Jetzt wird es dreckig beim FC Luzern

FUSSBALL ⋅ FCL-Präsident Ruedi Stäger erhebt in einem Interview schwere Vorwürfe gegen Rolf Fringer und Roland Vrabec. Sie sollen ein Komplott gegen Markus Babbel geschmiedet haben.

27. Februar 2016, 05:00

Ruedi Stäger (58) hat bisher immer betont, dass er keine schmutzige Wäsche waschen möchte. Das hat der Präsident des FC Luzern zwar auch im gestern veröffentlichten Interview mit der «Aargauer Zeitung» (AZ) gesagt. Gleichwohl erhob er im gleichen Gespräch gegenüber dem am letzten Montag freigestellten Co-Trainer Roland Vrabec (41) und dem am 7. Januar freigestellten Ex-Sportchef Rolf Fringer (59) schwere Vorwürfe. Stäger behauptet im Gespräch mit der AZ, die beiden hätten zusammen ein Komplott gegen Cheftrainer Markus Babbel (43) geschmiedet. Gegenüber unserer Zeitung wollte Stäger diese Aussagen dann aber nicht mehr näher erläutern.

Schwarzer Peter zurück an Fringer

Im Gespräch mit der Neuen LZ legt Stäger den Fokus stattdessen auf einen neuen Aspekt: «Haben Sie gesehen, wie sich Rolf Fringer letzte Woche als Experte des Schweizer Fernsehens gegenüber der Klubführung des FCL geäussert hat?» Stäger ist sich sicher: «Er fügt damit dem Verein absichtlich Schaden zu.» An dem Champions-League-Abend hatte der Ex-Sportchef erklärt, seine plötzliche Freistellung sei für ihn völlig unfair und nicht nachvollziehbar. Er sei immer noch perplex. «Aber es geht eben weiter im Fussball, weil solche Machenschaften einer Vereinsführung sich unweigerlich auf dem Feld auswirken. Mir tun die Fans leid und besonders die Spieler, weil sie für die Resultate verantwortlich sind und eigentlich am wenigsten dafür können», erklärte Fringer am TV seine Sicht der Dinge.

Vrabec ist überrascht

Gegenüber dem Deutsch-Kroaten Vrabec wartete Stäger in erwähntem AZ-Interview ausserdem mit dem Vorwurf auf, er habe bei der Zusammenarbeit mit dem Staff einen Loyalitätsbruch begangen. Wir erreichten Roland Vrabec in Deutschland am Handy. Er ist sehr überrascht von den Aussagen Stägers. «Bei meiner Freistellung am letzten Montag haben Ruedi Stäger und ich uns vertraglich darauf geeinigt, dass wir öffentlich keine schmutzige Wäsche waschen. Jetzt macht er wenige Tage später genau das.» Vrabec wird sich mit seinem Berater zusammensetzen und danach eine schriftliche Erklärung abgeben. Schliesslich gehe es um seinen Ruf als Trainer.

Wichtige Spiele für den FCL

Fringer meint, von unserer Zeitung auf die Vorwürfe angesprochen, dass er keine Stellung beziehe. Der Ex-Sportchef des FCL wirkt am Telefon ruhig und abgeklärt.

FCL-Präsident Stäger dagegen fordert – und das tönt schon fast wie ein Hilferuf: «Lasst uns arbeiten. Wir wollen und wir brauchen Ruhe. Es steht eine ganz wichtige Woche mit den Spielen in Sion, dem Cup-Halbfinal am Mittwoch zu Hause gegen Lugano und am nächsten Sonntag in Bern gegen YB an.» Es sind tatsächlich schicksalsträchtige Partien. Nicht zuletzt für ihn selber. Das weiss er auch und gibt es zu verstehen.

Stäger und das Schicksal

Schon zuvor hatte Stäger in dieser Woche ein Interview gegeben, in dem er eine aus Sicht von Beobachtern sehr spezielle Aussage gemacht hatte. Im Interview mit «Blick online» gab Stäger auf die Frage: «Sie haben mit Markus Babbel um zwei Jahre verlängert: Damit verknüpfen Sie Ihr Schicksal direkt mit demjenigen von Babbel», folgende Antwort: «Ach, wissen Sie: Mein Schicksal hängt nicht vom FC Luzern ab.» Gestern rechtfertigte er sich nun, darauf angesprochen, mit folgenden Worten: «Ich habe in diesem Interview mit ‹Blick online› nicht gesagt, dass mein Schicksal nicht mit dem FCL verknüpft sei. Gemeint war selbstverständlich: Mein Schicksal ist nicht mit dem Fussball verknüpft.»


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