Küssnachter erfüllt Wünsche der Spieler

EISHOCKEY WM ⋅ Jürg Hegi aus Küssnacht ist für das Material der Eishockey-Nationalmannschaft zuständig - und erfüllt die Wünsche der Spieler.
18. Mai 2017, 08:14

Damit sich die Spieler der Schweizer Nationalmannschaft auf ihre Leistung konzentrieren können, gibt es zwei Herren, die sie mit allerhand Material umsorgen und ihnen ihre Wünsche erfüllen. Einer davon ist Jürg Hegi. Der Küssnachter (Kanton Schwyz) ist normalerweise für den SC Langenthal in der Nationalliga B auf demselben Posten im Einsatz. Im Stadion Schoren kennt ihn jeder, seine markante Glatze und das Lachen mit seiner Zahnlücke gehören fast schon zum Inventar. Im neben Langenthal liegenden Dorf Roggwil ist er aufgewachsen, zurzeit unterhält er in Pfaffnau eine Zweitwohnung, die er oft nach Meisterschaftsspielen der Langenthaler benutzt, weil es dabei meistens spät wird. Seit 37 Jahren arbeitet er nun schon in dieser Position für die Berner, seit bald 14 Jahren sogar vollberuflich. Vor 12 Jahren begann er, im Nebenamt zudem die Junioren-Nationalteams zu unterstützen.

Zum Ende der laufenden Saison geht nun so etwas wie ein Traum für ihn in Erfüllung. 2009 reiste er erstmals mit der A-Nationalmannschaft an ein Vorbereitungsturnier, jetzt darf er zum ersten Mal an einem grossen Turnier als Materialverwalter teilnehmen. «Das bereitet mir Freude. Es zeigt doch, dass ich meine Arbeit gut mache», sagt Hegi. Auf diese Saison hin wurde das Staff-Team ausgewechselt, der Davoser Stefan Steiner habe ihn zu seiner Nummer zwei auserkoren. Bleibt Patrick Fischer Nationaltrainer, dürfte Hegi auch an den Olympischen Spielen 2018 in Südkorea teilnehmen. All das ist nach der starken Saison des SC Langenthal samt NLB-Titel ein Highlight nach dem Highlight.

Improvisieren ist nötig

Vergleichbar sei sein Einsatz bei Swiss Ice Hockey durchaus mit jenem in der NLB. «Ich versuche beim SCL schon lange, alles auf bestem Niveau zu machen. Zudem sind die Wünsche der Spieler kaum anders», erklärt der 53-Jährige. Einzig die Situation weise Unterschiede auf. «Im Ausland kann man nicht immer alles organisieren. Dann muss ich improvisieren», sagt er und nennt ein Beispiel: «Wenn einem Spieler etwas kaputtgeht, kann man das meistens nicht ersetzen. Man muss es reparieren.» Weil auch noch Wascharbeiten oder sonstige Dienste für die Equipe anfallen, sind Hegi und Steiner rund um die Uhr im Einsatz. Für Sightseeing hatten sie noch keine Zeit, sind sie doch die Ersten, welche das Stadion betreten, und die Letzten, die es verlassen. «Darauf hatte ich mich eingestellt», sagt Hegi.

Die Schweizer kämpfen heute gegen Schweden um den Halbfinal-Einzug. Auf seine Sommerpause nach zehn Monaten ferienlosem Arbeiten würde Hegi deshalb gerne noch verzichten. «Danach werde ich dann schon ein bisschen weniger arbeiten», sagt er. Irgendwann stehen aber auch noch die Vorbereitungen für die neue Saison an. «Die Pause wird kurz sein. Das ist aber kein Problem.» Jürg Hegi ist sich das Arbeiten gewohnt – als Mann für alles in den unterschiedlichsten Kabinen der Eishockeywelt.

 

Leroy Ryser, Paris

 


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