Der FCL avanciert zum Remis-Spezialisten

FUSSBALL ⋅ Luzern schafft es zu Hause nicht, den verunsicherten und vom Verletzungspech geplagten FC Sion zu bezwingen: Das Spiel endet 0:0.

19. März 2017, 09:36

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Zufriedene Gesichter sah man nach dem Spiel nur auf Seiten des FC Sion. Allen voran Trainer Peter Zeidler. Der 54-jährige Deutsche war nach den beiden aufeinanderfolgenden Heimniederlagen gegen St. Gallen und Basel von Präsident Christian Constantin bereits angezählt worden. Mit dem hart erkämpften 0:0 seiner Mannschaft in Luzern hat er sich zumindest in die zweiwöchige Länderspielpause gerettet.

Zeidler war derart erleichtert über den Punktgewinn, dass er sich in der Medienkonferenz einen angriffigen Spruch in Richtung FCL-Trainer Markus Babbel (44) leistete: «Wir freuen uns, dich, Markus, und dein Team zum Cup-Halbfinal zu begrüssen.» 16 Tage dauert es noch, bis Sion zu Hause auf Luzern trifft. Zeidler dürfte der Überzeugung sein, dass dieser Cupmatch einen anderen Verlauf nehmen wird als das gestrige Gekicke auf dem regendurchnässten Rasen in der Swisspor-Arena.

«Wir haben schon spektakulärere und technisch bessere Spiele gemacht als heute», meinte Zeidler entschuldigend. Er stellte richtig fest: «Beide Teams hatten ihren taktischen Plan.» Sion wollte unbedingt diesen Punkt – und um jeden Preis die dritte Niederlage in Serie verhindern. Die Equipe ist spürbar nicht in Bestverfassung. Zudem fehlte der starke «ABC-Sturm», wie Zeidler sein verletzt ausgefallenes Trio Chadrac Akolo, Geoffrey Bia und Carlitos nennt.

FCL verteidigt nun gut, dafür ist der Angriff recht harmlos

Luzern konnte die schwierige Gesamtsituation der Walliser nicht ausnützen. Für den angestrebten Heimsieg, der den FCL anstelle von Sion auf Platz 3 gebracht hätte, fehlte gegen die kompakt verteidigenden Gäste die Überzeugung in die Offensivfähigkeiten. Coach Babbel monierte zu Recht, dass sein Team in der ersten Halbzeit «very british» mit langen Bällen operiert hätte. «Wir passten uns leider Sion an.» Nach der Pause wurde das Spiel des Heimteams besser. Filip Ugrinic (80.) und Nicolas Haas (86.) hätten den FCL zum Sieg schiessen können, doch die Schüsse verfehlten das Tor. Luzern verteidigt nun gut, aber der Angriff ist harmlos. Der FCL avanciert mit dem nunmehr fünften Rückrunden-Remis zum Unentschieden-Spezialisten.

Luzern - Sion 0:0

10'589 Zuschauer. - SR Erlachner.

Luzern: Omlin; Lucas (64. Schürpf), Costa, Affolter; Christian Schneuwly, Ugrinic, Haas, Lustenberger; Neumayr; Marco Schneuwly (64. Francisco Rodriguez), Juric.

Sion: Mitrjuschkin; Lüchinger, Zverotic, Ziegler, Pa Modou; Karlen, Salatic, Ndoye (87. Adão); Da Costa (69. Follonier), Konaté, Constant (69. Morgado).

Bemerkungen: Luzern ohne Kryeziu (gesperrt), Sion ohne Carlitos, Akolo, Bia, Mveng und Lurati (alle verletzt). Verwarnungen: 35. Marco Schneuwly (Foul). 53. Juric (Foul).

Die Noten für die Luzerner Leistungen im Spiel vom Samstag gegen Sion. Bewertung: Daniel Wyrsch.

Im Spiel um Platz drei gab es auf der Allmend keine Tore. Luzern liegt daher weiterhin zwei Punkte hinter dem FC Sion.

Video: FANalyse: FCL - FC Sion

Der FC Luzern und der FC Sion trennen sich in der Swissporarena 0:0. Was die Fans zum tor- und ereignislosen Spiel sagen und was der FCL hätte besser machen müssen sehen Sie hier... (Sara Häusermann / Luzernerzeitung.ch, 18. März 2017)




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