Der FC Luzern kämpft mit der Verletzungshexe

FUSSBALL ⋅ Beim FC Luzern sind vor dem Duell mit dem FC Sion (Sonntag, 16 Uhr) nicht weniger als elf Spieler verletzt oder angeschlagen. Einen Zusammenhang mit dem Trainerwechsel sehen die FCL-Verantwortlichen nicht.
13. April 2018, 12:10

Raphael Gutzwiller

raphael.gutzwiller@luzernerzeitung.ch

Wenn am Sonntag um 16 Uhr das Spiel zwischen Luzern und Sion angepfiffen wird, werden wie immer elf Spieler des FC Luzern auf dem Platz stehen. Gut möglich ist gegen Sion aber auch, dass genau gleich viele FCL-Spieler auf der Tribüne in der Swisspor-Arena Platz nehmen. Denn das Team von Gerardo Seoane beklagt derzeit grosse Verletzungssorgen.

Zu den Langzeitverletzten Lucas Alves und Christian Schwegler gesellte sich am letzten Samstag gegen Thun Lazar Cirkovic, der einen Innenbandriss am linken Sprunggelenk erlitten hat und operiert werden muss. Gegen Sion ebenfalls nicht dabei sein werden Pascal Schürpf, Yannick Schmid und Marvin Schulz, die sich noch im Aufbau befinden. Dazu kommen inklusive dem in dieser Woche grippegeschwächten Simon Grether nicht weniger als fünf Spieler, die für das Spiel am Sonntag gegen den FC Sion fraglich sind (siehe Verletzungsliste unten).

Viele kleinere Verletzungen

«Im Moment kommen viele Verletzungen zusammen», sagt Sportkoordinator Remo Meyer, der aber betont: «Ein Zusammenhang zwischen den Verletzungen ist nicht festzustellen.» Die Verletzungen seien fast ausnahmslos durch Zweikämpfe, meist sogar in Spielen, passiert – und nicht etwa durch Überbelastungen. «Dazu kommt, dass wir in Thun zuletzt auf Kunstrasen spielten. Gerade für Spieler mit Rückenbeschwerden ist diese Unterlage schwierig.»

Zwar habe Gerardo Seoane, der seit Januar als Cheftrainer für die Mannschaft verantwortlich ist, teilweise andere Trainingsgestaltungen als sein Vorgänger Markus Babbel, «aber die Trainings haben in diesem Fall bestimmt keinen Einfluss auf die vielen Verletzungen.»

Ähnlich tönt es auch bei Gerardo Seoane selber: «Wir als gesamter Staff sind selbstkritisch und hinterfragen natürlich auch unsere Trainingsmethoden. Bei diesen Verletzungen konnten wir aber keinen grösseren Einfluss nehmen.» Die meisten Spieler leiden nur unter kleineren Blessuren und fallen bloss für einige Partien aus. Nichts ungewöhnliches, findet Seoane: «Ganz schmerzfrei ist ein Profisportler ab 24 Jahren sowieso nie mehr.»

Beim FCL ist derzeit auffällig, dass die Verletzungshexe besonders bei vielen Defensivspieler zugeschlagen hat. Von sechs Innenverteidigern im Kader sind derzeit nur Stefan Knezevic und Nicolas Schindelholz hundertprozentig fit. Somit stellt sich die Innenverteidigung am Sonntag von alleine auf. Noch offen ist allerdings, wer im Falle einer weiteren Verletzung ins Spiel eingreifen würde. Aktuell ist beim FCL die Diskussion, ob Remo Arnold, der nach seinem Kreuzbandriss derzeit in der U21 Spielpraxis sammelt, wieder ins Aufgebot der ersten Mannschaft zurückkehrt. Eine andere Möglichkeit wäre, dass ein U21-Abwehrspieler gegen Sion auf der Bank sitzt, Kandidaten sind Cleric Njau (19) und Joel Miranda (19).

Schindelholz erstmals von Beginn an

Doch auch defensive Mittelfeldspieler könnten als Innenverteidiger spielen, ist Seoane überzeugt. «Aber ich bin nicht Fan davon, Spieler auf einer anderen Position aufzustellen. Denn wenn wir sagen, dass wir jeden im Team brauchen, meine ich das auch so. Wenn viele verletzt sind, kann das eine Chance für andere Spieler sein.» Diese Chance erhält durch die vielen Verletzungen ausgerechnet Nicolas Schindelholz. Der Innenverteidiger, der im letzten Sommer von Thun zu Luzern gewechselt ist, kam letzten Samstag bei seinem Ex-Klub Thun zum Debüt für den FC Luzern. Zuvor war er seit der Verpflichtung stets verletzt gewesen. «Natürlich fühle ich mich mit den verletzten Spielern mit», sagt Schindelholz. «Aber ich freue mich sehr, erstmals von Beginn weg für den FCL zu spielen.»
 

Die FCL-Verletztenliste

Spieler Verletzung
Lucas Alves Oberschenkel
Christian Schwegler Knie
Valeriane Gvilia Knie
Marvin Schulz Sprunggelenk
Yannick Schmid Hoher Puls
Pascal Schürpf Zerrung
Shkelqim Demhasaj Muskulär
Tomi Juric Rücken
Hekuran Kryeziu Rücken
Simon Grether Krank

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