FCL-Nachwuchsarbeit trägt nun Früchte

FUSSBALL ⋅ Beim FC Luzern haben Talente wie Filip Ugrinic (17) und Remo Arnold (19) die Chance, Super League zu spielen. Jetzt hat der FCL zusammen mit YB am meisten junge Spieler im Kader.

02. Dezember 2016, 07:10

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

FCL-Nachwuchschef Genesio Colatrella (45, Bild) ist hoch erfreut über die Entwicklung: «Das A und O ist die gute Planung, wenn ein Klub junge Spieler bei den Profis einbauen will. Bei uns in Luzern herrscht diesbezüglich eine sehr gute Situation.» Einmal wöchentlich treffen sich der Staff der 1. Mannschaft, Sportkoordinator Remo Gaugler, U-21-Trainer Gerardo Seoane, Talentmanager Michel Renggli und Colatrella zu einer Sitzung, in der über die Nachwuchsspieler auf dem Sprung in die erste Mannschaft gesprochen wird.

Ausserdem findet einmal pro Woche ein Talenttraining für Spieler der U 18 und U 21 statt. Die Assistenztrainer Patrick Rahmen und Michael Silberbauer sowie Seoane führen diese Einheit unter der Leitung von Renggli durch. FCL-Cheftrainer Markus Babbel ist als Beobachter dabei. In einem dieser Trainings stach Filip Ugrinic, der Rohdiamant mit inzwischen fünf Einsätzen in der höchsten Liga, denn auch Babbel ins Auge. Nach dem überzeugenden Startelf-Debüt in Thun (2:1) dürfte der 17-jährige Stadtluzerner auch morgen (17.45) im Heimspiel gegen den FC Vaduz zum Einsatz kommen.

Nach Nicolas Haas (20), Remo Arnold (19), João Oliveira (20), Jonas Omlin (22) und Yannick Schmid (21, ausgeliehen an Wohlen) ist Ugrinic der sechste im FCL ausgebildete Nachwuchsspieler, der in den letzten knapp zwei Jahren seine Feuertaufe in der Super League erlebte.

Im 25-Mann-Kader des FC Luzern sind gegenwärtig nicht weniger als zehn Spieler, die im Verein ausgebildet worden und jünger als 25-jährig sind. Zu Ugrinic, Haas, Arnold, Oliveira und Omlin kommen der 109-fache Super-League-Spieler Hekuran Kryeziu (23) sowie die in der Meisterschaft noch nicht erprobten Simon Enzler (19), Stefan Knezevic (20), Silvan Sidler (18) und Cendrim Kameraj (17) dazu. Zusammen mit den Young Boys hat der FCL derzeit am meisten klubeigene Jungprofis im Profikader (siehe Grafik rechts).

Wichtige Abstützung in der Region

Für Colatrella hat das Erreichen dieser Durchlässigkeit zu den Profis einen Hauptgrund: «Zwischen allen Verantwortlichen herrscht gegenseitiges Vertrauen.» Ein besonderes Kränzchen windet der frühere NLA- und NLB-Fussballer von Kriens und Thun Markus Babbel: «Am Schluss steht und fällt eine derartige Integration der eigenen Nachwuchsleute mit dem Cheftrainer. Er plant mit und öffnet den Talenten die Tür, wenn sie dafür bereit sind.» Nicht zu vergessen sei, dass die Resultate gleichwohl stimmen müssten.

Colatrella betont, dass auch dem U-21-Verantwortlichen Seoane eine besondere Bedeutung zukommt: «Er gibt den Jungs den letzten, entscheidenden Schliff, bevor sie in der 1. Mannschaft ran dürfen.»

Ein Kompliment macht Colatrella zudem dem gesamten Trainerstaff der ersten Mannschaft. Er vergisst dabei auch nicht die Konditionstrainer Christian Schmidt und Norbert Fischer, welche die jungen Spieler physisch bereits früh auf höhere Aufgaben vorbereiten. «Sonst wäre es gar nicht möglich gewesen, dass Filip Ugrinic sofort solche Leistungen in der Super League zeigen konnte.»

Damit dem FC Luzern die Quellen für Zentralschweizer Talente auch in Zukunft nicht versiegen, pflegt der Klub seit Jahren Partnerschaften mit dem SC Kriens (Team Innerschweiz) und Zug 94 (Team Zugerland). Für die jüngeren Junioren gibt es ausserdem die Löwenschule mit dezentralen Trainings.

Colatrella ist dankbar für die Vorarbeit

Genesio Colatrella kennt sich in der gesamten Region bestens aus, er war vor seinem Wechsel in die Swissporarena im Sommer des vergangenen Jahres von 2011 bis 2015 Nachwuchschef in Kriens. Colatrella stellt dankbar fest: «Was wir jetzt mit unserer Nachwuchsförderung ernten, ist längst nicht nur das Verdienst der heutigen Verantwortlichen. Gesät und mit dem Nachwuchs gearbeitet haben über die Jahre viele Leute.»


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