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Der HCD hat den ersten von drei Matchpucks

PLAYOFF-FINAL ⋅ Bisher lief der Puck in dieser Finalserie im Zweifelsfall durchwegs für den HC Davos. Zufall oder erzwungenes Glück? Heute hat der HCD die erste Chance, um den Sack zuzumachen.

Die ZSC Lions als zahnlose Löwen zu bezeichnen, täte ihnen unrecht. Sie tragen wesentlich dazu bei, dass die Schweiz eine spektakuläre und hochstehende Finalserie erlebt. Und der Titelverteidiger könnte genau so gut 3:1 führen wie der HC Davos. Dennoch fehlte die letzte Entschlossenheit, das Äusserste für den Sieg zu tun. Oder mangelte es einfach nur am Glück? Nicht, wenn man Jan von Arx glauben möchte. Das Verteidiger-Urgestein, das Ende Saison beim HCD nicht mehr erwünscht ist und den Jungen Platz machen muss, bereitete am Donnerstagabend den 3:3-Ausgleich mit einem magistralen Pass vor und machte die Verlängerung überhaupt erst möglich. Der gebürtige Emmentaler zeigte sich danach überzeugt: "Heute hat man gemerkt, dass wir den Sieg einfach mehr wollten."

ZSC-Coach Marc Crawford widerspricht dieser Einschätzung nicht vehement. "Das ist keine Frage des Glücks", betonte der Kanadier. "Der Unterschied war, dass sie den Puck aufs Tor brachten und sich den Abpraller erkämpften. Wenn eine Mannschaft das schafft, gibt es nichts zu daran zu rütteln." Insgesamt sei es ein Spiel auf hohem Niveau gewesen, in dem beide Teams sehr vieles richtig gemacht hätten. Aber: "Wir brauchen ein paar Jungs, die sich jetzt steigern, auf deren Tore wir angewiesen sind." Crawford nennt keine Namen. Aber er denkt wohl an den Filigrantechniker Luca Cunti, Patrik Bärtschi (beide noch ohne Skorerpunkt im Final) oder auch an PostFinance-Topskorer Roman Wick (ein Assist).

Optimistisch stimmen dürfte Crawford und seine Spieler die Final-Geschichte ihrer Organisation. 2001 drehten die ZSC Lions eine Finalserie gegen Lugano nach einem 1:3-Rückstand. Es war das letzte Mal, dass ein Meister seinen Titel erfolgreich verteidigen konnte. Und 2012 unter Crawfords Vorgänger Bob Hartley führte der SC Bern 3:1, ehe die Zürcher noch den Titel holten. Der 18-jährige Denis Malgin, am Donnerstag Torschütze zum 1:0, ist sich sicher: "Wir kehren am Dienstag nochmals nach Davos zurück. Und dann holen wir den Pott zuhause im Hallenstadion.

Dafür müssen sie zunächst einmal heute Samstag in Zürich auf 2:3 verkürzen. Für die Lions spricht vielleicht, dass sie noch weniger am Limit zu laufen scheinen als die Davoser. Deshalb vielleicht auch der Eindruck, dass die Bündner den Sieg mehr wollen. Mit Marcus Paulsson, dem Siegtorschützen Samuel Walser und dem omnipräsenten Andres Ambühl, beim Titel 2012 noch ein Löwe, scheint Arno Del Curto am Donnerstag in der ersten Drittelspause eine neue Wunderwaffe gefunden zu haben, die für sämtliche Tore vom 1:2 zum 4:3 verantwortlich war. Walser winkt allerdings ab: "Heute haben wir den Unterschied gemacht, am Samstag kann es wieder eine andere Linie sein."

Die Löwen müssen nun die letzte Zurückhaltung ablegen und den Biss finden, den die seit 2011 titellosen Davoser aufs Eis bringen. Sonst machen die Kult-Steinböcke Gian und Giachen vielleicht doch bald Witze über zahnlose Löwen. (Si)

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