Alarm beim FC Luzern wegen der Ausbeute gegen die «Kleinen»

FUSSBALL ⋅ Der FC Luzern hat noch fünf Pflichtspiele bis zur Winterpause. Eine Bilanz kann der Klub nach den Vergleichen mit den vermeintlich schwächeren Lausanne, Thun und Lugano bereits ziehen: Gegen sie holte der FCL von 18 möglichen Punkten nur deren 4.
21. November 2017, 08:40

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Gedrückte Stimmung beim FC Luzern. Betretene Gesichter in der Mannschaft, im Staff, traurig guckt auch der Trainer. Markus Babbel verdaute gestern beim Training immer noch die 1:3-Niederlage vom Sonntag in Lausanne. Die vergebenen Chancen seiner Angreifer beschäftigten den 45-Jährigen – und natürlich der Rückfall ans Tabellen­ende, wohin der FCL (9.) – punktgleich mit Sion (10.) – nach nur einer Runde zurückgekehrt ist.

Gut hat dem Coach sicher getan, dass Präsident Philipp Studhalter (41) das Training besuchte. Die Präsenz des Anwalts ist ein Zeichen der Unterstützung. Ein Trainer, der mit seiner Mannschaft nach 15 Runden lediglich 14 Zähler gesammelt hat, steht bei jedem Verein im Profi-Fussball zur Diskussion. Studhalter stand am Rand des Platzes, redete angeregt mit Markus Babbel, während Assistenzcoach Patrick Rahmen das Training leitete.

Präsident und Investoren wollen an Babbel festhalten

«Wir haben diesen Weg mit dem Umbruch eingeschlagen, und wir wollen ihn fortführen», erklärte Studhalter. Offensichtlich möchten der Präsident und die anderen Verwaltungsräte der FCL Holding den steinigen Pfad am liebsten mit Babbel weitergehen.

Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass Babbel mit seinen Spielern möglichst schnell auf die Erfolgsspur zurückfinden muss. Nicht nur für einen Match wie vor der Länderspielpause gegen St. Gallen. Das 3:0 war der erste Sieg nach fast drei Monaten ohne einen Vollerfolg in der Liga.

Allerdings hat Luzern bei den vermeintlich leichtesten Aufgaben keine gute Figur gemacht. Gegen Thun hat der FCL zu Hause beim 2:2 mit Müh und Not einen Punkt geholt. Auswärts gab es gegen die Berner Oberländer in einem schwachen Spiel eine 0:2-Niederlage.

Im Duell mit Lugano errang Luzern zuerst einen 1:0-Sieg, ehe es im Tessin mit dem gleichen Resultat verlor und wie in Thun mit einem blutleeren Auftritt die Fans verärgerte. So schlecht waren sowohl das Heim- wie das Auswärtsspiel gegen Lausanne nicht. Doch gegen die Waadtländer verlor der FCL vor eigenem Anhang 2:3, und vorgestern gab es auf der Pontaise das erwähnte 1:3. Babbel haderte am Sonntag in der Waadtländer Kapitale am Genfersee mit der Effizienz: «In den beiden Spielen gegen Lausanne hätten wir zwölf Tore schiessen müssen.»

Die Luzerner Vorrundenbilanz kommt gegen die Tiefbudget-Teams von Lausanne, Thun und Lugano alarmierend daher: Total 18 Punkte hätte der FCL in allen sechs Partien gegen diese vermeintlich schwächeren Konkurrenten holen können, nur 4 sind es geworden. Aus Luzerner Sicht hat es zum Glück die zwei gewonnenen Duelle mit St. Gallen plus die Unentschieden gegen GC (2), Zürich und Sion gegeben.

Das zweite Aufeinandertreffen mit den Wallisern findet am übernächsten Samstag in Luzern statt. Doch, wo auch immer Sion an Weihnachten steht, in der Winterpause wird der vermögende Präsident Christian Constantin die Equipe verstärken. Gleiches haben Lausannes milliardenschwere Neobesitzer des Chemiekonzerns Ineos versprochen. «Mit drei, vier erfahrenen Spielern wollen wir unser Team gezielt verbessern», versprach der neue Chef David Thompson.

Lugano wird in der Rückrunde die Zusatzbelastung der Europa League los sein. Da bleiben in der Abstiegszone nur noch Thun und Luzern, die auf dem Transfermarkt nicht mehr Geld ausgeben wollen und auch sonst offenbar am Ist-Zustand festhalten.

In Luzern stellt sich jedoch die Frage, wie die Besitzer reagieren, falls aus dem Restprogramm bis zum 17. Dezember weitere Pleiten resultieren. Babbels Team muss am Samstag (19 Uhr) zu Hause gegen Basel spielen, die Woche darauf im Cup-Viertelfinal bei Basel antreten. Danach sind Sion (heim), Zürich (auswärts) und YB (heim) die Gegner. Ein wahrlich anspruchsvoller Parcours!


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