Wie ein Mini-Playoff im Oktober

EISHOCKEY ⋅ Der EV Zug steht heute (19.45, Bossard-Arena) im letzten Gruppenspiel der Champions Hockey League gegen die Vienna Capitals mächtig unter Druck. Eine Niederlage in der regulären Spielzeit würde das Aus bedeuten.
10. Oktober 2017, 08:41

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Die Stimmung vor der EVZ-Garderobe war gestern um kurz vor 12 Uhr prächtig. Es gibt durchaus Grund für die temporäre Zufriedenheit. Mit zwei Siegen am Wochenende haben sich die Zuger den ersten Platz in der National League zurückgeholt. Zeit zum Zurücklehnen gibt es aber nicht. Das Team von Headcoach Harold Kreis steht heute Abend gegen die Vienna Capitals (19.45 Uhr, Bossard-Arena) vor einem wegweisenden Spiel. Es geht um Sein oder Nichtsein in der Champions Hockey League – eine Art Mini-Playoff im Oktober. Nach dem blutleeren Auftritt vor einer Woche in der österreichischen Hauptstadt, der in einer 3:5-Niederlage mündete, müssen die Zentralschweizer reagieren. Sie brauchen mindestens einen Punkt für den Einzug in die Achtelfinals. Die Capitals ihrerseits müssen in 60 Minuten siegen. «Wir haben in jedem Spiel nur ein Ziel: gewinnen», sagt EVZ-Verteidiger Dominik Schlumpf mit Nachdruck. Die Niederlage im Osten hatte für ihn eine einfache Ursache: «Wir sind nie richtig ins Spiel gekommen. Zudem haben wir den Fehler gemacht, dass wir in der Mittelzone zu viele Scheiben verloren haben.» Das dürfe sich heute nicht wiederholen.

Und Schlumpf sagt auch gleich, wie das gehen soll: «Wir müssen einfach spielen und nicht zu viel Risiko nehmen.» Schlumpf wird dieser Devise sicher folgen. Er ist ein hart arbeitender Defensivspieler, der nicht für die Tribüne spielt. So hat er sich zu einem verlässlichen Akteur entwickelt. Auch seine Plus-Minus-Bilanz ist gut (+5). Mit wem er heute ein Verteidigerpaar bilden wird, ist ihm dabei nicht so wichtig: «Wir kommen gut miteinander aus und helfen uns gegenseitig.» Wichtig sei es, dass die starke nordamerikanische Fraktion der Wiener nicht in den Slot kommt. Aber bei diesem Unterfangen müsse der ganze Block mitmachen.

Das Vienna-Forechecking im Training simuliert

Im gestrigen Training hat Kreis das von den Captials praktizierte druckvolle Forechecking simuliert: «Wir müssen zuerst die Zweikämpfe gewinnen und so zu unserem Spiel finden.» Das Körperspiel scheinen die Zuger beim Auftritt in Wien vergessen zu haben. Anders ist der verhaltene Auftritt nicht zu erklären. Doch vielleicht hilft es, dass Viktor Stalberg wieder dabei ist.

Auf jeden Fall ist klar, dass sich die Vienna Capitals auch heute nicht verstecken werden. In der Ebel-Meisterschaft ist das Team nach neun Spielen immer noch ohne Punktverlust. Am Freitag hat das Team von Serge Aubin aber hart arbeiten müssen. Gegen Orli Znojmo gab es einen knappen 4:3-Sieg. Am Samstag hat der Ebel-Leader den Tabellenletzten Dornbirn nur knapp mit 2:0 bezwungen. Wie wichtig die Vienna Capitals die Champions Hockey League nehmen, zeigt sich darin, dass für den verletzten Torhüter Jean-Philippe Lamoureux Ersatz verpflichtet worden ist. Es handelt sich um Pekka Tuokkola. Der 33-jährige Finne hat im vergangenen Jahr für Jyväskälä gespielt.

Champions League

6. Runde. Gruppe C. 18.00: Neman Grodno – JYP Jväskylä (FIN). – 19.45: Zug – Vienna Capitals. – Rangliste (5 Spiele): 1. JYP Jyväskylä 11. 2. Zug 8. 3. Vienna Capitals 6. 4. Neman Grodno 5.

Gruppe F. 18.00: TPS Turku – Nottingham Panthers. – 19.45: Bern – Mountfield Hradec Kralove. – Rangliste (5 Spiele): 1. Nottingham Panthers 11. 2. Hradec Kralove 7. 3. Bern 6. 4. TPS Turku 6.

Gruppe H. 20.30: Gap Rapaces – Frölunda Indians. -rangliste (5 Spiele): 1. Frölunda Indians 14. 2. Klagenfurt 8. 3. ZSC Lions 8. 4. Gap Rapaces 0.


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