Assist-König kämpft um den Vertrag

FC LUZERN – FC THUN ⋅ In der verjüngten Luzerner Mannschaft gehört Christian Schneuwly zu den Routiniers. Am Sonntag (16.00) spielt er mit dem FCL zu Hause gegen den FC Thun, den er als Ex-Thuner bestens kennt.
10. September 2017, 07:54

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Christian Schneuwly (29) ist ein vielseitig einsetzbarer Spieler. Im Heimspiel heute gegen Thun könnte er, falls Christian Schwegler angeschlagen ausfallen sollte, problemlos dessen Position als Rechtsverteidiger übernehmen. Der jüngere Bruder von Marco Schneuwly (32) gehört beim FCL zu den Routiniers. Oft wird verkannt, wie wertvoll Christian Schneuwly für die Mannschaft ist. Wahrscheinlich weil er lange im Schatten von Marco stand, der in drei Saisons für Luzern 47 Ligatreffer erzielte und nun in Sion auf Torjagd geht. Christians Spezialität sind Flanken, meist schlägt er Massflanken auf den Kopf der Mitspieler.

Christian Schneuwly war letzte Saison der Assist-König beim FCL: Zwölf Tore bereitete der meist im rechten Couloir eingesetzte Mittelfeldspieler vor. Trotzdem kam es im Frühling nicht zur gewünschten vorzeitigen Vertragsverlängerung. Er und Marco hatten als Bruder-Duo erfolglos mit FCL-CEO Marcel Kälin verhandelt. Der sehr leistungsbezogene neue Vertrag über Mitte 2018 hinaus «hatte uns damals nicht entsprochen», erklärt Christian Schneuwly.

Für Schneuwly spricht nichts gegen den FC Luzern

Im Gegensatz zu Marco ist er in Luzern geblieben. Sein Wunsch ist, den Ende Saison auslaufenden Kontrakt im nächsten Anlauf zu verlängern. «Sportlich und privat gibt es keinen Grund, nicht in Luzern zu bleiben», sagt der Vater eines bald einjährigen Sohnes. Über eineinhalb Jahre ist er nun hier, Verhandlungen mit dem neuen Sportkoordinator Remo Meyer wurden bisher nicht aufgenommen. Mit seinem Berater ist abgemacht, dass er jetzt zuerst einmal die Taten auf dem Platz sprechen lassen soll.

Eine weitere Gelegenheit dazu bietet sich heute gegen seinen früheren Verein FC Thun. Wie bei YB stand er auch schon zweimal bei Thun unter Vertrag, ehe er via FC Zürich im Januar 2016 zum FCL wechselte. Christian Schneuwly ist ein Insider der Berner Oberländer geblieben: «Noch immer kenne ich viele Thun-Spieler und weiss, wie sie ticken und funktionieren.» Er warnt vor deren schnellem Umschaltspiel. So kompakt wie zu seiner Zeit im Thun-Dress verteidigt das Team aktuell jedoch nicht, muss Christian Schneuwly feststellen. Zwölf Gegentore in sechs Runden sei atypisch für Thun, meint er. Gründe sieht er in der Equipe mit mehreren unerfahrenen Profis. «In der Zeit, als ich mit meinem Bruder Marco bei Thun spielte, hatten wir Spieler wie Martinez, Zuffi und Sanogo im Team, die machten uns die Aufgabe einfacher.»

Trotzdem glaubt er, dass auch der aktuelle FC Thun die Kurve wieder kriegt und am Ende einen sicheren Mittelfeldplatz ergattert. Der Grund ist einfach: «Weil die Mentalität stimmt, alle Spieler wissen, dass es nur zusammen im Team geht.»

Der neue Thun-Coach hatte als Lehrmeister Urs Fischer

Mit dem neuen Thun-Coach Marc Schneider (37) hat Christian Schneuwly einst beim FCT zusammengespielt. Über den Jungtrainer sagt er: «Marc Schneider hat viel von Urs Fischer lernen können, als er in Thun dessen Assistent war.» Er schwärmt, wie sie sich damals sensationell für die Europa League qualifizierten.

Ein grosses Ziel, das er auch mit dem FCL erreichen möchte. Sie würden dranbleiben, sagt er, «und ich möchte meine Anzahl Assists in dieser Saison toppen».


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