FCL-Abwehrchef Ziegler spielt gegen GC als Maskenmann

FUSSBALL ⋅ Reto Ziegler trainiert seit Dienstag wieder mit der FCL-Mannschaft – mit einer ultraleichten Karbonmaske. Sie schützt die gebrochene Nase des Verteidigers.
11. Oktober 2017, 17:24

Der neue Luzerner Abwehrchef kann am Sonntag im enorm wichtigen Auswärtsspiel in Zürich gegen die Grasshoppers spielen. Ziegler will Thun-Goalie Francesco Ruberto eine Dankes-SMS senden.
 
Reto Ziegler ist am Mittwochnachmittag einer der letzten FCL-Profis gewesen, die den Trainingsplatz verlassen haben. Der 35-fache Internationale war sich nicht zu schade, Material vom Feld zu tragen. Anschliessend bewies er Humor. Als ihn ein FCL-Fan auf die Faustabwehr von Thun-Torhüter Francesco Ruberto ansprach, die vor anderthalb Wochen zu seinem Nasenbeinbruch und einer leichten Gehirnerschütterung führten, meint Ziegler: «So was kann passieren, ich muss Ruberto sogar eine SMS schreiben und danken, die Nase ist gerade geworden.»

Allerdings verlor der FCL nach der Aktion von Ruberto seinen neuen Abwehrchef gleich beim Debüt im Dress der Innerschweizer. Sechs Minuten vor der Pause war für den aus der Nase blutenden Ziegler definitiv Schluss. Er spricht von einem «unglücklichen ersten Spiel für Luzern». Ohne den 31-jährigen Routinier kassierte das Team von Markus Babbel in der zweiten Halbzeit das 0:2-Schlussresultat. Vor der Länderspielpause war die Pleite im Berner Oberland bereits die dritte Niederlage in Folge – Luzern rutschte auf Platz 8 ab.

«GC – wer ist schon einfacher Gegner?»

Doch Reto Ziegler ist überzeugt von seiner neuen Mannschaft: «Wir haben eine sehr gute Mentalität, aber jetzt müssen wir einfach punkten.» Der Gegner vom Sonntag (16 Uhr) ist GC, das mit dem neuen Coach Murat Yakin bis dato ungeschlagen ist. Kein einfacher Gegner. Ziegler hält dagegen, stellt die rhetorische Frage: «Wer ist schon ein einfacher Gegner?»

Ziegler, der die letzten zweieinhalb Saisons für den FC Sion spielte und dort am Ende Captain war, ist froh, nach seiner leichten Gehirnerschütterung wieder einsatzbereit zu sein. «Zuerst wurde ich in der Hirslanden Klinik St. Anna in Luzern untersucht», so Ziegler.  «Dann noch sechs Stunden am Swiss Concussion Center in der Zürcher Schulthess-Klinik. Das machen die meisten Vereine mit ihren Profis standardmässig, um gravierende Kopfverletzungen auszuschliessen.»  Die ultraleichte Karbonmaske zum Schutz der gebrochenen Nase hindere ihn nicht besonders bei der Arbeit auf dem Feld. Beim Sehen müsse er sich etwas umstellen, aber das sei absolut machbar.

Er freut sich, gegen seinen früheren Verein, den Grasshopper Club, spielen zu können. Ziegler jammert nicht, er packt an. Man spürt, er ist ein Leadertyp.

Daniel Wyrsch
 


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