Schwacher Leader lässt Kloten hoffen

BERN - KLOTEN 1:5 ⋅ Leader Bern lässt sich bei der 1:5-Heimniederlage von den kriselnden Kloten Flyers regelrecht vorführen. Tommi Santala traf erstmals seit dem 29. November und einer Flaute von zwölf Spielen wieder.

30. Januar 2015, 22:14

Nur zwei von neun Spielen hatten die Kloten Flyers nach dem Wechsel an der Bande von Felix Hollenstein zu Sean Simpson gewonnen - bis sich der SC Bern der Zürcher Unterländer erbarmte. Mit einem lustlosen und unkonzentrierten Auftritt erlaubte der Tabellenführer den Klotenern einen nie gefährdeten Kantersieg und neue Hoffnung im Kampf um die Playoff-Qualifikation. Zwei Tore im Startdrittel und drei weitere innerhalb von sieben Minuten im Schlussabschnitt sorgten für klare Verhältnisse.

Nicht nur Kloten als Team schoss sich gestern Abend den Frust einer Negativserie vom Leib, auch einzelne Spieler feierten Erfolgserlebnisse nach langer Durststrecke. Tommi Santala, der designierte Topskorer der Flyers, erzielte sein erstes Tor seit dem 29. November des vergangenen Jahres. Beim 2:0 erhielt er etwas Unterstützung des Berner Goalies Marco Bührer, später doppelte er zum 4:0 nach. Am Dienstag in Ambri war der Finne erstmals in seiner Klotener Zeit (seit 2008) auf die Tribüne verbannt worden. Die Massnahme Simpsons zeigte offensichtlich Wirkung. Noch einen Tag länger als Santala hatte Romano Lemm auf einen Treffer gewartet, ehe er zum 5:0 skorte. Für das 3:0, das nach nur 35 Sekunden des letzten Drittels die Entscheidung darstellte, zeichnete der zukünftige Berner Simon Bodenmann verantwortlich.

Vielleicht die wichtigste Erkenntnis aus Klotener Sicht: Erstmals seit dem 2. Dezember stand nach seiner Ellbogenverletzung wieder Stammgoalie Martin Gerber zwischen den Pfosten. Der Emmentaler hielt stark, erst zehn Minuten vor Schluss machte Tristan Scherwey einen möglichen Shutout zunichte.

Der SC Bern hinterliess hingegen einen desolaten Eindruck. Zum zweiten Mal in diesem Jahr - am 3. Januar ebenfalls ein 1:5 gegen Biel - wurde er vor eigenem Publikum von einem vermeintlich viel schwächeren Gegner vorgeführt. Der Leader steckt in einer Mini-Krise und hat von den letzten vier Spielen nur dasjenige bei Schlusslicht Rapperswil-Jona gewonnen (5:2).

Bern - Kloten Flyers 1:5 (0:2, 0:0, 1:3)

15'533 Zuschauer. - SR Eichmann/Koch, Espinoza/Zosso. - Tore: 8. Frick (Schelling) 0:2. 15 Santala (Hollenstein) 0:2. 41. (40:35) Bodenmann (Guggisberg) 0:3. 45. Santala (Hollenstein, Lemm) 0:4. 48. Lemm (Hollenstein) 0:5. 50. Scherwey 1:5. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Bern, 4mal 2 Minuten gegen Kloten. - PostFinance-Topskorer: Plüss; Bieber.

Bern: Bührer; Jobin, Furrer; Beat Gerber, Blum; Krueger, Gragnani; Kreis, Flurin Randegger; Pascal Berger, Plüss, Scherwey; Bertschy, Ritchie, Joensuu; Rüfenacht, Gardner, Moser; Alain Berger, Cloutier, Reichert.

Kloten Flyers: Martin Gerber; Vandermeer, DuPont; Back, Von Gunten; Frick, Schelling; Gian-Andrea Randegger; Lemm, Santala, Hollenstein; Guggisberg, Bieber, Bodenmann; Andersson, Liniger, Leone; Bühler, Kellenberger, Casutt; Praplan.

Bemerkungen: Bern ohne Holloway, Schaefer und Kobasew, Kloten ohne Jenni, Murray, Stancescu, Stoop (alle verletzt) und Mueller (überzähliger Ausländer). 31. Furrer nach Zusammenprall mit Vandermeer verletzt ausgeschieden. (Si)


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