Volles Vertrauen in Costa/Puljic

FUSSBALL ⋅ Der FC Luzern versucht, seine Negativserie heute (20.00) beim Leader FC Basel zu beenden. Dazu braucht der FCL endlich eine souveräne Abwehrleistung.

15. Oktober 2016, 05:00

Ricardo Costa (35) hat zwei gegensätzliche Erinnerungen an den FC Basel. Zuerst die positive: Im April 2014 wurde der portugiesische Innenverteidiger, damals in Diensten von Valencia, in der 81. Minute eingewechselt. Die Spanier gewannen im Viertelfinal der Europa League dank zwei Toren in der Verlängerung 5:0, konnten so das 0:3 aus dem Hinspiel in Basel korrigieren.

Umgekehrt ist der erste Vergleich im FCL-Dress für Costa gegen den Schweizer Serienmeister ausgegangen. Anfang August führten starke Luzerner zu Hause bis zur 70. Minute 2:1, ehe der eingewechselte Marc Janko mit einem Doppelpack den FCB zum 3:2-Sieg führte. Bei Jankos zweitem Tor war Costa von einer Mitschuld nicht freizusprechen.

Nur Vaduz und Thun defensiv schlechter

Seither ist es oft der Fall gewesen, dass der als Abwehrstabilisator geholte Costa seine Hände bei den Gegentoren nicht in Unschuld waschen konnte. Egal, ob der frühere Champions-League-Sieger wie gegen Basel an der Seite von François Affolter verteidigt oder wie in den letzten vier Partien zusammen mit Tomislav Puljic die zentrale Abwehr bildet.

Fakt ist: Luzern hat ein schwerwiegendes Defensivproblem: 21 Gegentore kassierte die Mannschaft von Trainer Markus Babbel in den ersten zehn Runden, nur das vorletzte Vaduz (24) und Schlusslicht Thun (22) haben den Gegnern das Toreschiessen leichter gemacht als der FCL.

Trotzdem wird Babbel gemäss eigener Aussage auch in Basel gegen den besten Angriff der Liga (Torverhältnis 30:8!) wieder auf Costa und Puljic in der Innenverteidigung setzen. Er habe volles Vertrauen in dieses Duo. «Beides sind Topverteidiger», betont der Coach.

Babbel ist egal, wer Abwehrchef ist

Auf die Frage, wer von den zweien eigentlich der Abwehrchef ist, antwortet Babbel unwirsch: «Das ist mir ehrlich gesagt wurst, wichtig ist, dass sie sich gegenseitig unterstützen.» Mit 33 Jahren (Puljic) und 35 Jahren (Costa) könne er von diesen erfahrenen Spielern erwarten, dass sie wüssten, was zu tun sei.

Aus den Traktanden scheinen die anderen Innenverteidiger Affolter (25) und Sally Sarr (30) gefallen zu sein. Oder wartet Babbel taktisch klug ab, wie sich Costa gegen den Ligaprimus schlägt? Im letzten Spiel bei GC (2:3) hatte der dreifache WM-Teilnehmer im Team von Portugals Nationalheld Cristiano Ronaldo seinen bis heute schwärzesten Tag in den FCL-Farben eingezogen: Er verursachte den spielentscheidenden Penalty und war auch an den anderen beiden Gegentoren beteiligt.

Babbel glaubt, dass die mentale Ausgangslage für Luzern ein Vorteil ist: «Wir müssen nicht, aber wir können in Basel gewinnen.» Dem Bayer ist jedoch bewusst, dass der FCB nach zuletzt zwei enttäuschenden Auftritten bei Arsenal (0:2) in der Champions League und zu Hause gegen Thun (1:1) heute gegen den FCL «Vollgas geben wird». Babbel: «Wir dürfen sicher nicht die leichtfertigen Fehler wie gegen GC machen, diese würde Basel gnadenlos ausnützen.»

Nach nur einem Punkt aus den letzten fünf Ligaspielen «wollen wir endlich etwas mitnehmen», sagt der FCL-Coach.

Daniel Wyrschdaniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch


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