FCL will «Wundertüte» besiegen

FC LUZERN - FC SION ⋅ Der FC Luzern hat heute (17.45) die Chance, mit einem Heimsieg gegen den FC Sion auf Platz 3 vorzustossen. Christian Schneuwly kennt das Rezept, wie man gegen Sion erfolgreich sein kann.

18. März 2017, 09:01

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Spricht FCL-Spieler Christian Schneuwly (29) über den FC Sion, dann ist das letzte Aufeinandertreffen mit den Wallisern ein Thema. «Wir wollen Revanche nehmen für die Niederlage im letzten Match. Das Eisfeld im Tourbillon ist immer noch präsent», sagt Schneuwly. An jenem 11. Dezember hatten die Luzerner in Sion keine Chance. Auf dem teilweise zugefrorenen Terrain im Tourbillon rutschten die Gäste immer wieder aus und hatten lange Zeit keinen Zugriff aufs Spiel. Hätten die Sittener ihre Angriffe effizienter zu Ende gespielt, wäre ein Kantersieg für das Heimteam möglich gewesen.

Als am Ende der Partie ein 3:1 an der Anzeigetafel aufleuchtete, waren die Luzerner damit mehr als gut bedient. Punktgleich mit Sion (je 29 Zähler) ging der FCL in die Winterpause.

Ein Sieg über Sion wäre wichtig

Seither ist es weder den drittplatzierten Wallisern noch den Luzernern (4.) besonders gut gelaufen. Sion hat in den ersten sechs Spielen der Rückrunde neun Zähler geholt, hat dreimal gewonnen, aber auch dreimal verloren. Der FCL hat mit vier Unentschieden, einem Sieg und einer Niederlage lediglich sieben Punkte gesammelt. Trotzdem könnten die Innerschweizer heute Sion mit einem Heimsieg von Rang 3 verdrängen. Die Welt in Luzern würde auf einen Schlag in den hellsten Farben leuchten.

Christian Schneuwly wittert die Chance, Sion zweieinhalb Wochen vor dem Cup-Halbfinal im Tourbillon zu Hause zu bezwingen. Er bezeichnet Sion als Wundertüte und sagt: «Wir müssen den Gegner unter Druck setzen.» Möglichst über die vollen 90 Minuten Spielzeit, wie FCL-Trainer Markus Babbel ergänzt.

Weil der Gästeequipe von Coach Peter Zeidler die verletzten Angreifer Carlitos und Geoffrey Bia fehlen, erhöht sich die Chance auf einen Heimerfolg. Wobei Babbel warnt: «Deren Ersatzleute sind sicher auch gut.»

Constantin verkaufte Spieler für zehn Millionen

Sion ist bekannt für sein ausgeglichenes und breites Kader. Doch mit Edimilson Fernandes (West Ham United), Léo Lacroix (Saint-Etienne) und Vincent Sierro (SC Freiburg) verkaufte Präsident Christian Constantin kürzlich drei in der eigenen Akademie ausgebildete Spieler. Zudem verliess auch Ebenezer Assifuah (zu Le Havre) den FC Sion. Insgesamt brachten die Verkäufe über 10 Millionen Franken ein.

Der Verkauf von mehreren Spielern könnte auch Luzern bevorstehen. Bekanntlich stehen der australische Nationalstürmer Tomi Juric sowie der gegen Sion gesperrte eigene Mittelfeldspieler Hekuran Kryeziu vor dem Absprung im Sommer. Ungeklärt ist weiterhin die Zukunft von Eigengewächs Nicolas Haas, der ebenfalls im Aufbauzentrum spielt. Umso wichtiger ist, dass sich der FCL auf ein Gerüst von Routiniers verlassen kann. Zu diesen gehören Markus Neumayr sowie Marco und Christian Schneuwly.

Christian Schneuwly hat wie sein Bruder noch einen Vertrag bis Mitte 2018 beim FCL. Gleich wie der erfolgreichste Schütze des Teams, Marco (11 Tore), sagt Christian: «Ich fühle mich sehr wohl hier und kann mir durchaus vorstellen, länger zu bleiben.»

Seit Sohn Nico (fünf Monate) auf der Welt ist, dreht sich bei den Schneuwlys in Hergiswil alles um den Kleinen. «Nico hält uns auf Trab», sagt der Vater und lächelt.

Auf dem Platz ist Christian Schneuwly auf der Position des rechten Aussenläufers mehr denn je gefordert. Gegen Sion dürfte er viel defensive Arbeit leisten müssen, obwohl er lieber offensiver spielen würde. «Aber das ist mir egal, wenn wir uns mit einem Sieg belohnen», sagt Schneuwly. Dann wäre Teil eins der Mission gegen Sion geschafft. Teil zwei ist dann der Cup-Halbfinal am 5. April im Tourbillon.


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