Thomas Thiry: Von der Academy nach Peking

EISHOCKEY ⋅ Verteidiger Thomas Thiry (20) ist auf dem Sprung von der EVZ Academy in die erste Mannschaft. Sein Traum: mit dem französischen Nationalteam die Qualifikation zu Olympia 2022 in Peking zu bestreiten.
01. Dezember 2017, 07:34

Daniel Gerber

sport@luzernerzeitung.ch

Angeheuert hat Thomas Thiry in diesem Sommer bei der EVZ Academy. Als die Tinte unter dem Vertrag zu trocknen begann, hatte er seinen 20. Geburtstag noch nicht gefeiert. Und jetzt, rund zweieinhalb Monate nach Saisonbeginn, ist er zehnmal mit der Academy aufgelaufen und bereits zwölfmal mit der ersten Mannschaft. «Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell geht», sagt er. Sicher sei es sein Ziel gewesen, eines Tages den Sprung vom Swiss-League-Team in jenes der National League zu schaffen. Doch durch die Vielzahl an Verletzten rückte plötzlich der 1,91 Meter grosse und 98 Kilogramm schwere Verteidiger ins Team von Trainer Harold Kreis nach.

In die Deutschschweiz gewechselt war der Franzose mit Schweizer-Lizenz aus der Elite-Junioren-Abteilung des Zuger ­Liga-Konkurrenten Genf. Zusammen mit seinem Agenten hatte er nach einem neuen Club gesucht. «Zug ist ein gutgeführter Verein, da habe ich rasch unterschrieben», erinnert sich Thomas Thiry, dessen 16-jähriger Bruder für Servettes Novizen spielt.

Franzosen haben bereits angeklopft

Doch warum die Academy und nicht ein Spitzenteam wie die SC Rapperswil-Jona Lakers, der EHC Olten oder der SC Langenthal? Diese Mannschaften seien bereits ziemlich komplett gewesen, «zudem habe ich Zug bevorzugt, weil in der Academy junge Spieler geformt werden. Um sich zu entwickeln, ist das der beste Ort.» In Zug muss nur der Gang überschritten werden, um von der Tür des Academy-Teams zur Garderobe der ersten Mannschaft zu gelangen, die beiden Equipen sind Tür an Tür untergebracht.

Mittlerweile sind die Manager der französischen A-Nationalmannschaft auf Thiry zugekommen. Bereits stand eine Teilnahme beim Zusammenzug im Dezember im Raum. «Weil aber bei Zug in der Abwehr viele Verletzte sind, kann ich noch nicht dabei sein.» Doch sein erster Einsatz dürfte nur eine Frage der Zeit sein. Für die französische U18 (davon fünf Spiele als Captain) und U20 (davon neun als Assistenz-Captain) bestritt er zusammengerechnet 24 Spiele und lieferte drei Assists. Eines Tages mit Frankreich die Qualifikation für die Olympischen Spiele zu bestreiten, gehört zu seinen Zielen. 2018 in Südkorea wird sein Land nicht vertreten sein, die Qualifikation für Peking 2022 möchte er mit der «Grande Nation» dann aber bestreiten. «Ich arbeite in jedem Training und in jedem Spiel hart, ich will gewinnen und diesen Weg weitergehen.»

Vertrag mit dem EVZ bis 2020 verlängert

Zur Welt kam Thomas Thiry westlich von Paris, in Saint-Germain-en-Laye, aufgewachsen ist er in Annecy, 30 Minuten von Genf entfernt. «Dort ging ich zur Schule, und dort begann ich mit dem Eishockeyspielen.» Dann wechselte der talentierte Jugendliche in die Genfer-Nachwuchsstufen, die er nun durchlaufen hat. In Zug sei er sehr gut integriert worden, sagt Thiry, der in dieser Woche mit dem Unternehmen um zwei Jahre bis 2020 verlängerte. Der Vertrag gilt für den EVZ sowie für die Academy.

Sein Einsatz in der höchsten Liga dürfte weiterhin gefragt sein, in der Defensive fehlen weiterhin die prägenden Kräfte Robin Grossmann, Timo Helbling und Dominik Schlumpf. Zumindest etwas dürfte sich die Lage entspannen: Nach einer Knieprellung könnte Johann Morant heute in Biel wieder zum Einsatz kommen. Noch offen ist, ob Tobias Geisser nach seiner Schulterquetschung bereits wieder eingesetzt werden kann.


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