FCL: Jonas Omlin jetzt offiziell die Nummer 1

FUSSBALL ⋅ FCL-Trainer Markus Babbel hat sich vor dem Spiel bei GC (heute, 17.45) zur Goaliefrage geäussert: Jonas Omlin gehört im Luzern-Tor die Zukunft – und macht auch vor den Medien eine gute Figur.
Aktualisiert: 
21.04.2017, 22:00
21. April 2017, 15:17

Daniel Wyrsch
daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Jonas Omlin (23) hat Humor. Zu einem Reporter sagte er gestern nach der Medienkonferenz: «Ich bin die Nummer 1 mit der 21 auf dem Rücken.» 

Das Goalietrikot mit der 1 bleibt wahrscheinlich auch in Zukunft für David Zibung (33) reserviert. Allerdings muss das Luzerner Urgestein nach zwölf Saisons als Stammgoalie nun definitiv ins zweite Glied treten. Denn die Testphase von Omlin ist nach sechs Liga- und zwei Cupspielen in Serie gemäss Markus Babbel erfolgreich abgeschlossen. «Jonas Omlin ist unser Torwart, er wird auch als unsere Nummer 1 in die neue Saison gehen», bestätigte der FCL-Cheftrainer eine entsprechende Journalistenfrage.

Trotzdem macht Babbel klar, wie leistungsbezogen er führt: «Jonas Omlin hat seinen Job bis jetzt sehr gut gemacht, doch muss er sich immer wieder neu beweisen. Das war bei David Zibung nicht anders.» Ein Extralob gibt es vom Coach für den langjährigen Schlussmann. «Jonas hat diesen Schritt auch deshalb machen können, weil Dave eine tolle Vorarbeit geleistet hat.»
Zibung hat sich gemäss Babbel immer sehr kooperativ während der Goalierochade verhalten. «Ausserdem schätze ich sehr, dass wir mit Dave weiterhin einen zusätzlichen Klassetorwart zur Verfügung haben.»

Routinier Zibung hilft seinem Nachfolger 

Omlin ist froh über die Unterstützung von Zibung: «Seine Erfahrung hilft mir sehr. Ich habe 7 Super-League-Spiele auf dem Buckel, Dave über 360.» Zum Beispiel habe ihn Zibung auf den Match in St. Gallen vorbereitet, «indem er mich eindringlich darauf aufmerksam machte, dass das Stadion dort mit den vielen lautstarken Anhängern zu einer der lautesten Geräuschkulissen im Schweizer Fussball wird».

Omlin hatte zuletzt von der geschlossenen Abwehrstärke seiner Vorderleute profitiert. Sowohl über 120 Minuten im Cup-Halbfinal von Sion wie zweimal während 90 Minuten in der Meisterschaft bei den 2:0-Siegen über Vaduz und St. Gallen ist er ungeschlagen geblieben. «Die kompakte Defensive hat mir sicher geholfen», bestätigte er. Omlin weist mit 23 Jahren zudem auf einen aussergewöhnlichen Fakt hin: «Im letzten Match habe ich in der Hintermannschaft neben Remo Arnold und Stefan Knezevic schon zu den älteren Spielern gehört.» Die erwähnten Innenverteidiger sind beide erst 20. Omlin stellte aber ebenso fest, dass er Arnold und Knezevic sowie François Affolter ein Kompliment für deren gute Defensivarbeit habe machen müssen.

Konsequenzen aus dem Fehlstart gezogen

Der Obwaldner ist ein intelligenter und smarter Typ. Er reflektiert sein Schaffen, will sich ständig verbessern. Aufgeben ist für Omlin keine Option. Selbst sein veritabler Fehlstart in die Karriere am 21. März 2015 vor 13 000 Zuschauern in der Swisspor-Arena konnte ihn nicht stoppen. Gegen Basel-Stürmer Shkelzen Gashi liess er einen haltbaren Freistoss zum 0:1 passieren. Später holte er Breel Embolo von den Beinen. Die gelbe Karte und der Foulpenalty zum 0:2 waren die Folge. 1:4 ging das Debüt schliesslich verloren. Im Rückblick gibt Omlin zu: «Vor diesem Match gegen Basel hatte ich das Gefühl, ich sei bereit. Aber ich hatte zu dieser Zeit ganz grosse Defizite.» 

Die Konsequenz daraus: «Ich arbeitete mit einem Mentaltrainer das volle Programm durch. Jetzt habe ich positive Gedanken, momentan klappt das sehr gut.» 

Zwei Jahre brauchte Omlin, um wieder im FCL-Tor zu stehen. Der Weg führte über den Challenge-Ligisten Le Mont zurück in die Innerschweiz. «Ich nutzte die Ruhe im Waadtland, um meine Schwächen auszumerzen.»

In Luzern herrscht Rummel um seine Person. Der elegante, 1,89 Meter grosse Goalie ist beliebt. «Obwohl nächstens mehrere Medienanfragen anstehen, bleibe ich voll fokussiert auf den Job», betont Omlin vor dem heutigen Spiel bei GC. Auch im Gespräch macht er eine gute Figur.


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