FC Luzern schon nach Ostern ohne Sportchef?

FUSSBALL ⋅ FCL-Sportkoordinator Remo Gaugler bekommt offenbar eine grosse Chance beim FC Basel: Er soll mit zuständig für die Kaderplanung der 1. Mannschaft sein. Der FCL muss wohl einen neuen Verantwortlichen für den Sport suchen.
12. April 2017, 05:00

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Remo Gaugler (48) erlebt derzeit bewegte Tage. Der FC Basel zeigt grosses Interesse, den Liestaler möglichst sofort zurück in den St.-Jakob-Park zu holen. Luzerns Sportkoordinator wurde vom neuen FCB-Sportdirektor Marco Streller (35) angefragt, mit ihm die Kaderplanung der 1.Mannschaft zu machen. Diese Arbeit muss so schnell wie möglich in Angriff genommen werden.

Gaugler kennt den Zeitdruck im Fussball. Er ist beim FCL die letzten 16 Monate der wichtigste Planer des Profikaders gewesen. Will der langjährige Ex-Nachwuchstrainer des FCB seinen Job gut machen, dann muss er bald damit anfangen können. In drei Monaten beginnt in der Super League bereits die neue Saison.

Beim Spiel am Ostermontag soll Gaugler noch hier sein

Der FCL will nicht, dass Gaugler öffentlich über das Interesse aus Basel und seinen wahrschein­lichen Abgang redet. Bis zum Heimspiel gegen St. Gallen soll er in Luzern bleiben, wird spekuliert. Der Match findet in fünf Tagen am Ostermontag (16.00) statt. «Unsere Konzentration gehört dieser Partie. Wir wollen Dritter werden», versichert FCL-Spielmacher Markus Neumayr.

Trotzdem: Luzern steckt wegen des begehrten Sportkoordinators in einer unangenehmen Lage. Gauglers Geschichte erinnert an jene von Murat Yakin, der während seiner Luzerner Trainerzeit ebenfalls vom FCB gejagt wurde – und am Ende bei seinem Heimatverein landete. Ein Profi, Trainer oder Klubangestellter in der Schweiz, muss gewöhnlich nicht überlegen, wenn der FCB mit einem lukrativen Vertrag und interessanten Herausforderungen lockt.

Remo Gaugler hat in den letzten vier Jahren einen steilen Aufstieg hingelegt: Nach 16 Jahren als Juniorentrainer in Basel holte im April 2013 der damalige FCL-Sportdirektor Alex Frei Gaugler in die Innerschweiz, wo er zuerst über zweieinhalb Jahre als Chefscout tätig war. Nach der Trennung von Sportchef Rolf Fringer im Januar 2016 wurde Gaugler zum Sportkoordinator befördert. Diese Reifeprüfung hat er bestanden. Nun kommt der nächste Schritt, die grosse Chance beim FCB. Streller, die Basler Identifikationsfigur schlechthin, scheint klug genug zu sein, dass er sich knapp zwei Jahre nach seinem Rücktritt als Profi die Unterstützung eines Fachmanns holt.

Wer ist dafür besser geeignet als Remo Gaugler? Einst hatte er für die FCB-Toptalente Ivan ­Rakitic, Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka «die Türe bei den Trainern Christian Gross und Thorsten Fink aufgestossen», wie er einmal sagte. Nun hat er in Luzern bewiesen, dass der Einbau von eigenen jungen Spielern wie Hekuran Kryeziu, Nicolas Haas, Filip Ugrinic und Jonas Omlin umsetzbar ist. Da passt Gaugler optimal ins Jobprofil beim FCB. Dort will nämlich die neue sportliche Leitung mit Streller, Chefstratege Alex Frei und Nachwuchschef Massimo Ceccaroni zwingend mehr junge Basler oder zumindest Schweizer im ­Fanionteam spielen sehen.

Wechseln vom FCL Trainer und Spieler nach Basel?

Die grosse Frage ist, ob mit Gauglers Rückkehr auch Trainer und Spieler vom Vierwaldstättersee ans Rheinknie wechseln. Bekanntlich gehört Chefcoach Markus Babbel zu den Kandidaten für die Nachfolge des abtretenden FCB-Trainers Urs Fischer. Babbels Assistent Patrick Rahmen ist ein Ur-Basler und könnte selber ein Kandidat für den FCB-Chefposten werden, oder im Fall eines Comebacks von Thorsten Fink ein valabler Co-Trainer-Kandidat sein. Auch Konditionstrainer Christian Schmidt hat Chancen auf einen Transfer, holte ihn Frei doch schon zum FCL. Gaugler hat jedoch immer wieder betont, dass er auch nach seiner Zeit nie beim FCL «wildern» gehen würde.

Trotz allem: FCL-CEO Marcel Kälin hofft, dass Gaugler bleibt. «Remo hat einen Vertrag bei uns, wir brauchen ihn. Vom FC Basel haben wir bis jetzt nichts gehört.» Man kämpft um Gaugler, dessen FCB-Vertrag noch nicht signiert ist.


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