Babbel spricht mit Arnold Klartext

FUSSBALL ⋅ Sportkoordinator Remo Gaugler glaubt, dass dem FC Luzern derzeit ein Abräumer vor der Abwehr fehlt. Remo Arnold (19) wäre dafür vorgesehen, doch seine Karriere ist ins Stocken geraten.

14. Oktober 2016, 05:16

FCL-Cheftrainer Markus Babbel ist es vor dem schwierigen Auswärtsspiel morgen (20.00) gegen den klaren Leader FC Basel keinesfalls angst und bange: «Wenn die ganze Mannschaft defensiv diszipliniert arbeitet, wir auch nach vorne Räume und Chancen nutzen, dann werden wir in Basel bestehen.» Babbel ärgert sich am Ende der zweiwöchigen Länderspielpause aber immer noch über die unnötigen Punkteverluste in den ersten zehn Runden. Aus den letzten fünf Spielen holte der FCL lediglich einen Punkt – er fiel damit von Rang 2 auf 7 in der Tabelle zurück.

FCL-Sportkoordinator Remo Gaugler hatte zuletzt die angezählte Verteidigung um den prominenten Neuzugang Ricardo Costa (21 Gegentore in 10 Partien) in Schutz genommen: «Die gegnerischen Angreifer kommen im vollen Tempo auf die Verteidiger zu. Uns fehlt ein Abräumer vor der Abwehr.»

Kryeziu, Haas und Neumayr zu offensiv

Coach Babbel gibt zu: «Die zentralen Mittelfeldspieler Hekuran Kryeziu, Nicolas Haas und Markus Neumayr sind alle Achter oder Zehner. Remo Arnold ist unser einziger gelernter Sechser.» Nur räumt der Bayer ein, dass das 19-jährige FCL-Eigengewächs Arnold nach einer Gehirnerschütterung und einer Schnittwunde am Fuss zwar wieder fit ist, aber die Form des letzten Herbstes noch nicht wieder gefunden hat.

Rückblick: Am 27. September 2015 hatte der Schlierbacher ein bemerkenswertes Debüt in der Super League gegen Zürich (1:0) gegeben. Doch bloss sieben weitere Einsätze in der höchsten Spielklasse sind bis dato dazugekommen. Sicher hat das Verletzungspech eine Rolle gespielt.

Arnold soll sich auf seine Stärken fokussieren

Aber nicht nur. Babbel verriet gestern: «Ich habe diese Woche ein langes Gespräch mit Remo Arnold geführt. Er hat sich in den Kopf gesetzt, dass er wie die permanent eingesetzten Neumayr, Kryeziu und Haas spielerisch auftrumpfen müsse.» Traumpässe statt taktisch disziplinierte Zweikampfhärte vor der Verteidigung. Babbel hat ihm darauf deutlich gesagt, was er von ihm verlangt: «Remo, du sollst dich wieder auf die Qualitäten konzentrieren, die dich ausgezeichnet haben.» Er habe Arnold zudem erklärt, dass er und der gesamte technische Staff auf ihn warten. Mit seinem guten Zweikampfverhalten, der Kopfballstärke aufgrund seiner Grösse von 1,91 m und der Präsenz auf dem Platz habe er beste Voraussetzungen, für Luzern zum Leistungsträger zu werden.

Doch Druck will Babbel dem Nachwuchsmann keinen machen. «Er soll sich jetzt nicht verrückt machen lassen, er soll sich Zeit geben.» Andererseits würde Babbel sofort auf Arnold setzen, falls dieser im Training wieder sein volles Leistungsvermögen abruft. Dann würde er ihn auch wieder 90 Minuten einsetzen. Bis es so weit ist, soll Arnold in der U 21 spielen.

In Basel werden also aller Voraussicht nach Kryeziu und Neumayr das zentrale Mittelfeld bilden, Haas ist nach dem Platzverweis gegen GC gesperrt. Babbel glaubt trotzdem an sein Team.

Daniel Wyrschdaniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch


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