EV Zug unzufrieden trotz Heimsieg

EISHOCKEY ⋅ Der EV Zug erreicht im dritten Saisonspiel den zweiten Sieg. Die Zuger bezwingen Lausanne 5:4 nach Verlängerung. Dennoch war Coach Harold Kreis nicht zum Feiern aufgelegt.
Aktualisiert: 
12.09.2017, 23:00
12. September 2017, 22:20

Daniel Gerber

sport@zugerzeitung.ch

«Wir wollten unbedingt siegen, zwei Punkte haben wir gewonnen, aber irgendwie auch einen verloren», bedauerte EVZ-Stürmer Lino Martschini. In der Tat: Knapp schrammte der EV Zug am ersten Punktedreier der Saison vorbei: Rund 80 Sekunden vor Schluss stand Victor Stalberg alleine vor dem Tor. Der EVZ-Topskorer erhielt die Scheibe zugespielt, doch er brachte die Scheibe nicht an Lausanne-Schlussmann Sandro Zurkirchen vorbei. Zumindest in der Verlängerung gelang schliesslich der erste Heimsieg durch ein Powerplay-Tor von Garrett Roe – aber: «Wir haben vier von neun möglichen Punkten; wir sind nicht zufrieden», ordnete EVZ-Trainer Harold Kreis den Sieg ein. «Wir haben nicht zwei Zähler gewonnen, sondern einen verloren.»

Die 3:1-Führung des EV Zug zur ersten Drittelspause nagte nicht lange am Gemüt der Romands. Rund sieben Minuten später war die Vorsprungspracht vorbei: Jonas Junland schob die Scheibe EVZ-Keeper Tobias Stephan unter den Schonern hindurch zum Ausgleich. Keine sechs Minuten später war die Wende vollzogen: Sven Ryser schoss im Powerplay aus dem Slot auf den sich verschiebenden Keeper, der Puck kullerte abgebremst einige Zentimeter über die Torlinie. Auf diesen skurrilen Treffer reagierten die Innerschweizer mit Entschlossenheit. Der wichtige Ausgleich kurz vor der zweiten Sirene gelang Robin Grossmann in Überzahl mit einem harten Distanzschuss. «Wir haben die Mitte aufgemacht, das hätten wir nicht tun dürfen», bilanziert Harold Kreis. «Uns unterliefen zu viele Fehler, das werden wir abstellen.»

EVZ verzichtet auf Rekurs gegen Helbling-Sperre

Während Lausanne die Scheibe insbesondere bei zwei Treffern vom Slot aus ins Tor arbeitete, zeigte sich Zug vorne durchaus variantenreich: Der 1:1-Ausgleich gelang Lino Martschini mit einem Weitschuss ins rechte hohe Eck, und den zweiten Zuger Treffer bejubelte Dominic Lammer nach einem facettenreichen Sololauf über den rechten Flügel. «Wir zeigten ein gutes erstes Drittel, dann gaben wir das Spiel unnötig aus der Hand», blickt EVZ-Stürmer Lino Martschini zurück. «Nach dem 3:4 standen wir ziemlich blöd da.» Mit je einem Tor (zum 1:1) und einem Assist (zum 5:4) trug der 24-jährige Luzerner wesentlich zum Overtime-Sieg bei.

Detail am Rande: In der Ausgabe vom 12. September rechnete unsere Zeitung aus, dass Dominic Lammer und Sandro Zangger (jetzt bei Lausanne) gegen die Waadtländer vergangene Saison im Schnitt 1,25 Punkte holten; fast dreimal mehr als im Gesamtqualifikationsschnitt der beiden von je rund 0,45 Punkten. Zug gegen Lausanne bedeutet auch in dieser Saison, dass Lammer und Zangger skoren: Am Dienstag kamen die beiden bereits im ersten Drittel zu je einem Punkt.

Der EV Zug verzichtet auf einen Rekurs gegen die Sechs-Spiele-Sperre gegen Timo Helbling. «In diesem Fall hat es keinen Sinn», analysiert Reto Kläy. Auch wenn es bedauerlich sei, dass er mehr als einen Zehntel der Qualifikation nicht eingesetzt werden dürfe. Klarheit gibt es nun auch betreffend David McIntyre – er fällt drei bis vier Wochen aus. Anfang Woche bestand noch die Hoffnung, dass er am Freitag wieder eingesetzt werden kann.

Zug - Lausanne 5:4 (3:1, 1:3, 0:0, 1:0) n.V.

6225 Zuschauer. - SR Dipietro/Massy; Borga/Fluri. - Tore: 5. Genazzi (Zangger, Jeffrey) 0:1. 8. Martschini (Diaz/Ausschluss Pesonen) 1:1. 12. Lammer (Stalberg) 2:1. 17. Senteler (Kast) 3:1. 23. Danielsson (Fischer, Ryser) 3:2. 28. Junland (Ryser) 3:3. 33. Ryser (Jeffrey/Ausschluss Senteler) 3:4. 39. Grossmann (Kast, Roe/Ausschluss In-Albon) 4:4. 62. Roe (Martschini, Diaz/Ausschluss Junland) 5:4. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Zug, 6mal 2 Minuten gegen Lausanne. - PostFinance-Topskorer: Stalberg; Junland.

Zug: Stephan; Morant, Grossmann; Diaz, Geisser; Schlumpf, Stadler; Fohrler; Lammer, Roe, Stalberg; Martschini, Holden, Schnyder; Klingberg, Kast, Senteler; Arnold, Kläy, Haberstich.

Lausanne: Zurkirchen; Junland, Borlat; Nodari, Genazzi; Gobbi, Fischer; Trutmann; Vermin, Jeffrey, Pesonen; Zangger, Froidevaux, Herren; Danielsson, Kneubühler, Ryser; Schelling, Miéville, Simic; In-Albon.

Bemerkungen: Zug ohne Helbling (gesperrt), McIntyre, Suri, Diem und Alatalo. Lausanne ohne Walsky (alle verletzt). - Pfosten-/Lattenschüsse: 12. Pesonen, 24. Pesonen, 46. Klingberg. - 50. Tor von Klingberg wegen hohen Stocks aberkannt. - Timeouts: Zug (58.); Lausanne (62.) (sda)


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