ja blutleere Vorstellung: in der Offensive ohne Inspiration und Durchschlagskraft, in der Defensive mit Scheibenverlusten. Aber die individuelle Klasse und die Effizienz waren dem EVZ nicht abhandengekommen. Das bewies er kurz vor Ablauf des zweiten Drittels: Nach einem seiner unwiderstehlichen Tempoläufe am linken Flügel bediente Topskorer Viktor Stalberg den frei stehenden Dominic Lammer, der die Scheibe kaltblütig im Tor von Benjamin Conz versenkte. Eine ganz bittere Pille für die Leventiner, für die sich die Binsenweisheit bewahrheitete: Wer sie vorne nicht macht, kassiert sie hinten. Sportchef Paolo Duca, der die Partie von der Pressetribüne aus verfolgte, gab sich in der zweiten Drittelpause dennoch kämpferisch: «Es ist noch nicht fertig.»

Doch Zug fand nun endlich den Tritt – und legte nach. Wieder stand das gleiche Duo im Zentrum des zweiten Treffers – nur unter umgekehrten Vorzeichen. Diesmal legte Lammer für Stalberg auf. Ambris Wille war nun gebrochen. Und Zug erhöhte durch David McIntyre und Carl Klingberg auf 4:0. «Wir haben grosses Selbstvertrauen und wissen, dass wir auch einen Weg ins Spiel zurück finden können, wenn es einmal nicht läuft», resümierte Helbling. Aber auch er weiss: Eine solche Leistung dürfte dem EVZ heute gegen Servette kaum zum Sieg reichen.


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