Babbel bekennt sich zum FCL

FUSSBALL ⋅ Luzern-Trainer Markus Babbel hadert immer noch mit dem verpassten Cupfinal. Der FCL versucht, am Ostermontag (16.00, SRF zwei) gegen St. Gallen endlich wieder einen Heimsieg zu erringen.
16. April 2017, 10:12

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Der FC Luzern muss morgen Ostermontag auf zwei wichtige Spieler verzichten: Innenverteidiger Ricardo Costa und Stürmer Tomi Juric sind gegen St. Gallen gesperrt. Doch Trainer Markus Babbel jammert nicht. Obwohl er in den letzten beiden Pflichtspielen vor allem mit Abwehrchef Costa sehr zufrieden war, sagt er: «Bis jetzt haben wir es immer ganz gut hinbekommen, die Absenzen zu kompensieren.»

Der FCL-Coach sprüht vor Tatendrang, Babbel will den dritten Rang aus der letzten Saison bestätigen. Er konstatiert die ausgezeichnete Ausgangs­lage, in der sich das Team auf Position 4 vor dem letzten Saisonviertel befindet. «Ich verspüre Motivation pur, wir sind auf das Ziel fokussiert.» Gerade gegen den drittplatzierten FC Sion haben die Luzerner vor zehn Tagen bewiesen, dass sie mehr als nur mithalten können. Doch das Cup-Halbfinal-Aus im Penaltyschiessen hat Babbel noch nicht ablegen können. «Das war eine grosse Enttäuschung im Wallis, wir wären alle sehr gerne in den Cupfinal gekommen», hadert der Bayer.

Nach dem Schmerz von Sion die mentale Stärke zeigen

Doch Babbel versucht, aus jedem Schaden einen Nutzen zu ziehen. Er habe passend zum bitteren Ausscheiden einen «tollen Satz» gehört: «Schmerzen sind dafür da, um zu sehen, wie stark du im Kopf bist.» Am letzten Sonntag in Vaduz hat der FCL bewiesen, dass er die kämpferische Einstellung auch im Liga-Alltag wieder auf den Platz bringt. Babbel nennt es die «Mentalität des Willens». Diese bedingungslose Einsatzbereitschaft wie in Liechtenstein und zuvor im Wallis fordert er von seinen Profis morgen zu Hause auch gegen St. Gallen.

In Vaduz hat sich Luzern nach sieben Pflichtspielen ohne Sieg endlich wieder mit drei Punkten belohnt. Babbel bezeichnet das 2:0 im Rheinparkstadion einen «extrem wichtigen Sieg, der uns gutgetan hat». Gegen St. Gallen locke nun die «grosse Chance» auf drei Zähler im eigenen Stadion, wo der FCL in den letzten vier Partien nur drei Unentschieden holte und vor 14 Tagen gegen Lugano (0:2) die dritte Heimniederlage der Saison bezog. «Wir wollen immer das Beste geben, das ist uns nicht immer gelungen, daraus müssen wir lernen.»

Gegen «individuell teils hervorragend besetzte St. Galler» kann sich der Deutsche eine enge Begegnung vorstellen. Ein Kampfspiel sei erneut möglich – so wie vor fünf Wochen beim 1:1 in der Ostschweiz. In der Vorrunde gewann im Direktduell sowohl Luzern wie auch St. Gallen jeweils vor heimischer Kulisse 3:0.

Neumayr denkt, Erkrankung von Früh betrübt St. Galler

Einen Einfluss auf die St. Galler Profis könnte die Anfang Woche bekannt gewordene Erkrankung von FCSG-Präsident Dölf Früh (65) haben. FCL-Spielmacher Markus Neumayr glaubt, dass der bevorstehende Rücktritt des Klubchefs den Ostschweizern Sorgen macht. «Solche Dinge beschäftigen die Spieler», sagt Neumayr. Babbel meint, die Wirkung auf die Leistung des Gegners könne man erst nach der Partie beurteilen. Er wünscht dem stets besonnenen St.-Gallen-Präsidenten «nur das Beste und baldige Genesung». Babbel hat erst Anfang März seinen 79-jährigen Vater Gerhard nach langer Krankheit verloren.

Über den Wechsel von FCL-Sportkoordinator Remo Gaugler zum FC Basel verliert Babbel kaum Worte. Angesprochen auf seine eigene Zukunft, gibt der Deutsche ein klares Bekenntnis zum aktuellen Arbeitgeber: «Ich bleibe hier, es gefällt mir bestens in Luzern.» Zum FCB, wo er auf der Kandidatenliste gestanden ist, geht Babbel im Sommer sicher nicht. Thorsten Fink ist Kronfavorit für die Nachfolge von Urs Fischer.

Einen grossen Traum hat Babbel aber nach wie vor: Der Ex-Liverpool-Profi möchte irgendwann einen britischen Verein trainieren. «Ich bitte um Verständnis, wenn von der Britischen Insel ein Angebot käme, müsste ich überlegen, was ich tun würde.» Nun hat Babbel jedoch einen Vertrag bis Ende nächster Saison in der Innerschweiz. «Ich stelle fest, meine Arbeit in Luzern ist noch nicht beendet», sagt der dienstälteste Super-League-Trainer nach zweieinhalbjähriger Tätigkeit und 101 Pflichtspielen.


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