Spengler-Cup: Nati soll Dauergast sein

KOMMENTAR ⋅ Sportreporter Klaus Zaugg über die Teilnahme der Schweizer Nationalmannschaft am Spengler-Cup in Davos.
31. Dezember 2017, 11:47

Der Spengler-Cup hat allen Stürmen der Zeit getrotzt und einen Weltkrieg, den Kalten Krieg, Weltwirtschafts- und Finanzkrisen überstanden. Das Turnier, 1923 erstmals ausgetragen, gibt es länger als die Fussball-WM (seit 1930) und die Olympischen Winterspiele (1924). Und nun gibt es wieder turbulente Zeiten. Seit der Ankunft der Kanadier in den 1980er-Jahren hat nichts mehr den Spengler-Cup so sehr in Aufruhr versetzt wie die Teilnahme der Schweizer Nationalmannschaft 2017.

Allen ist in den letzten Tagen klar geworden, dass die Schweizer die Bühne des Spengler-Cups mindestens bis zur Heim-WM 2020 nützen sollten und dass das Turnier die Nationalmannschaft braucht, um hockeypolitische Bedeutung und Attraktivität zu wahren. Deshalb wird der Spengler-Cup zu einer Bewährungsprobe für das Schweizer Eishockey. So wie die Schweiz eine Willensnation ist, so ist ihr Hockey eine «Willenskultur»: Zwischen verschiedenen, manchmal gar gegensätzlichen Interessen, zwischen Bergdörfern und urbanen Zentren, zwischen Lateinern, Alemannen und Welschen, zwischen Klubegoismus und nationalem Interesse ist es bis heute immer gelungen, einen Kompromiss zu finden. So hat das Schweizer Hockey im
21. Jahrhundert wieder Weltgeltung erlangt.

Nun wird es in den nächsten Monaten darum gehen, den nächsten grossen Kompromiss auszuarbeiten: den Kompromiss, der es möglich macht, dass unsere Nationalmannschaft beim Spengler-Cup Dauergast wird.

Klaus Zaugg


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