Zuger sind zu lange nur Zuschauer

EISHOCKEY ⋅ Der EV Zug tritt zu passiv auf und verliert 1:2 beim EHC Biel. Trainer Harold Kreis ärgert sich nach dem Spiel über die fehlende Disziplin seiner Mannschaft.
02. Dezember 2017, 07:37

Daniel Gerber, Biel

sport@luzernerzeitung.ch

Carl Klingberg nahm kurz vor Spielmitte eine Strafe. In der zu diesem Zeitpunkt vierten Unterzahlschlacht räumten die Boxplay-Spieler die Saves von Tobias Stephan ungenügend weg. Biel-Verteidiger Kevin Fey hatte von der blauen Linie aus abgedrückt. Stephan parierte. Der Seeländer-Stürmer Marco Pedretti übte sich mit einem ersten Nachschuss. Wieder hielt Stephan. Doch als dann auch noch Topskorer Marc-Antoine Pouliot fast ungehindert zum Abschlussversuch kam, musste sich der EVZ-Keeper geschlagen geben.

Auf das Time-out von Zug-Trainer Harold Kreis reagierte Biel-Verteidiger Marco Pedretti mit dem 2:0.

Stalbergs Tor wird erst auf Video erkannt

Spektakulär, wenn auch letztlich vergeblich fiel der 1:2-Anschluss durch Viktor Stalberg: Sein Distanzgeschoss knallte innen an die Torverstrebung. Während der EVZ-Angreifer jubelte, liessen die Unparteiischen das Spiel weiterlaufen und zeigten gleichzeitig an, dass beim nächsten Unterbruch das Videomaterial begutachtet würde. Und tatsächlich: Was je nach Winkel wie ein Pfostenschuss aussah, war der Anschlusstreffer. Die Schlussoffensive wurde durch die zweite ­Strafe von Klingberg um zwei Minuten verkürzt. Vergeblich bäumten sich die Innerschweizer schliesslich gegen die sich abzeichnende Pleite auf.

EVZ-Stürmer Lino Martschini fasste den misslungenen Auftritt seiner Mannschaft selbstkritisch zusammen: «Wir waren zu wenig gut und hatten während 40 Minuten keinen Zugriff auf das Spiel. Biel war besser und tat mehr fürs Spiel.» Trainer Harold Kreis enervierte sich über die Ausschlüsse: «Unsere Strafzeiten regen mich auf. Kürzlich hatten wir genau das angeschaut: Wir sollten Schlittschuh laufen und Strafen herausholen, nicht welche kassieren.» Biel kassierte drei Zweiminutenstrafen, Zug deren sechs. «Davon mehrere in der Offensivzone», so Kreis. Der EVZ ist das Team, das insgesamt am zweitmeisten Zweiminutenstrafen in der Liga einsteckt.

Während Zug nicht an die zuletzt gezeigten Leistungen von fünf Siegen aus sechs Spielen anknüpfen konnte, herrschte bei den Bernern noch der Trainer-weg-Effekt. Auch in Spiel drei nach der Entlassung von Mike McNamara stand Sportchef Martin Steinegger als Interims-Coach an der Bande und lieferte den dritten Sieg.

Biel – Zug 2:1 (0:0, 2:0, 0:1)

4793 Zuschauer. – SR Massy/Mollard, Kaderli/Rebetez. – Tore: 30. Pouliot (Pedretti, Fey/Ausschluss Klingberg) 1:0. 35. Pedretti (Kreis, Fey) 2:0. 56. Stalberg (Roe, Martschini) 2:1. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Biel, 6-mal 2 Minuten gegen Zug.

Biel: Hiller; Jecker, Forster; Dufner, Steiner; Maurer, Lofquist; Fey, Kreis; Nussbaumer, Pouliot, Rajala; Tschantré, Sutter, Wetzel; Dominik Diem, Neuenschwander, Pedretti; Micflikier, Fuchs, Schmutz.

Zug: Stephan; Thiry, Alatalo; Diaz, Morant; Fohrler, Leeger; Oejdemark, Forrer; Stalberg, Roe, Martschini; Klingberg, McIntyre, Suri; Schnyder, Nolan Diem, Lammer; Haberstich, Kast, Zehnder.

Bemerkungen: EHC Biel ohne Earl, Fabian Lüthi und Joggi, EV Zug ohne Schlumpf, Senteler, Geisser, Grossmann und Helbling (alle verletzt).


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