Ticino Rockets verleihen Ambri Flügel

EISHOCKEY ⋅ Nach drei «engen» Spielen steht Ambri-Piotta vor dem Ligaerhalt: Die Tessiner verfügen gegen den NLB-Ligisten SC Langenthal über vier Matchpucks. Das Farmteam, die Ticino Rockets, trägt erste Früchte.
13. April 2017, 07:15

Entfesselte Sturmläufe und rauschende Tor-Galas waren in den beiden letzten Vergleichen zwischen dem HC Ambri-Piotta und dem SC Langenthal nicht zu registrieren.

Im dritten Spiel lautete das Schussverhältnis 48:25 für die Bian­coblu, ein Wert, der in ein 5:3 oder 4:2 münden kann. Doch aufgrund der beidseitig eher dezenten Schussqualität und eher zurückhaltenden Chancenauswertung machte das Spektakel einen diskreten Bogen um die Valascia. Namentlich die Tessiner feuerten in den beiden letzten Duellen aus allen entlegenen Ecken und Winkeln auf das Tor – und verbesserten dadurch in erster Linie die Abwehrquote von Langenthal-Keeper Marco Mathis.

Sicherlich liegt den Abschlussversuchen aus wenig verheissungsvollen Positionen der Hintergedanke zugrunde, Abpraller zu produzieren. Tatsächlich fielen die beiden ersten Tore zum 1:1 im dritten Kräftemessen zwischen den beiden Teams auf diese Weise. Wieder zeigten die Teams einen hartumkämpften Fight. Wie im zweiten Spiel setzten sich die Leventiner in der Verlängerung 2:1 durch. Ambri-Verteidiger Sven Berger: «Wir glaubten bis zum Schluss daran. Vieles ging über den Kampf. Das Spiel war nicht besonders schön.»

«Den Sack so schnell wie möglich zumachen»

Wie Langenthal (Campbell, Rytz, Schüpbach und Völlmin) seit Beginn der Serie, hat mittlerweile auch Ambri gewichtige Ausfälle zu beklagen (Descloux, Fuchs, Guggisberg und Monnet). «Wir mussten wegen den Ausfällen viel umstellen», analysiert Sven Berger, der zum 1:1-Ausgleich im dritten Spiel traf.

Nun dürfe man nicht ins Grübeln geraten. «Wir wollen den Sack so schnell wie möglich zumachen.»

Sichtlich befreit wirkt der Routinier auch mit dem 3:0 im Rücken noch nicht. «Es geht über vier Siege.»

Auf die laufende Saison hin hatte Ambri als Hauptaktionär aus dem Erstligisten Biasca das Farmteam Ticino Rockets geformt, welches zudem auch dem HC Lugano zudient. Erste Früchte können die Südschweizer bereits ernten. In der ersten Linie standen – nach den verletzungsbedingten Ausfällen – mit Christian Stucki (24) und Noele Trisconi (20) gleich zwei Stürmer, welche die Qualifikation fast komplett bei den Rockets verbracht hatten. «Die Jungen bringen Energie rein, das ist wichtig für das Team», lobt Berger den frischen Wind.

Im zweiten Spiel wurde Trisconi zum besten Ambri-Spieler gekürt, und Stucki ist zusammen mit dem Kanadier Cory Emmerton der beste Skorer des Teams (je drei Spiele, ein Tor, drei Assists). Mit Roman Hrabec (21) und Tommaso Goi (27) stehen zwei weitere Stürmer im Kader, welche die Quali bei den Rockets durchliefen.

Ambri-Cracks mit den Ferien vor Augen

Ambri-Piotta verfügt nun über vier Matchpucks. Zuversicht schöpfen kann das Team von Trainer Gordie Dwyer aus der bisherigen Geschichte der Liga-Qualifikation: Noch nie wurde ein 0:3 gewendet. Einzig ein 0:2 konnte der EHC Biel (als A-Ligist) zweimal gegen Lausanne überwinden und die Serie jeweils 4:3 gewinnen (2008/09 und 2009/10).

Gleichzeitig kämpft Langenthal um das Ansehen der NLB. Denn in der Liga-Qualifikation schied der Unterklassige nur einmal ohne Sieg aus: Der EHC Biel verlor als B-Ligist im Jahr 2004 gegen Lausanne alle Spiele – das war vor 13 Jahren.

«Wir müssen die Chancen besser nützen», blickt Langenthal-Captain Stefan Tschannen auf das heutige Spiel (20.15) in Langenthal. «Wir müssen daran glauben, dass wir es schaffen können.»

Ansonsten reist der HC Ambri-Piotta auf der Heimfahrt aus dem Kanton Bern nicht nur in Richtung Süden, sondern gleichzeitig mit dem 4:0 im Gepäck in die Ferien.

 

Daniel Gerber

sport@luzernerzeitung.ch

Ligaqualifikation

NLA/NLB. Best of 7. Ambri-Piotta – Langenthal. – Stand: 3:0.


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