Die Bilanz

Nur das FCL-Gesicht nach der Pause ist akzeptabel

Der FC Luzern steigert sich gegen Sion in der Schlussphase klar, führt 2:1, ehe Sions Akolo doch noch das 2:2 (93.) gelingt – ein gerechtes Remis.

22. September 2016, 05:02

Francisco Rodriguez stand nach dem Schlusspfiff enttäuscht auf dem Platz der Swissporarena. Der Heimspiel-Debütant des FC Luzern hatte einen guten Match gemacht, für das 2:1 von Marco Schneuwly in der 86. Minute den Pass gegeben. Dennoch musste die Mannschaft von Cheftrainer Markus Babbel Sekunden vor Schluss – in der 93. Minute – das 2:2 hinnehmen. Chadrac Akolo traf auf Konter in die hintere Torecke. Rodriguez seufzte: «Dieser späte Ausgleich hat die Stimmung doch ziemlich gedämpft. Das Gegentor war unnötig.» Im achten Ligaspiel wurde damit das erste Unentschieden des FCL Tatsache.

Junge «Wilde» bringen neuen Schwung

Trotzdem durfte Rodriguez auch Positives feststellen: «In der zweiten Halbzeit ist es uns viel besser gelaufen, wir zeigten mehr Spielfreude.» Francisco Rodriguez (21) hatte seinen Anteil an dieser deutlichen Leistungssteigerung. Zusammen mit den anderen jungen Spielern João Oliveira (20) und Cedric Itten (19) war Rodriguez nach dem Seitenwechsel eingewechselt worden. Alle drei brachten endlich Schwung in den lange Zeit lethargischen FCL. Exemplarisch dafür die Szene in der 82. Minute, als Rodriguez flankte, Itten den Ball durchliess und Oliveira nur haarscharf das Tor verfehlte.

Sion erschreckt den FCL mit zwei Lattenschüssen

Luzern lachte mit Rodriguez, Oliveira und Itten, das schlecht gelaunte Gesicht hatte es in den ersten 45 Minuten gezeigt. Man musste sich fragen, ob die Spieler immer noch an ihren Punkteprämien für die gewonnenen zwölf Zähler aus den ersten fünf Runden herumstudierten. Uninspirierte Individualisten standen da für den FCL auf dem Platz, während Sion nach drei Pflichtspielsiegen unter dem neuen Trainer Peter Zeidler mutig und geschlossen auftrat. Pech hatten die Walliser, dass 2:2-Schütze Akolo zweimal nur die Latte (23./46.) getroffen hatte. Wäre einer der beiden Schüsse reingegangen, wäre der in der Defensive erneut schlecht aussehende FCL wohl zum dritten Mal in Serie als Verlierer vom Platz gegangen. Denn Sion führte seit der 17. Minute durch einen Freistoss von Reto Ziegler 1:0.

Den Innerschweizern ist zugutezuhalten, dass auch Neumayr mit einem Freistoss an den Pfosten (5.) Pech zu beklagen hatte. Den Bann für den FCL brach in der 76. Minute Marco Schneuwly mit gütiger Mithilfe von Carlitos. Er köpfelte Neumayrs Freistoss an den Rücken des Sion-Angreifers, von wo der Ball zum 1:1 in das Tor der Walliser eindrang.

Umstritten war das erwähnte 2:1 der Luzerner. Möglicherweise stand Marco Schneuwly bei der Ballabgabe von Rodriguez im Abseits. Insgesamt kann der FCL mit diesem Punkt zufrieden sein. Obwohl Coach Babbel nach dem Match haderte: «Wir hätten kurz vor Schluss mehr Cleverness haben müssen, der Sieg wäre dann in trockenen Tüchern gewesen.» Immerhin konnte er aufgrund der Steigerung eine intakte Moral in seiner Truppe feststellen. Luzern bleibt dank des Punktgewinns immer noch auf Platz 3.

Am nächsten Samstag (17.45) im Heimspiel gegen Lausanne müssen die Innerschweizer aber von Anfang Druck auf den Gegner ausüben, wollen sie endlich auf die Siegerstrasse zurückkehren. Wollen sie das Budget einhalten, muss ein Vollerfolg her. Der FCL budgetierte zu Hause gegen Sion und Lausanne vier Punkte.

Hinweis

Mehr zur Super League lesen Sie auf Seite 31.

Daniel Wyrschdaniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch


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