Türken hinterliessen in Wil Millionen-Loch

CHALLENGE LEAGUE ⋅ Bei der GV des FC Wil präsentierte der Challenge-League-Verein am Montag erstmals Zahlen über die türkische Investorengruppe, die den FC Wil im Sommer 2015 übernommen hatte.
04. Dezember 2017, 21:30

Insgesamt haben die Türken um Geldgeber Mehmet Nazif Günal und Verwaltungsrat Adullah Cila in ihrer eineinhalbjährigen "Amtszeit" 19,5 Millionen Franken ausgegeben. Für Personalkosten der ersten Mannschaft in der Saison 2016/17 allein 7,2 Millionen Franken. Anfang Februar 2017 liessen die Türken den Verein im Stich und hauten bei Nacht und Nebel ab.

Das an der GV ausgewiesene Jahresdefizit im Geschäftsjahr vom 1. Juli 2016 bis 30. Juni 2017 beträgt 8,6 Millionen Franken. Das negative Eigenkapital stieg auf 20,1 Millionen Franken, ist aber wegen buchhalterisch sogenannter Rangrücktritten gedeckt. Das aktuelle Budget der 1. Mannschaft beträgt 2,5 Millionen Franken.

Nach dem Verschwinden der Türken hatte der ehemalige Präsident Roger Bigger das Ruder wieder in die Hand genommen und vergangene Woche seinen Rücktritt erklärt. Am Montag nun wurde ein neuer um zwei Personen aufgestockter Verwaltungsrat gewählt mit lauter in der Ostschweiz verankerten Personen. Neu im Gremium Einsitz haben Bettina Osterwalder (43), Thomas Hengartner (52), Arpan Sadiku (31) und Marc-Aurel Weinmann (45).

Der einzige verbliebene Verwaltungsrat, Maurice Weber, erklärte, dass in einer ersten VR-Sitzung von kommender Woche der neue Präsident gewählt wird. Der 55-jährige Geschäftsführer einer Architektur- und Ingenieursfirma selber sagt, dass "ich bereit bin, das Präsidenten-Amt zu übernehmen, wenn die anderen damit einverstanden sind". (sda)


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