Babbel nervt sich über Abwehrdebatte

FUSSBALL ⋅ Der FC Luzern versucht, die Negativserie heute (16 Uhr, SRF 2) bei GC zu stoppen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Innenverteidiger Ricardo Costa und Tomislav Puljic.

02. Oktober 2016, 05:00

Beim FC Luzern ist allen klar, dass es nicht so weitergehen kann wie im letzten Spiel gegen Lausanne. Eine inferiore Defensivleistung stand am Ursprung der 1:3-Heimniederlage gegen den Aufsteiger. Vor der heutigen Auswärtspartie in Zürich gegen GC sagt FCL-Trainer Markus Babbel: «Die Fehler, die wir gegen Lausanne gemacht haben, dürfen wir natürlich nicht mehr machen, weil auch GC die Qualität hat, diese Chancen zu verwerten.»

Babbel erwartet eine Reaktion. Das Fehlverhalten in der Defensive habe man mit der Mannschaft gründlich analysiert, Lösungsmöglichkeiten seien den Spielern aufgezeigt worden. «Ich hoffe, das Spiel gegen Lausanne war ein einmaliger Ausrutscher.»

Babbel denkt über eine andere Aufstellung nach

Plant der Coach in der Abwehr personelle Wechsel? Babbel lässt sich nicht in die Karten schauen, seine Aussagen bringen keine Aufklärung, wenn er antwortet: «Man macht sich natürlich seine Gedanken, stellt sich Fragen: Was ist das Beste für das Spiel und das Beste für die Truppe? Ich weiss nicht, ob es die grossen Veränderungen gibt.»

Der Bayer spricht lieber über das grosse Ganze als über die besonders in der Kritik stehenden Innenverteidiger Ricardo Costa (35) und Tomislav Puljic (33). Schützend stellt er sich vor die Routiniers: «Es betrifft alle, die Fehler waren schon vorgefallen, als andere Spieler auf dem Platz standen.» Und: «Wir müssen es wieder schaffen, ein Defensivdenken zu haben, die Gefahr früh zu erkennen.»

Babbel sagt, sie seien in den letzten Partien leichtfertig gewesen, hätten Punkte verschenkt. «Wir haben gegen Lausanne nicht verloren, weil wir schlechter waren, sondern weil wir individuell brutale Fehler gemacht haben.» Zu dieser Kategorie gehört für Babbel auch der 2:2-Ausgleich von Sion, bei dem sich sein angreifendes Team in der 93. Minute hat auskontern lassen.

Leicht genervt ist Babbel, als sich die Diskussion vor dem Duell gegen Tabellennachbar GC (6.) immer wieder um die zentralen Abwehrleute dreht. Der frühere Verteidiger von Weltklasseformat verrät, was er in dieser Woche zu Costa und Puljic gesagt hat: «Wenn es hinten scheppert und sportlich nicht läuft, seid ihr plus der Torhüter die Idioten.» Er rät ihnen: «Seid laut, gebt den anderen die Kommandos, statt Woche für Woche als Idioten dazustehen.» Der Coach verlangt also von Costa und Puljic, wie Offiziere mit Lautsprechern die Leute zu positionieren. «Zusammen sind Ricardo und Tomi fast 70 Jahre alt, das ergibt viel Erfahrung.»

Richtiges Stellungsspiel wie De Boer und Andersson

Aus Luzerner Sicht ist zu hoffen, dass die GC-Angreifer Ridge Munsy (27) und Runar Mar Sigurjonsson (26) für diese «älteren Herren» im Umschaltspiel nicht zu schnell sind. Babbel scheint sich deswegen nicht zu sorgen. «Das kann man trotzdem verteidigen, es ist kein Hexenwerk, von dem wir hier sprechen.» Als sein eingeprägtestes Beispiel nennt er einen Champions-League-Match von 2001 zwischen Liverpool und Barcelona (1:3), in dem Frank De Boer und Patrik Andersson für die Katalanen grossartig verteidigten, «obwohl man den beiden während des Laufens die Schuhe hätte besohlen können, die waren keine Pfeile». Sie hätten aber gegen die schnellen Liverpool-Stürmer Michael Owen und Emile Heskey kein Laufduell verloren, «weil sie sich im richtigen Moment zurückfallen liessen».

Ein ähnliches Verhalten traut Babbel dem Duo Costa/Puljic zu. Babbel scheint davon überzeugt zu sein, mit seinen Profis gegen GC die Negativserie zu stoppen.

Allen ist klar, dass eine Niederlage in Zürich für den FCL unangenehme Folgen hätte, mit nur einem Punkt aus den letzten fünf Spielen will keiner in die Länderspielpause gehen. Denn das würde zu einer Ergebniskrise führen.

Daniel Wyrschdaniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch


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