Kehrt der verlorene Sohn nach Ambri zurück?

EISHOCKEY ⋅ Inti Pestoni ist Hockey-Stürmer mit zweitweise fehlender Fitness. Offen ist, ob er nach Ambri zurückkehrt.
12. April 2018, 07:14

Wenn es einen Verlierer gibt in den bisherigen Playoffs der ZSC Lions, dann ist es zweifelsohne Inti Pestoni. Seit der Viertelfinal-Startniederlage in Zug (1:4) hat der 26-jährige Leventiner kein einziges Spiel mehr bestritten. Stattdessen musste er von der Tribüne aus zuschauen, wie ihm junge Spieler den Rang ablaufen. Der hoch veranlagte Stürmer Marco Miranda (19) beispielsweise oder Verteidiger Tim Berni (18).

Die Beziehung zwischen dem ZSC und Pestoni war bislang ein einziges Missverständnis. Der Flügel hatte 2016 mit grossen Vorschusslorbeeren nach Zürich gewechselt. Er genoss in Ambri den Status eines Dorfkönigs. Pestoni war nahe der Valascia aufgewachsen, seine Eltern leben noch immer dort, sie engagierten sich auch im Klub. Kraft seines Talents und seiner Herkunft hat sich Inti Pestoni zum Publikumsliebling und zur Identifikationsfigur entwickelt. In seiner letzten Saison in Ambri war er mit 40 Punkten der Topskorer der Mannschaft.

Sportchef Paolo Duca hält sich bedeckt

In Zürich wollte er sich in einem prominent besetzten Spitzenteam durchsetzen. Doch die hohen Erwartungen konnte er nie erfüllen. In seiner ersten Saison bei den Lions kam er auf mickrige 12 Punkte, in dieser Spielzeit lief es ebenfalls nicht nach Wunsch. Den Tiefpunkt erlebte der als trainingsfaul geltende Pestoni im Oktober 2016, als er wegen fehlender Fitness ein spezielles Konditionsprogramm absolvieren musste.

Pestoni hat einen Vertrag bis 2019. Aber es ist ein offenes Geheimnis, dass ihn die ZSC Lions gerne früher loswerden würden – zumal mit den Zuzügen von Denis Hollenstein (Kloten) und Simon Bodenmann (Bern) die Konkurrenz im Angriff noch grösser wird. Kehrt der verlorene Sohn womöglich nach Ambri zurück? Ambris Sportchef Paolo Duca will sich nicht zu Spekulationen äussern. Er sagt: «Ich spreche nur über die Spieler, die wir unter Vertrag haben.» Zuletzt hat Ambri den Stürmer Fabio Hofer (27) verpflichtet, einen österreichischen Nationalstürmer mit Schweizer Lizenz. Der Transfer erfolgte auch dank den guten Erfahrungen mit dem Österreicher Dominic Zwerger (21), der 2017 zu den Tessinern gestossen war und sofort einschlug. Die Kaderplanung sei weit fortgeschritten, so Duca. «Es könnte aber noch etwas passieren.» Die Rückkehr von Pestoni ist auch eine Frage des Geldes. Er ist einer der teuersten 4.-Linien-Spieler der Liga, die Lions müssten Ambri wohl finanziell entgegenkommen.

Vielleicht kommt auch alles anders. ZSC-Coach Hans Kossmann hat angedeutet, dass Pestoni heute im Final gegen Lugano als 13. Stürmer aufs Eis zurückkehren könnte. Vielleicht wird Pestoni bei den ZSC Lions also doch noch zu einem Gewinner.

Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch


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