FCL setzt Erfolgsserie fort und feiert Talent Ugrinic

FUSSBALL ⋅ Der FC Luzern überzeugt beim 2:1-Sieg in Thun mit einer kämpferischen Teamleistung. Ein erstaunliches Startelf-Debüt gibt das Eigengewächs Filip Ugrinic.

27. November 2016, 05:02

Daniel Wyrsch/Thun

FCL-Assistenztrainer Patrick Rahmen umarmte nach dem 2:1-Sieg auf dem Thuner Kunstrasen Filip Ugrinic (17). Dabei sprach er länger zum zentralen Mittelfeldspieler, der gestern in seinem fünften Super-League-Einsatz innert sechs Wochen erstmals von Anfang an auf dem Platz gestanden war und durchspielte. Was hat der Basler zum Luzerner Eigengewächs gesagt? Rahmen: «Ich habe Filip zu seiner Leistung über 90 Minuten gratuliert. Wie er die Zweikämpfe geführt hat, war für einen 17-Jährigen eine sehr reife Leistung.»

Mit Lob überhäufen wollte Rahmen den Nachwuchsmann aber bewusst nicht. Dabei hätte er mehrere Beispiele von der spielerischen Klasse des Schweiz-Serben aufzählen können. So setzte sich Ugrinic vor der Pause im Dribbling gegen drei Thuner durch und kam zum Flanken. Oder er bediente vor dem Halbzeitpfiff Ricardo Costa mit einem präzisen Eckball. Während diese Chance ungenutzt blieb, führte der FCL in der 61. Minute nach einem Standard von Ugrinic. Sein Freistoss flog derart scharf und präzis vor das Tor, dass Abwehrchef Tomislav Puljic fast mühelos zum 1:0 einköpfeln konnte.

Die Luzerner bejubelten den Führungstreffer, als ob es bereits die Entscheidung gewesen wäre. Das hatte wohl damit zu tun, dass sie in der Anfangsphase der Partie grosse Mühe mit den viel zielstrebiger agierenden Berner Oberländern bekundet hatten. Thun-Trainer Jeff Saibene monierte in der Medienkonferenz zu Recht die Effizienz: «Wenn man eine Chance wie jene von Dejan Sorgic auslässt, dann ist es schwierig, gegen Luzern etwas zu holen.» Ex-FCL-Spieler Sorgic hatte in der 7. Minute aus bester Position das Tor verfehlt, nachdem François Affolter ausgeglitten war und den Ball an Christian Fassnacht verloren hatte.

Zibung bleibt beim 1:1 auf der Torlinie stehen

Beim Ausgleich machte es dann der von einer Verletzung genesene Nicolas Schindelholz besser. Der Innenverteidiger köpfelte zwei Minuten nach dem Luzerner Führungstor zum 1:1 ein. Keine gute Figur machte dabei David Zibung, der die hohe Flanke des eingewechselten Matteo Tosetti hätte behändigen müssen. Doch der FCL-Goalie blieb auf der Torlinie stehen.

Die Innerschweizer liessen sich durch den schnellen Führungsverlust nicht unterkriegen. Sie funktionierten als solidarisch kämpfende Mannschaft. Dabei zeigte sich in diesem Spiel, dass der FCL über den wesentlich gefährlicheren Angriff als Thun verfügt. Marco Schneuwly unterstrich seine Abschlussstärke mit einem Schuss an die Latte (23.).

Bilderbuchangriff schliesst Rodriguez mit dem 2:1 ab

Die schönste Aktion der Partie gelang den Gästen in der 68. Minute: Verteidiger Ricardo Costa eroberte im Mittelfeld den Ball zurück, via Puljic und Marco Schneuwly kam er wieder zu Costa, der passte zentimetergenau steil auf Ricardo Rodriguez, welcher die Traumkombination mit dem 2:1-Siegtor abschloss.

Aus den letzten fünf Spielen hat Luzern 13 Punkte geholt und Platz 4 zementiert. Rahmen versprach übrigens im Fall von Überflieger Ugrinic: «Wir begleiten Filip, er kann kleine Schritte machen.» Mit anderen Worten: Trotz der Erfolgsserie soll nun keiner übermütig werden beim FC Luzern.

Thun - Luzern 1:2 (0:0)

5086 Zuschauer. - SR Pache. - Tore: 61. Puljic (Freistoss Ugrinic) 0:1. 63. Schindelholz (Tosetti) 1:1. 68. Rodriguez (Costa) 1:2.

Thun: Ruberto; Glarner, Reinmann, Schindelholz, Facchinetti; Ferreira (61. Tosetti), Hediger, Geissmann (80. Peyretti), Bigler (64. Rapp); Fassnacht, Sorgic.

Luzern: Zibung; Costa, Puljic, Affolter; Grether, Kryeziu, Ugrinic, Lustenberger; Christian Schneuwly, Marco Schneuwly (71. Itten), Rodriguez (88. Neumayr).

Bemerkungen: Thun ohne Bürki, Faivre, Schirinzi und Zino, Luzern ohne Haas, Juric, Rogulj und Sarr (alle verletzt). 23. Lattenschuss Marco Schneuwly. Verwarnungen: 20. Rodriguez (Foul). 55. Glarner (Foul). 78. Fassnacht (Foul).

16. Runde: Grasshoppers - St. Gallen (20.00 Uhr). - Rangliste: 1. Basel 15/41 (45:11). 2. Young Boys 15/26 (34:20). 3. Sion 15/26 (33:26). 4. Luzern 16/26 (32:30). 5. Lausanne-Sport 15/17 (27:29). 6. Grasshoppers 15/17 (22:29). 7. St. Gallen 15/17 (16:23). 8. Lugano 15/16 (21:29). 9. Thun 16/15 (20:30). 10. Vaduz 15/12 (15:38). (sda)

  • Martin Meienberger/freshfocus
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Die Bilanz für die einzelnen Spieler. Bewertung: Daniel Wyrsch. Nicht bewertbar: Cedric Itten und Markus Neumayr.

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Der FC Luzern nimmt aus dem Gastspiel beim FC Thun drei Punkte mit. Tomislav Puljic und Francesco Rodruguez schiessen den FCL zum 2:1-Sieg.


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