Zug macht es gegen Kloten unnötig spannend

EISHOCKEY ⋅ Der EV Zug bezwingt ein verunsichertes Kloten 2:1. Wie schon am Vortag gegen Langnau erzielt Robin Grossmann das siegbringende Tor. Trotz Überlegenheit müssen die Zuger am Ende aber noch zittern.
17. September 2017, 04:38

Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch

Die Zuger Auftritte zum Saisonstart waren eine Nervenprobe für die Fans. Seine vier Siege bewerkstelligte der EVZ mit nur einem Tor Unterschied, davon zweimal nach der regulären Spielzeit. Und die 2:4-Niederlage gegen Lugano handelte er sich im letzten Drittel ein. Auch beim gestrigen 2:1-Sieg gegen Kloten machten es die Zuger am Schluss nochmals spannend, weil die verunsicherten Zürcher mit dem Anschlusstreffer plötzlich zurück ins Spiel fanden. Aus Zuger Sicht war das unnötig, da sie zuvor das Geschehen weitgehend kontrolliert hatten und die Entscheidung früher hätten herbeiführen können. «Die Scheibe wollte heute nicht wie gewünscht ins Tor», sagte Trainer Harold Kreis hinterher. Zufrieden war er dennoch: «Drei Punkte sind drei Punkte.»

Kloten bleibt ohne Punkte am Tabellenende

Das Spiel hätte für den EVZ kaum besser beginnen können. Timothy Kast nutzte einen Abpraller von Goalie Dennis Saikkonen nach knapp zwei Minuten zur Führung. Die Zuger verpassten es danach aber, die Überlegenheit vorzeitig in weitere Tore umzumünzen. So dauerte es bis zur 36. Minute, als Grossmann den Vorsprung ausbauen konnte. Der Verteidiger kam von der Strafbank zurück, wurde von Dominik Schlumpf steil angespielt und liess Saikkonen im Tor keine Chance. Das Tor sicherte Zug letztlich den Sieg. Und wieder war Grossmann der Matchwinner. Er hatte schon am Freitag in Langnau den siegbringenden Treffer erzielt.

Während der EVZ das Wochenende mit dem Punktemaximum abschliesst, wird für Kloten die Lage immer ungemütlicher. Nach fünf Niederlagen liegen die Zürcher ohne Punkte am Tabellenende. Ein Hoffnungsschimmer ist die Rückkehr von Vincent Parplan. Der Schweizer Nationalstürmer hat die ersten drei Spiele verpasst, weil er bei den San Jose Sharks ein NHL-Trainingslager bestritt. Gemeinsam mit dem für vorerst einen Monat verpflichteten finnischen Center Tomi Sallinen soll er die bisher harmlose Offensive beleben. Ihre Paradelinie konnte gestern aber keine entscheidenden Akzente setzen. Nach den Vorstellungen von Besitzer Hans-Ulrich Lehmann soll Kloten ab der nächsten Saison ohne Ausländer spielen. Der Klub steht unter grossem Spardruck. Lehmann hat zuletzt den Betriebsverlust um 5 auf 2,7 Millionen Franken reduziert. Weil bis 2018 noch teure Spieler unter Vertrag stehen, ist auch für diese Saison ein Minus von rund 1 Million Franken budgetiert. Dann soll vermehrt auf den eigenen Nachwuchs gesetzt und eine schwarze Null geschrieben werden.

Zug - Kloten 2:1 (1:0, 1:0, 0:1)

7200 Zuschauer (ausverkauft). - SR Oggier/Wiegand, Bürgi/Wüst. - Tore: 2. Kast (Schlumpf) 1:0. 36. Grossmann (Schlumpf) 2:0. 51. Bieber (Trachsler, Lemm) 2:1. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Zug, 5mal 2 Minuten gegen Kloten. - PostFinance-Topskorer: Roe; Hollenstein.

Zug: Stephan; Morant, Grossmann; Diaz, Geisser; Schlumpf, Stadler; Fohrler; Lammer, Roe, Stalberg; Martschini, Holden, Schnyder; Klingberg, Kast, Senteler; Arnold, Kläy, Haberstich.

Kloten: Saikkonen; Andersen, Weber; Bäckman, Von Gunten; Back, Harlacher; Stoop; Praplan, Sallinen, Hollenstein; Bieber, Trachsler, Bozon; Grassi, Marchon, Leone; Bader, Schlagenhauf, Kellenberger; Lemm.

Bemerkungen: Zug ohne Diem, McIntyre, Alatalo, Suri (alle verletzt), Helbling (gesperrt), Kloten ohne Ramholt, Obrist, Santala (alle verletzt). Kloten ab 59:07 ohne Goalie


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