Babbel belohnt FCL-Urgestein

FUSSBALL ⋅ Der langjährige Stammgoalie David Zibung (33) ist im Cup gegen den SC Kriens vorübergehend ins Luzerner Tor zurückgekehrt. Nach dem knappen 1:0-Sieg zeigte er sich erleichtert.
14. August 2017, 05:00

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Das Luzerner Urgestein David Zibung stand am Samstag zum ersten Mal seit Februar in einem Pflichtspiel im Tor. Beim 1:0 gewonnenen Cup-Derby gegen den SC Kriens bekam der 33-jährige Torhüter den Vorzug vor Jonas Omlin (23), weil FCL-Cheftrainer Markus Babbel den Routinier belohnen wollte. «David Zibung unterstützt unsere jungen Torhüter Jonas Omlin und Simon Enzler optimal. Wir können uns immer auf ihn verlassen, er weiss auch, wie es in einem Derby zu- hergeht», begründete Babbel die Wahl des Schlussmanns. Doch das Comeback ist nur ein vor­übergehendes, auch im Cup dürfte Omlin ab der 2. Runde wieder zwischen den Pfosten stehen.

Zibung machte seine Sache gegen Kriens gut. Einmal musste er aus dem Tor herausstürmen, um einen Konterangriff abzufangen. In einer anderen Szene wurde er von Nico Siegrist fast wie im Eishockey gecheckt. Der SCK-Stürmer entschuldigte sich sogleich, er sei unabsichtlich mit ihm zusammengestossen.

Zibung bangt bis zum Schlusspfiff um den Sieg

Für Zibung und den FCL war wichtiger, dass das ehemalige FCL-Stürmertalent Siegrist (total neun Tore in der Super League) seine beiden hochkarätigen Chancen in der ersten Halbzeit nicht verwertete. Den ersten Abschluss blockte Hekuran Kryeziu im Strafraum, der zweite Schuss flog knapp am Tor vorbei.

Zibung war nach dem 1:0-Erfolg erleichtert: «Kriens war brutal gefährlich mit Kontern. Auch nach dem 1:0 von Pascal Schürpf war unser Sieg erst in trockenen Tüchern, als der Schiedsrichter die Partie beendete.» Dennoch sprach Zibung von einem insgesamt verdienten Weiterkommen seines Klubs. Er lobte seine Mitspieler für die Laufbereitschaft. «Wären wir nicht voll ans Limit gegangen, dann wären wir ausgeschieden.» Den Kriensern attestierte er, ein grosses Spiel geliefert und alles für einen interessanten Cupfight getan zu haben. Der SCK wird bereits am Mittwoch (20.00) wieder im Ligaeinsatz stehen, in der Promotion League empfängt er die U21 des FC Zürich im Gersag in Emmen.

Kooperation statt Rivalität zwischen SCK und FCL

SCK-Medienchef Thomas Tobler konnte übrigens bekannt geben, dass die Rechnung mit der Miete der Swisspor-Arena für den Veranstalter des Cupspiels aufgegangen ist. «Dank der Einnahmen von über 6200 Zuschauern bleibt dem SC Kriens ein Gewinn», sagte Tobler auf Anfrage. Überhaupt sei die Zusammenarbeit mit dem FC Luzern in dessen Stadion angenehm gewesen, lobte Tobler und dankte den Mitarbeitern des Stadtklubs.

Anlässlich dieses ersten Innerschweizer Derbys seit fast elf Jahren ist deutlich geworden, dass von der alten Rivalität nur wenig übrig geblieben ist. Das hat vor allem mit der in den letzten Jahren intensivierten Zusammenarbeit im Nachwuchs zu tun. So standen am Samstag in der Krienser Startformation nicht weniger als acht Spieler, die beim FCL ausgebildet worden waren.

Als David Zibung am 19. März 2006 zum letzten Mal in der Meisterschaft gegen Kriens spielte und mit dem FCL ebenfalls 1:0 siegte, war das noch etwas anders. Damals standen beim SCK mit Michael Egli, Reto Burri und dem aktuellen FCL-Captain Claudio Lustenberger immerhin noch drei Ur-Krienser auf dem Platz.

 

Der FCL will Stürmer Joâo Oliveira (21) bis Ende der laufenden Saisonan Lechia Gdansk (1. Liga Polen) ausleihen.


Leserkommentare

Anzeige: