Kryeziu öffnet Tür zum erlösenden FCL-Heimsieg

FUSSBALL ⋅ Der FC Luzern benötigt gegen den FC St. Gallen Beharrlichkeit, um am Ende 2:0 zu siegen. 1:0-Schütze Hekuran Kryeziu lobt das FCL-Coaching.
17. April 2017, 22:06

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Hekuran Kryeziu machte alles richtig: Zuerst nahm der FCL-Mittelfeldspieler dem St. Galler Mohamed Gouaida den Ball weg, um diesen anschliessend aus 30 Metern unhaltbar für Daniel Lopar in der Torecke zu versenken. Dieses spektakuläre 1:0 öffnete den Luzernern in der 72. Minute die Tür zum ersten Heimsieg seit dem 12. Februar. Damals beim 4:1 gegen YB hatte Kryeziu mit dem wichtigen 2:1 sein erstes Saisontor erzielt, gestern feierte er den zweiten Treffer. «Ein wichtiges Tor war es sicher», fand der gebürtige Küssnachter, der für das Heimatland seiner Eltern, den Kosovo, in der Nationalmannschaft spielt.

Kryeziu erklärte, warum er so entschlossen gegen Gouaida das Gegenpressing betrieb: «Das ist uns von den Trainern vorgegeben worden. St. Gallen steht offensiv, wir sollen ebenfalls offensiv dagegenpressen. Beim Schuss hatte ich viel Zeit und haute voll drauf.»

Die Erleichterung im FCL-Lager war gross, der Jubel überschwänglich. Zuvor hatte es immer mehr danach ausgesehen, dass die Innerschweizer auch die fünfte Heimpartie in Folge nicht erfolgreich beenden könnten. Goalgetter Marco Schneuwly zog gestern einen schwachen Tag ein, mit dem Kopf vergab er zwei gute Möglichkeiten (17./45.). Er wirkte nicht entschlossen. So musste der zwölffache Saisonschütze in der 67. Minute seinen Platz im Sturm dem jungen Cedric Itten überlassen. Der Leihprofi des FC Basel vergab in der 80. Minute mit dem Kopf das 2:0. Doch sieben Minuten später nutzte der 20-Jährige einen feinen Steilpass von Markus Neumayr. «Ich konnte den Ball an Lopar vorbeischieben», freute sich Itten über sein drittes Saisontor zum 2:0-Endstand.

Die Luzerner mussten sich lange gedulden, sie belohnten sich für ihre Beharrlichkeit. «Es freut mich, dass das Team nach einer schwierigen Phase und der Enttäuschung im Cup-Halbfinal in Sion beim 2:0-Sieg in Vaduz letzte Woche und nun gegen St. Gallen den Fight angenommen hat», lobte Trainer Markus Babbel zu Recht seine Mannen.

Sechs Junge aus dem FCL-Nachwuchs auf dem Platz

Der dienstälteste Coach der Super League durfte stolz sein auf seine gestrige Equipe: Zusammen mit Anführer und Torschütze Kryeziu (24) standen mit Torhüter Jonas Omlin (23), Nicolas Haas (21), Stefan Knezevic (20) und Remo Arnold (20) nicht weniger als fünf junge Spieler in der Startelf, die aus der eigenen Nachwuchsabteilung stammen. Mit Idriz Voca (19) kam in den Schlussminuten ein weiteres FCL-Talent zum Super-League-Debüt. Bei seiner ersten Aktion schoss er frech aus 18 Metern.

Hekuran Kryeziu stellte nach dem Vollerfolg gegen recht harmlose St. Galler zufrieden fest, dass der Rückstand auf den Dritten Sion acht Runden vor Schluss weiterhin nur zwei Punkte beträgt. «Unser Ziel ist Platz 3, vielleicht gelingt uns mit Hilfe eines Basler Sieges im Cupfinal gegen Sion die Sensation. Das heisst, wir würden uns auf Rang 3 für die Europa League qualifizieren.»

Ob er dann allerdings noch für den FCL spielt, steht in den Sternen. Trotz Vertrag bis 2018 möchte er ins Ausland wechseln. Bis jetzt liegt kein konkretes Angebot vor, sagt Kryeziu. «Ich hoffe, das war nicht mein letztes Tor. Weitere Treffer würden mir ­einen Transfer sicher erleichtern», meinte er schmunzelnd.


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