Kein FCL-Befreiungsschlag gegen GC

FUSSBALL ⋅ Der FC Luzern spielt gegen die Zürcher Grasshoppers 1:1 unentschieden. Erneut war Marco Schneuwly der einzige FCL-Torschütze. Lezcano musste wegen einer mehr als fragwürdigen roten Karte frühzeitig vom Platz.

10. August 2014, 16:40
  • Luzerns Marco Schneuwly (links) gegen GCs Stephane Grichting
  • Luzerns Dario Lezcano (links) im Laufduell mit GCs Veroljub Salatic.
  • Alain Wiss (mitte) und Thierry Doubai diskutieren eine Szene mit Schiedsrichter Nikolaj Hänni.

Der FC Luzern spielte am Sonntag, 10. August 2014, zu Hause in der Swissporarena gegen GC Zürich 1:1 unentschieden. Das Tor für die Luzerner schoss Marco Schneuwly.

«Aufwand und Ertrag stimmen nicht überein» - das waren die Worte von Carlos Bernegger vor dem Spiel gegen die Grasshoppers. Und er behielt einmal mehr Recht. Die Luzerner spielten 1:1 unentschieden - Schneuwly schoss sein schon fast obligates Tor. Doch wieder reichte es nicht für den ersten Sieg der Saison. Und dies obwohl der FCL über weite Strecken des Spiels die dominierende Mannschaft war.

Der FC Luzern startete wirklich gut in die Partie. Obwohl GC sehr hoch stand, hatten die Luzerner die Lage stets gut im Griff und kamen bereits in den ersten 10 Minuten selber zu zwei guten Chancen. Zuerst scheiterte Lezcano mit seinem Freistoss nur äusserst knapp an GC-Keeper Vasic und nur drei Minuten später verfehlt Lustenberger das Tor nur sehr knapp. GC konnte von Glück reden, keinen frühen Treffer kassiert zu haben.

GCs Michael Lang legt vor

Vorbei war die Luzerner Herrlichkeit in der 13. Spielminute. Einen Freistoss aus grosser Distanz bringt Pavlovic perfekt in den FCL-Strafraum. Dort prallt der Ball von Dabbur und Sarr schliesslich zu Michael Lang. Dieser bringt das Leder im Fallen und via Latte im Tor unter. GC jubelte - der FCL liess den Kopf hängen. Wieder waren die Bemühungen nicht belohnt worden. Wieder kassierte man stattdessen ein Gegentor.

Der FC Luzern hatte in der Folge etwas Mühe wieder den Tritt zu finden. Allerdings hielt dieser Zustand nicht lange an. Nur wenige Minuten später jubelte nämlich Marco Schneuwly. Wieder dieser Schneuwly. Er erzielte das 1:1 in der 19. Minute. Der Befreiungsschlag von Ravet landet an Wiss' Kopf und prallt direkt vor die Füsse von Schneuwly. Dieser läuft los und verwandelt in gekonnter Manier.

Nur wenig später hatte Hyka sogar noch die Möglichkeit zum 2:1. Nach einem guten Pass von Winter taucht der Wirbelwind alleine vor Vasic auf. Doch im Gegensatz zu Schneuwly verliert er dieses Duell. GC kam nicht mehr zu einer gefährlichen Möglichkeit. Der FCL hinterliess bis zu Pause einen soliden Eindruck.

Der FCL "schwimmt" nach der Pause

Ganz anders das Bild zu Beginn der zweiten 45 Minuten: Wie schon gegen St. Gallen kam der FC Luzern auch dieses Mal schlecht zurück aus der Pause. Hinten "schwammen" die Luzerner phasenweise. Oftmals gelang es nur im Kollektiv und mit einigem Glück den Ball aus der Gefahrenzone zu schlagen. Sowohl Doubai als auch Rogulj hatten nicht ihren besten Tag und waren oftmals die Verlierer in einem Zweikampf.

Erst in der 68. Minute konnte der FCL wieder offensive Akzente setzen. Schneuwly schirmte den Ball gekonnt ab und legte nach rechts aussen auf frisch eingewechselten Mobulu. Dieser legte sich das Leder einen Tick zu weit vor - und vorbei war die Chance. Das hätte auch das 2:1 sein können.

Hitzige Szenen zum Schluss

Das schwülwarme Wetter liess auch die Gemüter auf dem Rasen nicht kalt. Die Zweikämpfe wurden auf beiden Seiten hart geführt. Schliesslich in der 79. Minute kam es zu einem Techtelmechtel zwischen Grichting und Lezcano. Aus der Distanz spielte sich das wie folgt ab: Lezcano schlittert in Grichting. Das war Foul. Dann aber am Boden bewegt sich Grichting in Richtung Lezcano. Das war - aus der Distanz gesehen - eine Tätlichkeit. Der Schiedsrichter hatte das allerdings ganz anders gesehen. Er gab Grichting die gelbe Karte, was gelb-rot bedeutete, und Lezcano die direkt rote Karte. Für diesen unverständlichen Entscheid gab es Pfiffe von allen 11'391 Zuschauern in der Swissporarena. Diesen Entscheid konnte wohl keiner nachvollziehen.

Beide Teams mit einem Mann weniger sorgten für eine spannende Schlussphase. Doch dem FC Luzern war es einmal mehr nicht vergönnt, noch den späten Siegestreffer zu schiessen. Mobulu verursachte gleich mehrmals Chaos im GC Strafraum - doch der Ball wollte nicht rein. So blieb es beim 1:1. Kein Befreiungsschlag für den FCL - kein Befreiungsschlag für GC. Die Luzerner warten somit immer noch auf den ersten Saisonsieg.

Luzern und die Grasshoppers sind auch nach 360 Minuten der Saison noch sieglos. Das 1:1 war ein Resultat, das für keines der beiden Teams von Nutzen ist. Luzern offenbarte abermals Probleme mit der Effizienz. (Tele 1, 10.08.2014)

Luzern - Grasshoppers 1:1 (1:1)

11'391 Zuschauer. - SR Hänni. - Tore: 13. Lang (Dabbur) 0:1. 19. Schneuwly (Wiss) 1:1.

Luzern: Zibung; Sarr, Affolter, Rogulj, Lustenberger; Winter (56. Mobulu), Wiss (30. Thiesson), Doubai, Hyka (83. Jantscher); Lezcano; Schneuwly.

Grasshoppers: Vasic; Lang, Jahic, Grichting, Pavlovic; Salatic; Kahraba (64. Tarashaj), Abrashi, Sinkala (79. Dingsdag), Ravet (74. Ngamukol); Dabbur.

Bemerkungen: Luzern ohne Bozanic, Holenstein (beide verletzt), Freuler (gesperrt) und Lamas (noch nicht spielberechtigt), Grasshoppers ohne Ben Khalifa, Caio und Davari (alle verletzt). 30. Wiss verletzt out (Kopf). 77. Gelb-rote Karte gegen Grichting (Unsportlichkeit) und rote Karte gegen Lezcano (Tätlichkeit). Verwarnungen: 26. Grichting. 43. Sarr. 64. Schneuwly. 84. Tarashaj (alle wegen Fouls). 86. Dabbur (Unsportlichkeit). 93. Pavlovic (Foul).

Luzern und die Grasshoppers sind auch nach 360 Minuten der Saison noch sieglos. Das 1:1 war ein Resultat, das für keines der beiden Teams von Nutzen ist. Luzern offenbarte abermals Probleme mit der Effizienz. (Tele 1, 10.08.2014)




Login


 

15 Leserkommentare

Anzeige: